Deutscher Sieg und türkische Pleite
publiziert: Samstag, 2. Jun 2007 / 21:35 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 3. Jun 2007 / 18:25 Uhr

Von den Favoriten leistete sich in der EM-Qualifikation am Samstag nur die Türkei einen Fehltritt. Der Leader der Gruppe C verlor in Bosnien 2:3. Das Spitzenspiel in der ausgeglichenen Gruppe B gewann Frankreich gegen die Ukraine 2:0.

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Die grössten Schlagzeilen lieferte das Derby zwischen Dänemark und Schweden in der Gruppe F.

Die Dänen hatten zunächst ein 0:3 aufgeholt, ehe der Schiedsrichter das Spiel in der 89. Minute abbrach, weil er von einem Fan attackiert wurde.

Leistungssteigerung von Frankreich

Dank einer deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit bleibt Frankreich zuhause ohne Punktverlust. Franck Ribéry und Nicolas Anelka schossen die «Equipe tricolore» in der Gruppe B gegen die Ukraine zum 2:0.

Ribéry profitierte bei seinem zweiten Länderspiel-Treffer von einem weiten Pass von Oldie Claude Makelele (57.). Eine Viertelstunde später sicherte Boltons Anelka mit einer Einzelleistung den wichtigen Sieg der Franzosen, die auf Thierry Henry, Patrick Vieira und Willy Sagnol verzichten mussten.

Der erst 19-jährige Samir Nasri von Marseille, der als Zidane-Nachfolger gehandelt wird, kam als Spielmacher erstmals von Beginn weg zum Einsatz und zeigte eine bemerkenswerte Leistung. Die Ukraine war ohne Andrej Schewtschenko und Sergej Rebrow offensiv ohne jeglich Wirkung.

Ehrentor gegen Italien

Italien hat sich in dieser Gruppe dank des vierten Erfolges in Serie erstmals auf den 2. Platz vorgekämpft. Das 2:1 auf den Färöern verdankte der Weltmeister Milans Champions-League-Helden Filippo Inzaghi, dem beide Tore zur 2:0-Führung bis zur 48. Minute gelangen.

Die von A bis Z überlegenen Italiener hätten viel mehr Treffer erzielen müssen, doch der Umgang mit den Chancen nahm teilweise groteske und peinliche Züge an (Del Piero, Lucarelli).

Eine Viertelstunde vor dem Ende gelang dem Fähringer Rogvi Jacobsen dann sogar noch, was an der WM keinem gelungen war: ein Tor gegen Gigi Buffon aus dem Spiel heraus; Jacobsen war mit einem sehenswerten Kopfball erfolgreich.

Griechenland neuer Leader

Europameister Griechenland übernahm in der Gruppe C die Tabellenführung. Das Team von Otto Rehhagel gewann zuhause gegen Ungarn dank Toren von Georgios Seitaridis und Bundesliga-Torschützenkönig Theofanis Gekas in der ersten halben Stunde 2:0 und profitierte gleichzeitig von der ersten Niederlage der Türkei.

In Bosnien-Herzegowina gingen die Türken in der ersten Halbzeit zwar zweimal in Führung, die Nachspielzeiten wurden ihnen aber zum Verhängnis. Kurz vor der Pause schoss Nenad Dzidic das 2:2 und drei Minuten vor dem Schlusspfiff machte Belgien-Legionär Adnan Custovic den Aussenseiter-Sieg perfekt. Bosnien-Herzegowina sowie Norwegen (4:0 gegen Malta) können somit wieder von der EM träumen.

Kein Rekord für Deutschland

Über 44 Minuten lang musste Deutschland in der Gruppe D gegen San Marino anrennen, bevor dem Schalker Kevin Kuranyi das 1:0 mittels Kopfball gelang. Das Publikum in Nürnberg verabschiedete die Mannschaft erstmals unter Coach Joachim Löw mit Pfiffen in die Pause.

Danach trat der WM-Dritte dann so auf, wie erwartet und realisierte doch noch einen 6:0-Kantersieg. Der in der 59. Minute eingwechselte Mario Gomez schoss in seinem zweiten Länderspiel seine Treffer zwei und drei für Deutschland. Marcell Jansen und Clemens Fritz waren erstmals für die Nationalmannschaft erfolgreich.

Trotz der Leistungssteigerung nach dem Seitenwechsel und dem Platzverweis gegen San Marinos Davide Simoncini (54.) war der deutsche Rekordererfolg aus dem Jahr 1912 (16:0 gegen Russland) ausser Reichweite. Nach dem 13:0 im Hinspiel war über eine neue Bestmarke spekuliert worden.

Giggs letzter Nati-Einsatz

Tschechien, Deutschlands erster Verfolger in der Gruppe D, kam in Cardiff gegen Wales nicht über ein torloses Remis hinaus. Der Europameister von 1976 zeigte eine schwache Vorstellung. Die besseren Torchancen erspielten sich die Briten.

Jason Cummers traf mit einem Freistoss nur das Lattenkreuz (52.), und Ryan Giggs hätte kurz darauf seinen letzten Auftritt für Wales nach einem 50-m-Solo beinahe mit einem Tor gekrönt.

Nach seinem 64. Länderspiel für die walisische Nationalmannschaft wurde der Flügelspieler von Manchester United mit einer Ovation der 30'000 Zuschauer im Millennium Stadium verabschiedet.

