Mehr Spannung und prominente Namen
Die Challenge League präsentiert sich in neuem Kleid
publiziert: Samstag, 14. Jul 2012 / 10:01 Uhr
Ist Stürmer-Star Hakan Yakin in Form?
Ist Stürmer-Star Hakan Yakin in Form?

Einen Tag nach der Super League beginnt heute auch die Challenge League, die erstmals nur zehn Teams umfasst. Bekannte (und teils neue) Namen wie Hakan Yakin, Silvan Aegerter oder David Sesa garantieren Spannung.

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Aufstiegskandidat Nummer 1 ist die AC Bellinzona. Für die «Granata» und deren Umfeld zählt nur der Aufstieg, das ist sich Trainer Raimondo Ponte bewusst. Der 57-Jährige ehemalige FCZ- und Luzern-Trainer war in der Sommerpause vom Kantonsrivalen Chiasso ins Sopraceneri gewechselt und hat gleich vier Spieler mitgenommen. Star der Mannschaft ist und bleibt aber Hakan Yakin. Der 35-jährige Ex-Internationale (87 Länderspiele) ist die Attraktion der Liga und dürfte, falls er fit ist, dank seiner fussballerischen Stärke in so manchen Spielen den Unterschied ausmachen.

Bellinzonas härteste Widersacher heissen Aarau, Winterthur, Lugano und Vaduz. Aarau war die positive Überraschung der abgelaufenen Saison, qualifizierte sich überraschend für die Barrage und forderte in dieser den FC Sion stark. Nun folgt für René Weiler und sein Team das Jahr der Bestätigung. Mit Goran Antic (Winterthur), Davide Callà (Grasshoppers) und Roman Buess (Basel) hat sich der langjährige Superligist gezielt verstärkt, allerdings gilt es den Abgang von Topskorer Shkelzen Gashi (18 Tore) zu den Grasshoppers wettzumachen. Ein Handicap ist auch der Ausfall des zweitbesten Torschützen Remo Staubli, der an einer Leistenentzündung leidet, weswegen noch ein Stürmer verpflichtet werden soll. Im Gespräch ist der Rumäne Cristian Ianu, der bereits von 2007 bis 2009 im Brügglifeld gespielt hatte.

Winterthur ist das bisher beste Challenge-League-Team in diesem Jahr. Die Mannschaft von Boro Kuzmanovic sammelte in der abgelaufenen Rückrunde 34 Punkte in 15 Spielen und übertraf damit Aufsteiger St. Gallen deutlich. Der Cup-Halbfinalist der letzten Saison hat im Gegensatz zur Konkurrenz kaum Transfers getätigt, verlor mit dem defensiven Mittelfeldspieler Luca Zuffi (Thun) und Stürmer Antic aber zwei wichtige Spieler. Als Wundertüte präsentiert sich der FC Lugano. Nachdem sich die italienischen Geldgeber zurückgezogen und im Kader ein Aderlass stattgefunden hatte, zog Präsident Angelo Renzetti die Reissleine und rüstete in den letzten Tagen mit der Verpflichtung der zwei langjährigen Super-League-Spieler Silvan Aegerter und Paulo Menezes auf. Vaduz, das am Sonntag zuhause Chiasso empfängt, hofft in erster Linie auf einen guten Saisonstart. In den beiden vorhergehenden Spielzeiten waren die Liechtensteiner, die Topskorer Moreno Merenda verloren haben, bereits in der Startphase vorentscheidend zurückgebunden worden.

Für die anderen fünf Teams der Liga geht es in erster Linie darum, den Abstieg zu verhindern. Chiasso, das eine überraschend starke letzte Saison spielte, muss die Abgänge von Trainer Ponte und einem Dutzend Spieler verkraften. Beim FC Wohlen steht die prominenteste Person an der Seitenlinie. Nach der turbulenten letzten Saison mit insgesamt drei Trainern (Urs Schönenberger, Adrian Kunz, Ryszard Komornicki) verlängerte der Vorstand den Vertrag mit Komornicki trotz Ligaerhalt nicht und ersetzte ihn durch David Sesa. Für den früheren Serie-A-Profi (Lecce, Napoli) und 36-fachen Internationalen ist es die Chance, um im Trainerbusiness Fuss zu fassen. Wil und Locarno, das den Torschützenkönig Armando Sadiku halten konnte, bleiben ihrer Philosophie als Ausbildungsvereine treu. Biel ist der einzige Vertreter, der auch der Westschweiz zugeordnet werden kann und wird seine Heimspiele in der Maladière in Neuenburg austragen.

Angleichung an die Super League

Nach der radikalen Reduktion in der letzten Saison - fünf Teams stiegen in die 1. Liga Promotion ab - wird die neugestaltete Challenge League im gleichen Format wie die Super League ausgetragen. Die Teams treten je vier Mal gegeneinander an, womit es zum Beispiel zu insgesamt 24 (!) Tessiner-Derbys kommen wird. Der Tabellenerste steigt im nächsten Frühjahr in die höchste Spielklasse auf, der Tabellenletzte verabschiedet sich in die 1. Liga Promotion. Am Wochenende finden pro Runde am Samstag (17.45 Uhr) und am Sonntag (16 Uhr) je zwei Spiele statt, das Fernsehspiel geht am Montag über die Bühne (19.45 Uhr), wird aber nicht mehr vom Schweizer Sportfernsehen sondern vom Bezahlsender Teleclub/Swisscom TV live übertragen.

(bert/sda)

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