Deutschland oder Kroatien?
publiziert: Mittwoch, 11. Jun 2008 / 21:14 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 12. Jun 2008 / 09:32 Uhr

Im direkten Duell vom Donnerstag kann der Sieger aus Kroatien - Deutschland (18.00 Uhr in Klagenfurt) den bereits entscheidenden Schritt in die Viertelfinals machen, je nach Ergebnis der zweiten Partie zwischen Österreich und Polen (20.45 Uhr in Wien).

Lukas Podolski könnte zu seinem 50. Länderspiel kommen.
Lukas Podolski könnte zu seinem 50. Länderspiel kommen.
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Die Ausgangslage ist klar: Wenn Deutschland gegen Kroatien gewinnt und Polen gegen Österreich mindestens einen Punkt holt, steht die Equipe von Joachim Löw als Viertelfinalist fest. Kroatien dagegen wäre weiter, wenn es die Deutschen schlägt und sich Österreich im anderen Match der Gruppe B mindestens einen Zähler erobert.

Eine einzige Niederlage haben die Deutschen bisher gegen Kroatien eingesteckt, doch diese war eine für die Fussball-Geschichtsbücher. Am 4. Juli 1998 in Lyon schieden sie im Viertelfinal der WM aus, und es setzte gleich ein 0:3 ab. Nach einem Platzverweis für Christian Wörns kurz vor der Pause schossen Robert Jarni, Goran Vlaovic und Davor Suker den prominenten Gegner regelrecht ab. Im gefeierten Team, das sich letztlich Rang 3 erkämpfte, stand damals auch der heutige Trainer Slaven Bilic.

Rakitic für Petric?

Deutschland ist für Kroatien ohnehin ein ganz spezieller Gegner. Die Kovac-Brüder Niko und Robert sind ebenso in Deutschland geboren wie Ivan Klasnic, der zudem wie Ivica Olic mit einer deutschen Frau verheiratet ist. Josip Simunic (Hertha Berlin) ist einer von insgesamt sechs Bundesliga-Spielern, wie auch die beiden «Schweizer» Mladen Petric (Dortmund) und Ivan Rakitic (Schalke). Und auch Coach Bilic hat einst in der Bundesliga (Karlsruhe) gespielt.

«Wenn wir unseren besten Fussball spielen, können wir die Deutschen schlagen», ist Rakitic überzeugt. Er selbst könnte durchaus zum Einsatz kommen, nachdem er beim 1:0 gegen Österreich noch auf der Bank gesessen hat. Mladen Petric dagegen, seinem ehemaligen Basler Klubkollegen, droht der entgegengesetzte Weg. Petric hatte im Startspiel nicht überzeugt und war Mitte der zweiten Halbzeit ausgewechselt worden.

Der Respekt der Deutschen ist gross. «Sie sind ein Team mit Ambitionen, und sie haben in der Qualifikation auf dieses Turnier England zweimal geschlagen», sagt Michael Ballack, «wir werden eine noch bessere Leistung als gegen Polen bringen müssen.»

Podolski vor dem 50. Länderspiel

Bundestrainer Löw sieht es so: «Wir wollen offensiv agieren und Akzente setzen.» Mit welcher Startelf er dies umzusetzen gedenkt, verriet er nicht. Doch es ist zu erwarten, dass er auf die gegen Polen siegreiche Elf baut. So käme Doppel-Torschütze Lukas Podolski zu seinem 50. Länderspiel.

«Das grosse Ziel, das wir momentan im Visier haben, ist der Gewinn des EM-Titels. Alle anderen persönlichen Bestmarken sind nicht so wichtig. Trotzdem ist natürlich mein Ehrgeiz gross, dass ich noch viele Tore in der Nationalmannschaft schiesse», meinte Podolski, der wohl erneut im linken Mittelfeld auflaufen und Bastian Schweinsteiger in die Rolle des Ersatzmanns drängen wird.

Urs Siegenthaler, der Basler Chefscout in deutschen Diensten, hat der Mannschaft zur Einstimmung nochmals Szenen aus den beiden Qualifikationsspielen der Kroaten gegen England gezeigt.