Polen mit Mühe

Polen erledigte die Pflichtaufgabe in Aserbaidschan nur mit grosser Mühe. Zur Pause lag der Leader der Gruppe A sogar 0:1 in Rückstand, und es bahnte sich eine grosse Überraschung an wie Ende März, als die «Aseris», die Nummer 103 des FIFA-Rankings, gegen Finnland 1:0 siegten.

Doch in der letzten halben Stunde kehrten die Bundesliga-Professionals Ebi Smolarek (Dortmund/63.) und Jacek Krzynowek (Wolfsburg/66./90.) die Partie für Polen und führten den 3:1-Sieg herbei.

Erneute Enttäuschung für Finnland

Im Verfolgerfeld wurde Finnland zurückgebunden. Zwei Monate nach der Enttäuschung in Aserbaidschan unterlag die Equipe von Coach Roy Hodgson zuhause Serbien 0:2 und verlor den Anschluss zu den ersten Plätzen. Pech hatten die Nordeuropäer, als FCZ-Captain Hannu Tihinen beim Stande von 0:1 mittels Kopfball nach einem Corner nur die Latte traf.

Bei Serbien gab Zdravko Kuzmanovic sein Debüt. Der frühere FCB-Spieler kam im Mittelfeld während 90 Minuten zum Einsatz. Ivan Ergic (Basel) war derweil nur Ersatz.

Punkt für Liechtenstein

Mit einem erfolgreichen Flachschuss von der Strafraumgrenze verhalf Raphael Rohrer Liechtenstein in Reykjavik zu einem gerechten 1:1. Das erste Länderspieltor des 22-jährigen Stürmers von Eschen-Mauren aus der 2. Liga interregional war eine verdiente Belohnung für das klare Chancenplus des Teams von Trainer Hans-Peter Zaugg.

Das 1:1 gegen die robusten und aggressiven Isländer war der erste Punktgewinn nach vier Niederlagen in Serie. Die Liechtensteiner waren nach einem verhaltenen Start in der 27. Minute durch ein Kopftor von Brynjar Gunnarsson in Rückstand geraten. Danach verpassten sie durch Mario Frick, Michael Stocklasa und Thomas Beck noch vor der Pause den möglichen Ausgleich. Debütant Michele Polverino (Vaduz) traf zudem in der 40. Minute nur die Latte.

Gruppe A:
Kasachstan - Armenien 1:2 (0:2). Aserbaidschan - Polen 1:3 (1:0). Finnland - Serbien 0:2 (0:1). Belgien - Portugal 1:2 (0:1).

Rangliste: 1. Polen 8/19. 2. Portugal 7/14 (15:5). 3. Serbien 7/14 (10:4). 4. Finnland 7/11. 5. Belgien 7/7. 6. Kasachstan 7/5. 7. Armenien 6/4. 8. Aserbaidschan 7/4 (3:16).

Gruppe B:
Litauen - Georgien 1:0 (0:0). Frankreich - Ukraine 2:0 (0:0). Färöer - Italien 1:2 (0:1).

Rangliste: 1. Frankreich 6/15. 2. Italien 6/13. 3. Ukraine 6/12 (8:6). 4. Schottland 6/12 (11:6). 5. Litauen 6/7. 6. Georgien 7/6. 7. Färöer 7/0 (2:25).

Gruppe C:
Bosnien-Herzegowina - Türkei 3:2 (2:2). Norwegen - Malta 4:0 (1:0).

Rangliste (je 6 Spiele): 1. Griechenland 15. 2. Türkei 13. 3. Bosnien-Herzegowina 10 (13:14). 4. Norwegen 10 (13:6). 5. Ungarn 6. 6. Malta 4. 7. Moldawien 2 (3:13).

Gruppe D:
Deutschland - San Marino 6:0 (1:0). Wales - Tschechien 0:0.

Rangliste: 1. Deutschland 6/16. 2. Tschechien 7/14. 3. Irland 7/13. 4. Slowakei 6/9. 5. Wales 6/7. 6. Zypern 6/4. 7. San Marino 6/0 (1:36).

Gruppe E:
Russland - Andorra 4:0 (2:0). Mazedonien - Israel 1:2 (1:1).

Rangliste: 1. Kroatien 6/16. 2. Russland 6/14 (11:1). 3. Israel 7/14. 4. England 6/11. 5. Mazedonien 7/7. 6. Estland 6/0 (0:11). 7. Andorra 6/0 (1:26).

Gruppe F:
Dänemark - Schweden beim Stand von 3:3 (1:3) in der 89. Minute abgebrochen. Island - Liechtenstein 1:1 (1:0). Lettland - Spanien 0:2 (0:1).

Rangliste: 1. Nordirland 6/13. 2. Schweden 5/12. 3. Spanien 6/12. 4. Dänemark 4/7. 5. Liechtenstein 6/4 (4:16). 6. Island 6/4 (5:10). 7. Lettland 5/3 (4:5).

Gruppe G:
Weissrussland - Bulgarien 0:2 (0:1). Albanien - Luxemburg 2:0 (1:0). Slowenien - Rumänien 1:2 (0:0).

Rangliste (je 6 Spiele): 1. Rumänien 14 (12:4). 2. Holland 14 (8:2). 3. Bulgarien 12. 4. Weissrussland 7. 5. Albanien 6. 6. Slowenien 4. 7. Luxemburg 0 (1:11).

(bert/Si)

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