Dem Weltmeister droht das Aus
publiziert: Freitag, 13. Jun 2008 / 00:00 Uhr

Holland kann sich heute Freitag nach seinem beeindruckenden Startsieg bereits die Qualifikation für die Viertelfinals sichern. Bedingung ist ein Sieg gegen Frankreich. Weltmeister Italien darf sich gegen Rumänien keinen weiteren Fehltritt mehr leisten.

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Dass sich Italien und Frankreich, die beiden WM-Finalisten von 2006, in einer schwierigen Poule bewähren müssen, wusste man seit der Auslosung. Die Bezeichnung Hammergruppe kommt nicht von ungefähr. Dass nun aber Holland im Berner Stade de Suisse (20.45 Uhr) gegen Frankreich schon im zweiten Gruppenspiel die Chance erhält, vorzeitig alles klar zu machen, kommt dennoch überraschend.

Die Holländer tun allerdings gut daran, nicht -- wie schon oft -- zu früh in Überheblichkeit zu verfallen. Wesley Sneijder, beim 3:0 gegen Italien überragend, sieht es gewiss richtig: «Unser Ziel ist der Gewinn des Titels und wir bescherten unseren Fans im ersten Spiel ein grossen Resultat, aber im Moment haben wir immer noch nichts.»

Flügelstürmer Arjen Robben hat sich nach überstandenden Adduktorenproblemen wieder zurückgemeldet, doch Coach Marco van Basten liess offen, ob er deshalb seine erfolgreiche Mannschaft umstellen wird: «Es ist schwer, nach einem solch guten Spiel Veränderungen vorzunehmen.»

Domenech wie Jacquet und Lemerre

Raymond Domenech sitzt gegen Holland zum 53. Mal als Trainer der «Equipe tricolore» auf der Bank, womit er mit Aimé Jacquet und Roger Lemerre gleichziehen kann. Jacquet war indes schon Weltmeister (1998), Lemerre Europameister (2000). Domenech dagegen wartet noch auf einen Titel, und um dies kurzfristig zu ändern, muss eine deutliche Steigerung gegenüber dem Startspiel her. Ein einziger Schuss aufs Tor resultierte bei der tristen Nullnummer gegen Rumänien.

«Wir müssen mehr Risiken eingehen», glaubt Verteidiger William Gallas, «eine gute Abwehr ist wichtig, aber nun brauchen wir Punkte.» Gegen die spielfreudigen Holländer erwartet er aber auch ein anderes Spiel: «In diesem Match werden wir kontern können. Wir haben schnelle Stürmer, die das ausnützen werden.»

Einer davon dürfte Thierry Henry sein, der gegen Rumänien wegen einer Oberschenkelverletzung noch gefehlt hatte. Patrick Vieira jedoch, auch er am Oberschenkel lädiert, wird wohl erneut pausieren. Dafür kommt vielleicht Franck Ribéry in neuer Rolle auf der zentralen Position des einstigen Regisseurs Zinédine Zidane zum Zug.

Die Bilanz zwischen Holländern und Franzosen könnte ausgeglichener nicht sein. Bei drei Remis stehen beide mit je neun Siegen zu Buch. Auch im Rahmen von EM-Endrunden steht das Duell 1:1. 1996 setzten sich die Franzosen im Viertelfinal nach einem 0:0 im Penaltyschiessen durch, vier Jahre später revanchierten sich die Holländer in der Vorrunde, die sie nach einem 3:2-Sieg als Gruppensieger abschlossen. Die Franzosen kamen damals als Gruppen-Zweiter dennoch weiter, und holten sich letztlich den Titel, die Holländer dagegen schieden im Halbfinal gegen Italien aus, selbstredend nach einem Elfmeterschiessen. Letztmals trafen Holland und Frankreich in einem Testspiel im März 2004 aufeinander. 0:0 endete jene Partie in Rotterdam.

Italien muss historische Pleite verarbeiten

Der EM-Auftakt Italiens kam einer fast schon sporthistorischen Pleite gleich. Mit drei Toren Differenz verliert die Squadra azzurra praktisch nie, vor allem nicht, wenn es wirklich um etwas geht. Das 0:3 gegen Holland war die höchste EM-Endrunden-Niederlage überhaupt. An Weltmeisterschaften gab es nur zweimal ein ähnliches Desaster: 1954 in der Schweiz, wo die Italiener gegen unser Team im Entscheidungsspiel um den Viertelfinal-Einzug 1:4 verloren, und 1970 in Mexiko, als der WM-Final gegen Brasilien mit demselben Resultat verloren ging.

