Rücktritt von Alex Frei im Juni 2011
Der Captain geht bald von Bord
publiziert: Freitag, 5. Nov 2010 / 10:30 Uhr
Ein emotionaler Alex Frei.
Ein emotionaler Alex Frei.

Rücktritt im nächsten Sommer! Die Zeit von Alex Frei (31) im Nationalteam läuft im Juni ab. Der Stürmer will sich ab der Saison 2011/2012 auf den FC Basel konzentrieren. In der Deutschschweiz, dort, wo die Pfiffe gegen ihn am lautesten waren, wird Frei kein Länderspiel mehr zu absolvieren haben.

5 Meldungen im Zusammenhang
Nach dem EM-Qualifikationsspiel am 4. Juni 2011 in London gegen England zieht Alex Frei einen Schlussstrich unter seine Zeit in der SFV-Auswahl. Damit ist die Katze aus dem Sack. Der Captain und Rekordtorschütze der Nationalmannschaft geht zwar nicht sofort, aber er geht. Er wählt einen Abgangstermin, der ungewöhnlich ist. Mitten in einer Qualifikationsphase.

Zumindest damit wurde nicht gerechnet. Aber Frei hat diesen Entscheid reiflich überlegt. Er hat sich mit seinen engsten Vertrauten in der Familie, im FC Basel und im Schweizerischen Fussball-Verband ausgetauscht. Vor allem natürlich auch mit Nationalcoach Ottmar Hitzfeld. Frei hat über einen sofortigen Rücktritt aus der Nationalmannschaft nachgedacht, denn die wüsten und unqualifizierten Pfiffe gegen ihn anlässlich des EM-Qualifikationsspiels am 12. Oktober in Basel gegen Wales hatten ihn verletzt.

Die Emotionen sollten nicht entscheiden

Doch aus den Emotionen heraus wollte Frei den Bettel nicht hinwerfen. Einem solchen Entscheid hätte gemäss Frei auch der Beigeschmack anhaften können, «die Nationalmannschaft mit ihren sportlichen Ambitionen im Stich zu lassen». Nun ist Coach Hitzfeld froh, «in den eminent wichtigen Auswärtsspielen der Qualifikation zur EURO 2012 in Bulgarien und England auf ihn zählen» zu können.

Hitzfeld weiss, was der Schweiz an Alex Frei verloren geht. Nämlich «einer der erfahrensten und erfolgreichsten Leistungsträger der letzten Jahre sowie der torgefährlichste Schweizer Stürmer aller Zeiten.» Frei aber glaubt, einen Entscheid getroffen zu haben, der für alle Beteiligten sinnvoll ist. Er wählte einen Termin für den Rücktritt, «der den Verantwortlichen genügend Zeit lässt, personelle Alternativen zu suchen und zu finden.» Er wolle den Weg und den Platz jüngerer Offensivspieler im Nationalteam nicht längerfristig blockieren, so Frei.

Das Highlight gegen England

Frei wird für die Schweiz noch maximal vier Spiele bestreiten. Beim Test von übernächster Woche gegen die Ukraine (17. November in Genf) wird er im Aufgebot figurieren. Am 9. Februar steht danach ein weiteres Testspiel auswärts gegen Malta auf dem Programm, ehe Frei seine Nati-Karriere mit den EM-Qualifikationsspielen in Bulgarien (26. März) und in London gegen England (4. Juni) abschliesst.

Diese Karriere wird dann etwas mehr als zehn Jahre gedauert haben. Eine Dekade mit bisher 81 Länderspielen und 40 Toren. Frei hat in der SFV-Auswahl einen steilen Aufstieg erlebt, und danach einen langsamen, aber stetigen Abstieg. Schon im zweiten Länderspiel (gegen Luxemburg) gelang ihm eine Triplette. Später schoss er unter Kuhn auf dem Weg an die EM-Endrunde 2004 wichtige Tore. Er war der Liebling der (Fussball-)Nation.

Diese Rolle hatte er in den letzten Jahren nicht mehr inne. Nach dem ersten Karriere-Highlight in Portugal wehte ihm erstmals bissige Kritik entgegen ('Spuck-Affäre'). Danach nahm ihn die Öffentlichkeit je länger desto mehr als widerborstig und abgrenzend wahr. An der WM in Deutschland schoss Frei zwei wegweisende Tore auf dem Weg in die Achtelfinals, die Sympathien flogen ihm gleichwohl nicht mehr zu.

Rückkehr zum FCB machte Feinde

Spätestens nach seiner Rückkehr in die Schweiz zum FC Basel (2009) war er für viele mehr Feind als Freund, egal in welchem Trikot. Und als er im Nationalteam kaum noch traf - zuletzt im September 2009 -, wandte sich das Schweizer Publikum vollends von ihm ab. Bis zu den quälenden und peinlichen Pfiffen im St.-Jakob-Park am 12. Oktober.

