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Heute Sonntag kommt es in der 2. Runde der Axpo Super League ab 16 Uhr zum 221. Zürcher Stadt-Derby zwischen dem FC Zürich und den Grasshoppers.
GC hat die nationale Fussball-Szene während ganzen Epochen dominiert, ehe die Finanznot die Hoppers zum temporären Grounding zwang. Im vergangenen Mai trat der Rekordmeister erstmals nach fünf Jahren wieder aus dem Schatten des FCZ. Die beiden so unterschiedlichen Klubs begegnen sich heute wieder.
Das 221. Stadt-Derby ist auch die Begegnung zweier Urgesteine. Urs Fischer (44), während elf Jahren Verteidiger im Letzigrund, trägt beim FCZ erstmals von Beginn weg die Gesamtverantwortung. Sein Antipode Ciriaco Sforza (40), der einst bei GC als 16-Jähriger den Grundstein zur brillanten Aktiv-Karriere legte, hat im zweiten Jahr eine exzellente Saison zu bestätigen.
Die beiden haben nach dem Ende ihrer Spielerlaufbahn keinen vergleichbaren Weg eingeschlagen: Fischer diente sich als Junioren-Coach hoch, Sforza debütierte gleich auf der obersten Etage. Nun arbeiten sie, die vor 19 Jahren einmal gemeinsam in einer Schweizer Nachwuchsauswahl in England spielten, in der gleichen Liga, aber unter komplett verschiedenen Voraussetzungen.
Hoher Einsatz
Auch mit ein paar Tagen Abstand mag Urs Fischer nicht so richtig begreifen, weshalb das Spektakel in Basel für den FCZ (erneut) mit einer erheblichen Enttäuschung endete: «Es ist doch eigentlich wahnsinnig, dass wir ohne Punkte im Gepäck heimgereist sind. Es hätte auch zu unseren Gunsten kippen können.»
Der Auftritt beim 2:3 im St.-Jakob-Park ist vorerst nur als Momentaufnahme zu gewichten. Die ersten 90 Minuten einer Saison eignen sich in der Regel schlecht, bereits eine Prognose für die 35 nächsten Runden zu stellen. In der Frühlings-Depression steckt der FCZ mutmasslich nicht mehr. Und mit einem ähnlichen Absturz wie im letzten Championat ist ebenfalls nicht mehr zu rechnen.
Aber wo das sanft renovierte Team wirklich steht, ist noch nicht absehbar. Die Messlatte ist hoch. Der Aufwand beläuft sich auf gegen 25 Millionen Franken. Fischer wird an den kommenden Resultaten gemessen. Eine zweite sportliche Bankrotterklärung - wie beim 0:4 gegen GC am Ende der letzten Saison - kann er sich nicht leisten.
GC im «Jugend-Stil»
Beim Stadtrivalen GC vertritt der leitende Angestellte im Sportbereich ebenso den Standpunkt, Zürich verfüge über eine spielerisch starke Mannschaft. An der Basis von GC ist ein vergleichbares Szenario undenkbar. Sforza stehen weitaus weniger Mittel zur Verfügung. Derweil Zürich drei teure neue Ausländer engagierte, verlor GC weiter an Erfahrung.
Mit den Unabwägbarkeiten im personellen Sektor lebt Sforza einigermassen gut. Der frühere Bayern-Star jammert nicht, sondern betrachtet es als spezielle Aufgabe, bereits die nächste Generation an ein Top-Level zu führen. Die Entwicklung von Juwelen wie Steven Zuber (18), Charyl Chappuis (18), Endogan Adili (15) oder Toko Bundebele (19) liegt dem 40-Jährigen am Herzen. Er steht zu 100 Prozent hinter der nötigen Strategie des Vereins, die Karte Nachwuchs auszuspielen.
Mit dem «Jugend-Stil» ist GC in den letzten zwölf Monaten vorzüglich gefahren. Platz 3 - und 20 Punkte mehr als der FCZ - erreichte die ergänzte «U21». Die diversen Abgänge (u.a. Sommer, Zarate und Ben Khalifa) haben gemäss Sforza keinen nachhaltigen Substanzverlust zur Folge. Der Trainer steht mit seiner selbstbewussten, aber keineswegs arroganten Art perfekt für das spannende Projekt GC.
(bert/Si)





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