90 Prozent der Schweizer «pro EURO»
publiziert: Dienstag, 14. Mrz 2006 / 14:38 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 14. Mrz 2006 / 15:35 Uhr

Etwas mehr als zwei Jahre vor der EURO 2008 in Österreich und der Schweiz stehen knapp 90 Prozent der Schweizer Bevölkerung dem Anlass grundsätzlich positiv gegenüber.

In der Schweiz gehen die Fussball-Emotionen hoch.
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Dies zeigt die Auswertung einer repräsentativen Befragung.

Die Umfrage fand zwischen dem 25. Oktober und dem 5. Dezember 2005 in mehr als 1000 Haushalten statt. Sie erfolgte im Auftrag des Bundesamtes für Sport Magglingen (BASPO) und der vier Austragungsregionen (host cities) als Teil eines Gesamtprojektes zu den Effekten der EURO 2008 auf die nachhaltige Entwicklung in der Schweiz. Das Projekt steht unter der Gesamtleitung des Forschungsinstituts für Freizeit und Tourismus (FIF) der Universität Bern (Professor Hansruedi Müller).

Allgemeine Zustimmung

Grundsätzlich stösst die EURO 2008 in allen Landesteilen auf breite Zustimmung. Die Deutschschweizer sind leicht skeptischer eingestellt sind als die Romands. Sowohl zwischen den einzelnen Austragungsregionen als auch im Vergleich zur übrigen Schweiz finden sich jedoch keine grossen Unterschiede in der Beurteilung.

Die EURO 2008 geniesst in der Schweiz generell einen sehr hohen Bekanntheitsgrad. In der Deutschschweiz haben nur 11 Prozent noch nichts von dem Grossanlass gehört, in der Romandie 20 Prozent.

86 Prozent der Bevölkerung sind der Meinung, dass die EURO 2008 der Schweiz Chancen für eine positive Darstellung im Ausland eröffne. Mit 88 Prozent ist ebenfalls eine breite Mehrheit der Bevölkerung der Ansicht, die EURO 2008 wecke das Interesse der Jugend für den Fussball und trage so zur Sportförderung bei. Diesen Aussagen stimmen sowohl Sporttreibende (90 Prozent) als auch Nicht-Sporttreibende (82) mit grosser Mehrheit zu.

Kritisch bei Kosten-Nutzen-Fragen

Kritischer ist die Bevölkerung im Bereich der Kosten-Nutzen-Überlegungen. 54 Prozent versprechen sich einen positiven Nettonutzen, 41 Prozent nicht. Die Skepsis ist in der Romandie (34 Prozent) geringer als in der Deutschschweiz (43).

86 Prozent sind der Ansicht, dass die UEFA EURO 2008 zu einem sportlichen Erfolg wird. Eine deutliche Mehrheit der Befragten erachtet die Belastung des Lebensraums und der Umwelt für tragbar (80 Prozent) und ist überzeugt, dass die Sicherheit im Rahmen der Veranstaltung gewährleistet ist (70).

Weniger gut, aber immer noch positiv, werden der wirtschaftliche Erfolg (63 Prozent) und die vorhandene Infrastruktur (61) beurteilt.

Zu 60 Prozent ist die Schweizer Bevölkerung auch mit dem organisatorischen und finanziellen Engagement der öffentlichen Hand in den Bereichen Sicherheit, Verkehr und Infrastruktur sowie Veranstaltungen zufrieden. Abweichende Bewertungen fordern eher ein grösseres Engagement (19 Prozent) als ein kleineres (12). Die Debatte um die gestiegenen Kosten blieb bis zum Dezember ohne Einfluss auf die Einschätzung der Bevölkerung.

44 Prozent der Befragten würden sicher ein Spiel besuchen, wenn sie die Möglichkeit dazu hätten. In Bern (54 Prozent) und Basel (51) liegt diese Bereitschaft über dem Durchschnitt und höher als in Zürich (44) sowie in Genf (42).

Insgesamt förderte die Auswertung der Ergebnisse aus den vier Austragungsregionen nur geringe Unterschiede zu Tage. Die Einstellung der Bevölkerung unterscheidet sich zudem nicht wesentlich zwischen städtischen und ländlichen Regionen.

Grundsätzlich wird der Nettonutzen der EURO 2008 vor allem in der Romandie, von Männern, von jüngeren Personen, von Ausländerinnen und Ausländern sowie von aktiv Sporttreibenden positiv gewürdigt.

(fest/Si)

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