Meilensteine seiner Nati-Karriere

24. März 2001 / Jugoslawien - Schweiz in Belgrad (1:1): Alex Frei wird in der 58. Minute für Hakan Yakin eingewechselt und gibt unter Enzo Trossero sein Länderspieldebüt. Mit ihm an der Seite von Stéphane Chapuisat gelingt der SFV-Auswahl fünf Minuten vor dem Ende der Ausgleich (Torschütze Chapuisat).

28. März 2001 / Schweiz - Luxemburg in Zürich (5:0): Alex Frei steht erstmals in der Startformation und erzielt drei Treffer. Das 1:0 in der 9. Minute ist sein erstes Tor für die Schweiz nach 41 Einsatzminuten in der SFV-Auswahl.

17. Juni 2004 / Schweiz - England in Coimbra (0:3): Alex Frei spuckt dem Engländer Steven Gerrard an den Trikot-Kragen. Die TV-Bilder überführen ihn, obwohl er (schlecht beraten) erklärte, er habe bloss 'putain' gerufen. Die 'Spuck-Affäre' war lanciert und Frei für drei Spiele gesperrt.

23. Juni 2006 / Schweiz - Südkorea in Hannover (2:0): Alex Frei erzielt im letzten WM-Gruppenspiel das 2:0 und sichert der Schweiz die Qualifikation für die Achtelfinals. Schon vier Tage zuvor gegen Togo hatte er getroffen. Frei schiesst an der WM 2006 zwei Tore.

22. März 2007 / Schweiz - Jamaika in Fort Lauderdale (2:0): Alex Frei ist nach der Ausbootung von Johann Vogel erstmals Captain der Nationalmannschaft. Gegen die B-Auswahl von der Karibik-Insel gelingt ihm aber kein Tor.

30. Mai 2008 / Schweiz - Liechtenstein in St. Gallen (2:0): Alex Frei trifft zweimal und löst mit seinen Nationalmannschaftstoren 34 und 35 den bisherigen Rekordhalter Kubilay Türkyilmaz (34) als Topskorer ab.

8. Juni 2008 / Schweiz - Tschechien in Basel (0:1): Alex Frei erleidet kurz vor der Pause nach einem Foul von Grygera eine gravierende Bänderverletzung im Knie und muss mehrere Monate pausieren. Das EM-Eröffnungsspiel wird zu Freis persönlichem Drama.

9. September 2009 / Lettland - Schweiz in Riga (2:2): Alex Frei schiesst kurz vor der Pause das 1:0. Es ist sein 40. Tor in der Nationalmannschaft - und das bisher letzte.

21. Juni 2010 / Schweiz - Chile in Port Elizabeth (0:1): Alex Frei ist angeschlagen, steht aber im zweiten WM-Spiel nach lautem medialem Getöse in der Startformation. Nach dem Platzverweis gegen Valon Behrami nimmt Hitzfeld Frei noch vor der Pause für einen Mittelfeldspieler vom Platz. Es ist der Tiefpunkt einer (auch) für Frei missglückten WM-Mission.

12. Oktober 2010 / Schweiz - Wales in Basel (4:1): Alex Frei erlebt einen ganz schwarzen Abend. Teile des Publikums pfeifen ihn bei jeder Ballberührung aus. Nach seiner Auswechslung deutet er mit Handbewegungen an, dass er den Rücktritt aus der Nationalmannschaft geben könnte.

(pad/Si)

Kommentieren Sie jetzt diese fussball.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Alex Frei muss unters Messer! ... mehr lesen
Frei während der Pressekonferenz in Genf.
Ottmar Hitzfeld hat für den Test ... mehr lesen
Trainer Hitzfeld setzt wieder auf Djourou und Behrami.
Alex Frei.
Vollumfänglich resignierte Alex Frei ... mehr lesen
Nun ist es raus. Alex Frei gibt drei ... mehr lesen
Alex Frei hat genug.
Retro-Fussballtrikots von der Schweizer Nati
Die Schweizer Nati wird in der WM-Quali in Basel gegen Italien spielen.
Die Schweizer Nati wird in der WM-Quali in Basel gegen Italien spielen.
Spielorte bestimmt  Der Schweizerische Fussballverband hat die Spielorte für die Nati-Länderspiele vom Herbst bestimmt. mehr lesen 
Rüegg fehlt verletzt  Der Schweizer U21-Nationaltrainer Mauro ... mehr lesen
Das Aufgebot für das Schweizer Team für die U21-EM steht.
Das Nations League-Spiel der Schweiz gegen die Ukraine wurde abgesagt und wird nicht nachgeholt.
Kein Nachholtermin  Das Nations League-Spiel zwischen der Schweiz und der Ukraine wird nicht ausgetragen. Auch am Mittwoch nicht. mehr lesen  
Für November-Spiele  Der Schweizer Nationaltrainer Vladimir Petkovic hat das Aufgebot für die November-Länderspiele bekanntgegeben. mehr lesen  
Das Aufgebot der Schweizer Nati für die November-Spiele steht.
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    grüezi Wie lasterhaft Mitleid mitunter sein kann, beweisen Sie doch gerade ... Mo, 26.12.16 20:05
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Vom Tode träumt ein negrophiles Schäfchen doch ständig. Wenn tausende Frauen in England ... Mi, 28.09.16 11:58
  • HentaiKamen aus Volketswil 1
    Kommt wieder Aber leider eine RIESEN Verlust für Leser wie mich die nicht mit dem ... Sa, 13.08.16 01:13
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    sogar nach dem Tode hat die Kassandra noch die grösste Schnauze... jaja, diese ... Fr, 12.08.16 16:30
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wow, wie hat sich die gute Kubra gemausert! Ich danke auch Ihnen ganz persönlich für die vielen harten und ... Mi, 20.07.16 20:25
  • Pacino aus Brittnau 731
    Übrigens, wusstet ihr schon . . . . . . dass die Foren von AZ (Wanner), 20min. und Schweizer Fernsehen ... Mi, 29.06.16 15:20
  • PMPMPM aus Wilen SZ 235
    Und jetzt? Ist noch online...? Liebes news-Team, schade ist die Situation so, dass etwas aufhören ... Di, 28.06.16 22:43
  • kubra aus Berlin 3232
    Danke für die gelebte Pressefreiheit. Damit mein ich durchaus auch den ... Di, 28.06.16 16:09
Lyon siegte verdient.
Frauenfussball Wolfsburgs Frauen verpassen den Sieg Die Frauen-Equipe des VfL Wolfsburg mit den drei ...
 
