Blatters Zuschrift an die «Bild-Zeitung» - Druck von den Grünen
publiziert: Montag, 16. Jul 2012 / 23:48 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 17. Jul 2012 / 09:33 Uhr
FIFA Präsident Joseph Blatter relativiert seine Äusserungen.
FIFA Präsident Joseph Blatter relativiert seine Äusserungen.

Sepp Blatter will die Wogen glätten und relativiert seine Aussagen zur Vergabe der WM 2006 in der «Bild-Zeitung». Trotzdem wächst in Deutschland der politische Druck auf Blatter.

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In einem exklusiven Interview mit dem «Sonntags-Blick» platzierte Blatter nach tagelangen Angriffen gegen seine Person einen brisanten Konter: «Da erinnere ich mich an die WM-Vergabe für 2006, wo im letzten Moment jemand den Raum verliess. Und man so statt 10 zu 10 bei der Abstimmung ein 10 zu 9 für Deutschland hatte.» Auf die Frage, ob er vermute, die WM 2006 sei gekauft gewesen, sagte er: «Nein, ich vermute nichts. Ich stelle fest.»

Mit seiner provokativen (und wohl auch juristisch interessanten) Formulierung löste der «angeschossene» FIFA-Boss in Deutschland einen weiteren Sturm der Entrüstung aus. 48 Stunden später zieht er seine Aussagen zwar nicht zurück, relativiert sie auf der grössten deutschen Medien-Plattform aber: Er habe nur darauf hinweisen wollen, dass jemand während der Abstimmung den Raum verlassen habe.

Blatter glaubt nicht an Verschwörungstheorien

Er halte alle Vergabe-Prozedere für Fussball-Weltmeisterschaften in der Vergangenheit für rechtmässig, betont er in seiner Zuschrift. «Ich glaube nicht an Verschwörungstheorien, sondern nur an Fakten», schreibt Blatter in der Dienstagsausgabe der «Bild».

Trotz aller Beschwichtigungen Blatters wollen die Grünen in Deutschland dem FIFA-Präsidenten das Bundesverdienstkreuz aberkennen lassen. Es gebe immer wieder eindeutige Hinweise darauf, dass die Korruption innerhalb des Weltfussballverbandes FIFA enorme Ausmasse angenommen habe, sagte die sportpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Viola von Cramon. «Deshalb geht die Bitte um Prüfung an Bundespräsident Gauck, wie die Auszeichnung zurückgenommen werden kann.»

Von Cramon geht davon aus, die mehr als 22 Millionen Schweizer Franken (rund 18,3 Millionen Euro) an Schmiergeldern, von denen die Rede sei, würden noch weit übertroffen. Die Kritik aus dem Deutschen Fussball-Bund (DFB) und des Ligapräsidenten Reinhard Rauball, der Blatters Rücktritt gefordert hatte, teilt von Cramon uneingeschränkt.

(bert/Si)

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