Die Drohnenflüge über den Host-Cities
publiziert: Dienstag, 1. Jul 2008 / 20:49 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 2. Jul 2008 / 19:46 Uhr

Bern - Die EURO-Städte Basel, Bern und Zürich haben die Möglichkeit, zum Beobachten des Geschehens aus der Luft Drohnen einzusetzen, unterschiedlich genutzt. In Basel war an fünf der sechs Spieltage eine Drohne im Einsatz, in Bern ein einziges Mal.

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Insgesamt rund 100 Drohnen-Einsatzstunden wurden während der EURO 2008 gezählt, wie Stefan Hofer, Kommunikationschef des Führungsstabes der Armee, auf Anfrage sagte.

Etwa zwei Drittel seien für die Polizeien geflogen worden, der Rest im Auftrag des Grenzwachtkorps.

Gute Erfahrungen in Basel

Drohnen waren in den Städten Basel, Bern und Zürich im Einsatz. Gesteuert wurden sie jeweils von der Luftwaffe im Auftrag der Sicherheitskräfte vor Ort. In Genf wurden wegen der Nähe des Stadions zum Flughafen keine Drohnen eingesetzt.

In Basel gab es an fünf der sechs Spieltage Drohnen-Flüge. Am sechsten Tag war das Wetter zu schlecht für einen Einsatz, wie der Basler Polizeisprecher Klaus Mannhart sagte. Die Drohnen hätten sich bewährt. Über die fliegende Kamera seien Verkehrs- und Menschenströme aus der Luft beobachtet worden.

Die Live-Bilder sollten den Sicherheitsverantwortlichen Aufschluss darüber geben, in welche Richtungen sich Menschenmassen bewegten, wo sich viele Leute ansammelten und wie der Verkehr auf den Strassen lief. Aufbewahrt werden die Aufnahmen nicht. Dies sei aus Datenschutzgründen nicht möglich, sagte Hofer dazu.

In Bern rund eine Stunde lang

In Basel waren Drohnen mehrheitlich in der Umgebung des Stadions sowie über der Innenstadt im der Luft, jeweils bis nach Mitternacht. Einige Einsätze hätten schon am Vormittag begonnen, andere erst am Abend, sagte Mannhart. Fünf Reklamationen wegen Lärms seien eingegangen. «Das ist minim.»

In Bern war lediglich am späten Abend des 9. Juli eine Drohne im Einsatz, und zwar gerade eine Stunde lang, wie Thomas Jauch, Sprecher der Kantonspolizei, mitteilte. An jenem Abend spielten in der Bundesstadt die Holländer gegen Italien.

Mit dem Fluggerät wurden die Menschenströme vom Stade de Suisse zurück ins Stadtzentrum beobachtet, weil die Innenstadt bereits während des Matchs an die Grenzen der Kapazität gelangt war. Auch in Bern stand eine Aufbewahrung der Bilder nie zur Diskussion.

Dreimal in Zürich

In Zürich waren Drohnen an den drei Spieltagen im Einsatz. Man sei zufrieden mit dem Produkt, das die Armee geliefert habe, sagte Marco Cortesi, Sprecher der Stadtpolizei, lediglich. Weitere Angaben zu den Flügen machte er nicht.

Das Grenzwachtkorps konnte noch keine detaillierten Angaben zu den Drohnenflügen in seinem Auftrag machen. Eingesetzt worden seien die Flugapparate vor allem in der Deutschschweiz, sagte Thomas Schrämli von Kommando des Grenzwachtkorps. Bis in einer Woche lägen die Zahlen vor.

Der Einsatz der Drohnen während der EURO 2008 wurde vom Bund bewilligt, im Rahmen des Sicherheitsdispositivs. Die vier Schweizer Host Cities mussten über den Einsatz der Fluggeräte aber selbst entscheiden. Verrechnet wird die Dienstleistung der Armee nicht, weil es sich um einen subsidiären Einsatz handle, sagte Hofer.

(ht/sda)

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