News
         
CBD als schmerztherapeutische Unterstützung bei Verletzungen.
Publinews Wir wollen in diesem Zusammenhang nicht von Aufputschmitteln im Fussball sprechen. Allerdings muss man diese Begriffe auch im zeitlichen Kontext sehen. Wenn man die ... mehr lesen
Das beste Training auf der Welt ist nur optimal, wenn man sich richtig ernährt.
Publinews Ohne Fleiss kein Preis. Das ist die Devise, wenn es um das Training für Fussballer geht. Wenn man nicht genügend trainiert, wird man kein Fussballer. Wenn man bereits ... mehr lesen
Ein Fussball spiel pro Woche.
Publinews Fussballvereine sind heutzutage sehr grosse Organisationen, die es verstehen richtig zu wirtschaften. Das Geschäft mit den Fussballern ist heute so wichtig wie ... mehr lesen
Grosse Talente.
Publinews Wie jeden Winter gibt es auch dieses Jahr grosse Spekulationen über mögliche Wechsel im Profifussball. Zwar würden viele europäische Topclubs gerne für ... mehr lesen
Sportler haben hohe Ansprüche.
Publinews Gerade als Sportler braucht es geplanten Stressabbau. Grundsätzlich ist der Sport selbst als Ausgleich zum Alltag gedacht. Wenn aber die sportliche Aktivität mit Leistungsdruck ... mehr lesen
Wirkt beim Heilungsprozess.
Publinews Sportliche Höchstleistungen sind nur mit einem gesunden Körper möglich. Dies betrifft vor allem Fussballer, die über eine ausgewogene Kraft-Konditions-Leistungsfähigkeit verfügen ... mehr lesen
Haustier mit Sport vereinen?
Publinews Ein Haustier ist eine schöne Sache. Ob Katze oder Hund - der Vierbeiner ist immer da und wartet aufgeregt, bis man nach Hause kommt. Haustiere spenden bedingungslose ... mehr lesen
Am Ball bleiben.
Publinews Der Fussballsport ist auf der gesamten Welt für unzählige Menschen die mit Abstand wichtigste Sportart, sowohl als ... mehr lesen
Zeit für Fussball.
Publinews Die Wochen schreiten langsam voran und rücken das Weihnachtsfest in greifbare Nähe. Für eingefleischte Sportfans in der Schweiz lohnt es, ... mehr lesen
Rudergeräte als idealer Kraft- und Ausdauersport
Publinews Sport gehört mittlerweile zum Alltag vieler Menschen dazu. Die einen erfreuen sich mehr und mehr durch den reinen Teamsport, andere ... mehr lesen
Fussball Videos
FIFA World Football Museum  Das FIFA World Football Museum direkt beim ...  
Neue Zeitrechnung für den Nati-Star  Granit Xhaka (23) wechselt zu Arsenal London in die ...  
Drei Mal in Folge «Europa League»-Sieger  Der FC Sevilla gewinnt zum dritten Mal in Folge ...  
Grosse Ehre für «King Claudio»  Wenig überraschend heisst der Trainer des Jahres ...  
Mehr Fussball Videos
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich -2°C 1°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt freundlich
Basel -2°C 2°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wechselnd bewölkt
St. Gallen -3°C -1°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt freundlich
Bern -2°C 1°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
Luzern -1°C 1°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wechselnd bewölkt
Genf -1°C 3°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
Lugano 5°C 9°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten