Basels langer Weg in die Champions League
publiziert: Dienstag, 17. Jul 2012 / 10:00 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 17. Jul 2012 / 15:11 Uhr
Ankunft in Tallinn.
Ankunft in Tallinn.

Vier Tage nach dem Start in die Super League steht für den FC Basel der erste internationale Auftritt im Programm. Im Hinspiel der 2. Runde der Champions-League-Qualifikation tritt er heute Dienstag (17.45 Uhr/MEZ) bei Flora Tallinn in Estland an.

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Drei Runden muss der FC Basel bis Ende August bestreiten, um dahin zu kommen, wo er in den letzten vier Jahren mit drei Teilnahmen fast Stammgast war: in die Gruppenphase der Champions League. In der letzten Saison musste er keine Qualifikationsspiele bestreiten. Er war als Meister automatisch dabei.

Diesmal steht Basel ein langer Weg bevor. Wie beschwerlich der Anlauf zur Champions League wird, ist ungewiss. Aufgrund seines hervorragenden Rankings - der FCB wird in jeder Runde gesetzt sein - und dank des sogenannten «Champions Way», der Poule also, in der Mannschaften aus den Top-Ligen fehlen, ist diese Aussage aber nicht gewagt: Es braucht keine Heldentaten, um erneut unter die Elite vorzustossen.

Nach Flora Tallinn wären auf dem Weg in die Champions League die Meister aus Kroatien (Dinamo Zagreb), Serbien (Partizan Belgrad), Rumänien (Cluj) und Isreal (Hapoel Ironi Kirjat Schmona) das Unangenehmste, das dem FCB passieren könnte. Seit die UEFA die Qualifikation modifiziert hat (2008), stiess der Schweizer Meister immer in die Gruppenphase der Champions League vor und gelangte so an die Geldtöpfe. In der letzten Saison erhielt der FC Basel von der UEFA für seinen Parcours in die Achtelfinals rund 19 Millionen Franken an Prämien und aus dem TV-Pool. Die Einnahmen aus den vier Heimspielen und die Werberträge sind dabei nicht eingerechnet.

Den frühen Eintritt in den europäischen Wettbewerb sehen sie in Basel positiv. «Es tut uns gut, dass es gleich mit voller Kraft losgeht», sagte Trainer Heiko Vogel. Das ist mehr als bloss eine Floskel. In der vergangenen Saison startete Basel erst nach zwei Monaten in den europäischen Wettbewerb. Die Reize fehlten im Juli und August und entsprechend langsam ging es in der Meisterschaft los - mit bloss einem Sieg in den ersten sechs Runden. Diesmal gelang dem FCB der erste Erfolg schon beim Auftakt am vergangenen Freitag gegen Servette (1:0).

Überwindbarer Gegner

Wichtiger als der Sieg in Genf ist ein Erfolg gegen Flora Tallinn. Das Rückspiel in einer Woche im St.-Jakob-Park soll bloss zur Formsache werden. Der Gegner aus Estland wurde zuletzt zweimal Meister. International blieben positive Meldungen aber aus. 18 Europacup-Teilnahmen verzeichnete Flora bisher. Erst einmal, vor sechs Jahren gegen Lyn Oslo, kam man eine Runde weiter.

Immerhin ein wenig aber hat der estnische Fussball zuletzt doch von sich reden gemacht. In der EM-Qualifikation 2012 erreichten die Balten hinter dem späteren EM-Zweiten Italien den 2. Platz in der Qualifikation. Dabei liess die Auswahl zwei WM-Teilnehmer von 2010, Slowenien und Serbien, hinter sich. In der Barrage war Estland gegen Irland jedoch chancenlos.

Die Meisterschaft wird in Estland im Jahresrhythmus ausgetragen. Nach der Hälfte der Saison liegt Flora, in dessen Kader sechs Spieler stehen, die zum erweiterten Kreis der Nationalmannschaft gehören, mit vier Punkten Rückstand auf Leader Nomme Kalju auf Platz 2.

Honoriert werden die Leistungen vom Publikum kaum. Das letzte Meisterschaftsspiel von Flora sahen in der Le-Coq-Arena ganze 187 Zuschauer. Für Estland ist dies noch nicht einmal ein ganz schlechter Wert. Im Durchschnitt schauen sich nur knapp 200 Fans die Spiele der Meisteriliiga an.

(bert/Si)

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