Team-Manager Oliver Bierhoff erinnerte das Team zudem an den EM-Viertelfinal von 1996, als Deutschland auf dem Weg zu seinem dritten und bisher letzten Titel in einer hitzigen Partie die Kroaten im Viertelfinal 2:1 aus dem Weg geräumt hatte. Das 0:3 von 1998 wurde jedoch bewusst verschwiegen.

Hickersberger: «Wir spielen nicht FC Hollywood»

Österreich und Polen stehen nach ihren Start-Niederlagen beide mit dem Rücken zur Wand. «Für uns beginnt die K.o.-Phase bereits jetzt», brachte es Andreas Herzog, Assistent von Österreichs Teamchef Josef Hickersberger, auf den Punkt.

Die Bilanz der beiden Teams ist mit 3:4 Siegen ziemlich ausgeglichen, aber die beiden jüngsten Vergleiche gingen mit Siegen der Polen zu Ende. In der Qualifikation zur WM 2006 gewann Polen im Ernst-Happel-Stadion 3:1, im Rückspiel in Chorzow gab es ein 3:2.

«Ich gehe davon aus, dass wir nicht dreimal hintereinander gegen Polen verlieren», sagt Hickersberger. Doch er schiebt gleich eine Warnung nach. Polen habe ihn gegen Deutschland beeindruckt, trotz der 0:2-Niederlage. Was die taktische Ausrichtung betrifft, zeichnet sich eine deutlich offensivere Variante als zuletzt gegen Kroatien ab.

So könnte Ümit Korkmaz ebenso in die Startelf rücken wie die beiden Spitzen Roman Kienast und Erwin Hoffer. Hickersberger meint dazu nur: «Wir werden weder dicht machen noch FC Hollywood spielen. Wir versuchen, die richtige Mischung zwischen Offensive und Defensive zu finden.»

Polens Nationalcoach Leo Beehakker erwartet kein stürmendes Österreich: «Mein lieber Freund Hickersberger ist ein Realist. Er weiss, was seine Mannschaft kann und was nicht.»

In seinem Team muss er einen weiteren wichtigen Spieler ersetzen. Nach dem EM-Ende von Jakub Blaszczykowski fällt nun auch Stürmer Maciej Zurawski mit einer Oberschenkelverletzung zumindest für die nächsten beiden Spiele aus. Mariusz Lewandowski plagt eine Knöchelverletzung, dürfte aber spielen.

Die möglichen Aufstellungen:

Kroatien - Deutschland (Gruppe B)
Donnerstag, 18.00 Uhr. -- Wörthersee-Stadion, Klagenfurt. -- SR De Bleeckere (Be).

Kroatien: 1 Pletikosa; 5 Corluka, 4 Robert Kovac, 3 Simunic, 22 Pranjic; 11 Srna, 10 Niko Kovac, 14 Modric, 7 Rakitic; 19 Kranjcar; 18 Olic.

Deutschland: 1 Lehmann; 16 Lahm, 17 Mertesacker, 21 Metzelder, 2 Jansen; 4 Fritz, 13 Ballack, 8 Frings, 20 Podolski; 11 Klose, 9 Gomez.

Österreich - Polen (Gruppe B)
Donnerstag, 20.45 Uhr. -- Ernst-Happel-Stadion, Wien -- SR Webb (Eng).

Österreich: 21 Macho; 2 Standfest, 15 Prödl, 3 Stranzl, 4 Pogatetz; 20 Harnik, 6 Aufhauser, 10 Ivanschitz, 11 Korkmaz; 9 Linz, 18 Kienast.

Polen: 1 Boruc; 13 Wasilewski, 14 Zewlakow, 6 Bak, 3 Wawrzyniak; 5 Dudka, 18 Lewandowski; 17 Lobodzinski, 20 Guerreiro, 8 Krzynowek; 7 Smolarek.

Bemerkungen: Polen ohne Zurawski (verletzt).

(fest/Si)

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