Bei einer Niederlage auch gegen Rumänien wäre Italien vorzeitig ausgeschieden, und über das weitere Schicksal von Roberto Donadoni als Nationalcoach müsste nicht mehr spekuliert werden. Luca Toni erklärte die Partie zu einer Frage der Ehre: «Wir sind immer noch Weltmeister und werden das beweisen.»

In der Vergangenheit hat Italien die Rumänen in 14 Spielen 10 Mal besiegt. Die einzigen zwei Niederlagen sind lange her. 1989 verloren die Italiener ein Testspiel in Rumänien ebenso 0:1 wie zuvor in der Qualifikation zur EM 1984. Das letzte EM-Endrunden-Duell endete 2000 im Viertelfinal mit einem 2:0-Sieg der Italiener. Francesco Totti und Filippo Inzaghi schossen die Tore. Rumäniens Captain Gheorghe Hagi war damals in seinem 125. und letzten Länderspiel vom Platz gestellt worden.

Keine Angst vor der 13

Es gilt als sicher, dass Donadoni sein Team auf vier Positionen umstellen wird. Serie-A-Torschützenkönig Alessandro Del Piero soll anstelle von Antonio Di Natale neben Luca Toni stürmen und die Captainbinde tragen. Im Mittelfeld übernimmt wohl Daniele De Rossi von Gennaro Gattuso den rustikalen Part. In der Abwehr könnte Fabio Grosso den Römer Christian Panucci und Giorgio Chillini den gegen Holland indiskutablen Marco Materazzi auf der Position des verletzten Abwehrchefs Fabio Cannavaro ersetzen.

Rumäniens Taktik dürfte sich gegenüber dem Franzosen-Spiel kaum ändern. Drei Dinge würden sie tun: «verteidigen, verteidigen und verteidigen», sagt Stürmerstar Adrian Mutu von Fiorentina, der wie Captain Cristian Chivu (Inter Mailand) und Paul Codrea (Siena) in der Serie A unter Vertrag steht. Mutu selber würde lieber etwas offensiver agieren.

Übrigens: Der heutige Match auf dem Letzigrund (18.00 Uhr), am Freitag dem 13., ist der 13. der 13. Fussball-EM. Das muss für Italien nichts Schlechtes bedeuten. Dort ist die 17 die Unglückszahl.

Die möglichen Aufstellungen:

Italien - Rumänien (Gruppe C)

Freitag, 18.00 Uhr. -- Letzigrund, Zürich. -- SR Övrebö (No).

Italien: 1 Buffon; 19 Zambrotta, 6 Barzagli, 4 Chiellini, 3 Grosso; 16 Camoranesi, 10 De Rossi, 21 Pirlo, 19 Cassano; 7 Del Piero, 9 Toni.

Rumänien: 1 Lobont; 2 Contra, 4 Tamas, 15 Goian, 22 Rat; 16 Nicolita, 11 Cocis, 6 Radoi, 5 Chivu; 10 Mutu, 21 Daniel Niculae.

Bemerkungen: Rumänien ohne Marica (verletzt).

Holland - Frankreich (Gruppe C)

Freitag, 20.45 Uhr. -- Stade de Suisse, Bern. -- SR Fandel (De).

Holland: 1 Van der Sar; 21 Boulahrouz, 3 Heitinga, 4 Mathijsen, 5 Van Bronckhorst; 17 De Jong, 8 Engelaar; 7 Van Persie, 23 Van der Vaart, 10 Snijder; 9 Van Nistelrooy.

Frankreich: 23 Coupet; 19 Sagnol, 15 Thuram, 5 Gallas, 13 Evra; 6 Makelele, 20 Toulalan; 10 Govou, 22 Ribéry, 7 Malouda; 12 Henry.

Bemerkungen: Holland ohne Melchiot und Huntelaar (beide verletzt), Frankreich ohne Vieira (verletzt).

(fest/sda)

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