Cabanas: «Mein Ziel ist die Startelf gegen Tschechien»
publiziert: Samstag, 24. Mai 2008 / 00:00 Uhr / aktualisiert: Samstag, 24. Mai 2008 / 00:45 Uhr

Der Weg zurück war lang: Sein letztes ganzes Länderspiel bestritt Ricardo Cabanas (29) vor mehr als einem Jahr in Miami gegen Kolumbien (1:3). Jetzt peilt er mit aller Energie das EM-Eröffnungsspiel gegen Tschechien an.

Ricardo Cabanas will sich rehabilitieren.
Ricardo Cabanas will sich rehabilitieren.
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«Kaum einer hat mit mir gerechnet nach der langen Verletzungspause. Doch mein Fahrplan hat gestimmt, ich habe es ins erweiterte EM-Kader geschafft», freute sich Cabanas gestern Freitag im Pressezelt hinter dem Cornaredo-Stadion, wo heute Abend (18 Uhr) das wichtige Testspiel gegen die Slowakei stattfindet.

Immer wieder erwähnte der GC-Mittelfeldspieler im Gespräch mit den Journalisten, dass niemand mehr mit ihm gerechnet habe. Seine Freude darüber, dass er es allen Zweiflern gezeigt hat, stand ihm ins Gesicht geschrieben.

2008 wie 2004

Cabanas befindet sich vor der in zwei Wochen beginnenden EM-Endrunde beinahe in der gleichen Situation wie vor vier Jahren vor der EM 2004 in Portugal. Nach einem ernüchternden Abstecher zu Guingamp in die französische Ligue 1 war Cabanas im Januar 2004 zu GC zurückgekehrt.

Nur bei seinem Stammverein sah er noch eine Möglichkeit, sich doch noch ein EM-Ticket, welches er mit einer Riesendummheit vermeintlich endgültig verscherzt hatte, zu ergattern.

Im zweitletzten EM-Ausscheidungsspiel gegen Russland im September 2003 hatte Cabanas beim Stande von 1:4 wenige Minuten vor Schluss Gegenspieler Wladimir Radimow geohrfeigt und war vom Platz gestellt worden.

Statt mit vier war der Rotsünder damals lediglich mit zwei Spielsperren belegt worden. Die eine sass er im letzten und entscheidenden Qualifikationsspiel gegen Irland (2:0) ab, die zweite war für das EM-Startspiel in Portugal reserviert. Deshalb gelangte der GC-Rückkehrer in den Testspielen bis zur EM nur noch als gelegentlicher Einwechselspieler zu Kurzeinsätzen.

Nicht wenige zweifelten, ob Nationalcoach Köbi Kuhn einen Spieler nach Portugal mitnehmen würde, der im ersten Match gegen Kroatien gesperrt sein würde. Kuhn tat es und Cabanas bedankte sich mit einer starken Leistung und dem schönen Assist zu Johan Vonlanthens Ausgleichstor im letzten Spiel gegen Frankreich.

Lange verletzt

Gut möglich, dass sich in diesen Tagen der Entscheidung auch Kuhn an jenes Spiel in Coimbra erinnert und Cabanas wieder in sein 23-Mann-Kader nominiert. Auch wenn der GC-Spieler seit seinem Kurzeinsatz gegen Holland im letzten August nie mehr für die Schweiz im Einsatz stand.

Cabanas war kurz zuvor von seinem ebenfalls enttäuschenden zweiten Ausland-Abstecher aus Köln nach Zürich zurückgekehrt. Ende August musste er dann wegen einer Innenband- und Kapselverletzung operiert werden und fiel für die gesamte Vorrunde aus.

«Seither habe ich in unzähligen Trainingsstunden hart für das Ziel EM in der Schweiz gearbeitet.

Den ganzen Dezember schuftete und schwitzte ich im stillen Trainings-Örtchen, während meine Teamkollegen im Weihnachtsurlaub waren», erinnert sich Cabanas an die schwierige Zeit, als er vor allem durch die Familie und auch durch seinen Klub jene Unterstützung erhielt, die er andernorts vermisste.

«Ich brenne darauf, meinen Platz im EM-Kader noch zu erkämpfen. Mein Ziel ist aber nicht nur die EM-Nominierung, sondern ein Platz in der Startelf gegen Tschechien.»

Polyvalent einsetzbar

Cabanas glaubt, dass die lange Verletzungspause nun sein Vorteil gegen den Konkurrenten ist: «Ich bin frisch und noch nicht müde von einer langen und anstrengenden Meisterschaft. Meine Stärke ist, dass ich auf mehreren Positionen eingesetzt werden kann. Ich habe dem Trainer gesagt, dass ich ihm die Nominierung nicht leicht machen werde und kann dabei auch auf meine Erfahrung und meinen grossen Willen zählen.»

Mit Wille und Kampfkraft will Cabanas der Schweiz in Basel zum ersten Sieg an einer EM und auch zur ersten Viertelfinal-Teilnahme verhelfen. Dies würde endlich auch den Penalty-Fehlschuss gegen die Ukraine bei der WM 2006 in Deutschland vergessen machen.

(René Baumann, Lugano/Si)

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