Schweden souverän
Deutscher Zittersieg gegen Kollers Österreich
publiziert: Dienstag, 11. Sep 2012 / 23:07 Uhr
Mit einem blauen Auge davongekommen: die DFB-Kicker.
Mit einem blauen Auge davongekommen: die DFB-Kicker.

Ein «Haxl» hatten die von Marcel Koller trainierten Österreicher dem grossen Bruder Deutschland stellen wollen. Trotz einem verheissungsvollen Auftritt musste sich die ÖFB-Equipe zuhause mit 1:2 geschlagen geben.

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Die beiden Erzrivalen lieferten sich im ausverkauften Ernst-Happel-Stadion einen packenden Fight. Und die als Aussenseiter eingestuften Platzherren konnten massgeblich zum Spektakel beitragen. Im Endeffekt sind die tapfer kämpfenden Österreicher für ihre couragierte Leistung viel zu schlecht belohnt worden.

Werder Bremens umstrittener Offensiv-Künstler Marko Arnautovic hätte in der 87. Minute den Ausgleich zum 2:2 erzielen müssen. Er tauchte fünf Meter vor der gegnerischen Torlinie mutterseelenalleine auf, brachte aber das Kunststück fertig, die hundertprozentige Chance auszulassen. Der Ball war etwas versprungen und Arnautovic traf das Leder nicht wunschgemäss. Es ging ein Aufschrei durch die Wiener Arena.

Harniks frühe Möglichkeiten

Die Österreicher hatten nach dem Schlusspfiff allen Grund sich zu ärgern. Der 0:2-Rückstand nach 52 Minuten hatte ganz und gar nicht den Kräfteverhältnissen auf dem Rasen entsprochen. Mit Toren kurz vor und kurz nach der Pause hatten Marco Reus und Mesut Özil den Deutschen ein zu dickes Polster beschert. Der Mittelfeld-Star von Real Madrid hatte zu einem Foulpenalty antreten können, den Veli Kavlak mit einem ungeschickten Rempler gegen Thomas Müller verschuldet hatte. Reus hatte in der 44. Minute zwei Gegenspieler umkurvt und Goalie Robert Almer mit einem Flachschuss bezwungen, obwohl dieser mit den Fingerspitzen noch am Ball gewesen war.

Ansonsten aber machten die Österreicher dem Favoriten keine Geschenke. Sie wirkten aggressiver, agiler und frischer, bestachen durch ein hartnäckiges Pressing. Ausgerechnet der in Hamburg geborene Martin Harnik besass früh mehrere Chancen, um die ÖFB-Auswahl in Front zu bringen. In der 4. Minute wurde der Angreifer vom VfB Stuttgart im letzten Moment von Holger Badstuber entscheidend gestört und in der 12. Minute strich sein an der Strafraumgrenze abgegebener Schuss bloss um einen halben Meter am entfernten Pfosten vorbei. Den überfälligen Treffer markierte dann Zlatko Junuzovic nach knapp einer Stunde. Er lenkte eine scharfe Hereingabe von Arnautovic ins Netz ab.

Viele Bundesliga-Profis - kein Wunder wie in Cordoba

Das Spiel war auch ein Vergleich zwischen zwei verstärkten Auswahlen aus der deutschen Bundesliga. Den beiden Stammformationen gehörten gleich 17 Spieler an, welche in dieser Elite-Klasse ihr Geld verdienen. Die Österreicher stellten mit drei Bremern, zwei Mainzern und je einem Legionär aus Düsseldorf, Wolfsburg, Gelsenkirchen und Stuttgart sogar noch einen Bundesliga-Profi mehr.

Gross war die Zuversicht in Österreich, nachdem das Nationalteam unter Marcel Koller starke Testspiele gezeigt hatte. Rot-Weiss-Rot hoffte im brisanten Derby gegen die «Piefkes» auf den ersten Sieg seit 1986. Immer wieder wurde auch das «Wunder von Cordoba» zitiert. Dieses hatte sich an der WM 1978 in Argentinien ereignet. Heute aber wurde kein österreichisches Märchen geschrieben. So hat eine eindrucksvolle Serie weiterhin Bestand. Deutschland hat auswärts noch nie ein WM-Qualifikationsspiel verloren! Die Vorstellung war nichtsdestotrotz bieder gewesen. Die Deutschen wirkten teilweise sehr verunsichert. Es ist nicht anzunehmen, dass die Kritik an Joachim Löw ganz verstummt. In dieser Verfassung könnte Deutschland in dieser schwierigen Gruppe (mit Schweden und Irland gehören weitere EM-Teilnehmer dazu) noch Probleme bekunden.

Österreich - Deutschland 1:2 (0:1)
Ernst-Happel-Stadion, Wien. - 47'500 Zuschauer (ausverkauft). - SR Kuipers (Ho). - Tore: 44. Reus 0:1. 52. Özil (Foulpenalty) 0:2. 57. Junuzovic 1:2. - Bemerkungen: Österreich ohne Alaba (verletzt) und Dragovic (Basel/Ersatz). Deutschland ohne Gomez und Schweinsteiger (beide verletzt).

Schweden - Kasachstan 2:0 (1:0)
Malmö. - SR Bolko (Ukr). - Tore: 37. Elm 1:0. 94. Berg 2:0.

Rangliste:
1. Deutschland 2/6 (5:1). 2. Schweden 1/3 (2:0). 3. Irland 1/3 (2:1). 4. Österreich 1/0 (1:2). 5. Färöer 1/0 (0:3). 6. Kasachstan 2/0 (1:4).

Die nächsten Spiele:
12. Oktober: Irland - Deutschland. Kasachstan - Österreich. Färöer - Schweden.

(pad/Si)

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