Barnetta verletzt - EM-Out für Von Bergen
publiziert: Donnerstag, 22. Mai 2008 / 00:02 Uhr / aktualisiert: Freitag, 23. Mai 2008 / 11:23 Uhr

Das Verletzungspech im Schweizer Nationalteam reisst nicht ab: Steve von Bergen erlitt einen Mittelhandknochenbruch und musste aus dem EM-Kader gestrichen werden. Tranquillo Barnetta erhielt eine Trainingspause bis Montag.

Köbi Kuhn muss noch bis am 28. Mai drei Spieler aus seinem Team streichen.
Köbi Kuhn muss noch bis am 28. Mai drei Spieler aus seinem Team streichen.
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Barnetta (22) und Von Bergen (24) haben sich ihre Verletzungen im Training am Dienstagabend zugezogen. Beide stehen Nationalcoach Köbi Kuhn damit im nächsten Testspiel am Samstag in Lugano gegen die Slowakei nicht zur Verfügung.

Sofort eingeleitete ärztliche Untersuchungen ergaben bei Barnetta, der das Training am Dienstag im Cornaredo-Stadion von Lugano nach einem normalen Zweikampf mit Gelson Fernandes stark hinkend abbrechen musste, eine Verstauchung des linken Sprunggelenks mit Bänderzerrung sowie eine Kapselverletzung. Weil kein Riss oder Bruch vorhanden ist, kann die Heilung mit therapeutischen Mitteln angestrebt werden.

Der am letzten Sonntag zum besten Schweizer Nationalspieler des Jahres gewählte Leverkusen-Söldner darf bis am Montag nicht mehr mit dem Team trainieren und wird stattdessen im Mannschaftshotel täglich während rund vier Stunden mit Massagen und alternativen Trainingsmethoden (Kraftraum, Wassergymnastik) intensiv behandelt.

Forfait gegen die Slowakei

Am Montag entscheidet sich, ob der Mittelfeldspieler wieder ins normale Training eingreifen kann. Je nach Schmerzempfinden eines Spielers gehen die Schweizer Teamärzte Roland Grossen und Cuno Wetzel von einer maximalen Heilungszeit von 10 bis 15 Tagen aus.

Barnetta, zweifellos eine der wichtigsten Teamstützen der Schweizer Mannschaft, sollte demnach im Normalfall bis zum EM-Startspiel am 7. Juni in Basel gegen Tschechien wieder vollständig gesund sein. Sicher verpassen wird er aber das Testspiel am Samstag in Lugano gegen die Slowakei und höchstwahrscheinlich auch die letzte Vorbereitungspartie am Freitag, 30. Mai, in St. Gallen gegen Liechtenstein.

EM-Out für Von Bergen

Noch schlimmer hat es Hertha-Söldner Von Bergen erwischt. Der frühere FCZ-Verteidiger erlitt ebenfalls im Dienstagabend-Training einen Bruch des vierten Mittelhandknochens der rechten Hand. Er verlässt das Schweizer Camp in Lugano heute Donnerstag.

Von Bergen, der während der EM am 10. Juni seinen 25. Geburtstag feiert, ist nach Fabio Coltorti und Blaise Nkufo bereits der dritte Spieler, der seit Montag aus Verletzungsgründen aus Köbi Kuhns 26-Mann-Kader ausschied.

Weil Kuhn bis am 28. Mai noch drei Spieler aus seinem Team streichen muss und mit Johan Djourou, Mario Eggimann, Stéphane Grichting, Patrick Müller sowie Philippe Senderos fünf weitere Innenverteidiger im Kader figurieren, dürfte Kuhn (zumindest) vorerst auf eine Nachnominierung verzichten.

Müller fehlt weiter

Diese könnte jedoch nötig werden, falls auch noch Lyon-Söldner Müller ausfallen würde. Sein Verein hat gestern Abend entschieden, dass Müller weiterhin bei der Mannschaft bleiben muss. Die Adduktorenverletzung von Jean-Alain Boumsong ist noch zu wenig ausgeheilt, Müller wird damit eventuell als Ersatzspieler für den französischen Cupfinal am Samstag gegen Paris St-Germain benötigt.

«Ich kann die Überlegungen des Vereins verstehen, aber ich muss auch an meine Zukunft denken», sagte Müller gestern zur Nachrichtenagentur AFP. Weil sein Vertrag bei Lyon nicht verlängert wird, muss er sich nach einem neuen Verein umschauen. Eine Teilnahme an der EM würde die Chancen markant erhöhen, einen namhaften neuen Arbeitgeber zu finden.

Erhält der Schweizer Abwehrchef bis am Freitag doch noch die Einwilligung zur Reise in die Schweiz, könnte er Kuhn am Samstag seinen Formstand im Testspiel gegen die Slowakei beweisen. Muss er indes beim Cupfinal auf Lyons Ersatzbank Platz nehmen, droht auch ihm die Streichung aus dem Schweizer Kader. Ob Kuhn dannzumal einen zusätzlichen Verteidiger nachnominieren würde, ist offen.

Der Schweizer Coach hatte bei seiner Nominierung des provisorischen EM-Kaders bewusst überdurchschnittlich viele Abwehrspieler aufgeboten und gleich auch angekündigt, dass diese Abteilung bei der Kürzung der Kaderliste auf 23 Mann zu allererst Haare lassen müsse.

Obwohl am Samstag mit Philipp Degen (Syndesmoseband-Anriss) und Christoph Spycher (Adduktoren) zwei weitere Verteidiger nicht mittun können, wird Kuhn mit der allfälligen Nachnominierung eines zusätzlichen Verteidigers wohl bis zum allerletzten Moment zuwarten. Als Kandidat käme am ehesten GC-Crack Boris Smiljanic in Betracht.

Obwohl am Samstag mit Philipp Degen (Syndesmoseband-Anriss) und Christoph Spycher (Adduktoren) zwei weitere Verteidiger nicht mittun können, wird Kuhn mit der allfälligen Nachnominierung eines zusätzlichen Verteidigers wohl bis zum allerletzten Moment zuwarten. Als Kandidat käme am ehesten GC-Crack Boris Smiljanic in Betracht.

Keine U21-Verstärkung

Angesichts des Verletzungspechs in den ersten Tagen des Vorbereitungscamps in Lugano hat sich Kuhn indes bereits entschieden, die altersmässig noch spielberechtigten Eren Derdiyok und Johan Djourou nicht wie ursprünglich vorgesehen zum Schweizer U21-EM-Ausscheidungsspiel am Freitag in Holland reisen zu lassen.

(René Baumann, Lugano/Si)

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