Argentinier polarisiert
Die Trainer der Gruppe F im Porträt
publiziert: Samstag, 31. Mai 2014 / 18:00 Uhr
Alejandro Sabella coacht die favoritisierte Nationalmannschaft von Argentinien.
Alejandro Sabella coacht die favoritisierte Nationalmannschaft von Argentinien.

Die Rollen in der Gruppe F sind klar verteilt. Argentinien ist Favorit, dahinter rechnen sich Bosnien-Herzegowina, Nigeria und Iran Chancen auf Rang 2 aus. Übersteht die Schweiz die Vorrunde, würde sie sich in den Achtelfinals mit einem Team dieses Pools messen.

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Alejandro Sabella, Argentinien: Nummer 2 erstmals als Chef

Jahrelang stand Alejandro Sabella im Schatten anderer. Erst als Spieler bei River Plate in jenem von Spielmacher Norberto Alonso, später als treuer Assistent in jenem von Daniel Passarella.

Mit dem zweifachen Weltmeister hatte Sabella zwischen 1990 und 2009 die Nationalteams von Argentinien und Uruguay sowie die AC Parma (It), Monterrey (Mex) und Corinthians São Paulo betreut, ehe er im ersten Jahr als «Chef» sogleich zu zwei Titeln mit Estudiantes de la Plata kam.

Nun soll Sabella in seinem ersten WM-Turnier als Chefcoach das schaffen, was seinen Vorgängern Diego Maradona (0:4 2010) und José Pekerman (Out im Penaltyschiessen 2006 jeweils gegen Deutschland) unter anderem wegen taktischer Fehler nicht gelungen ist: den dritten WM-Titel zu gewinnen.

Das «Phlegma», wie Sabella wegen seiner Langsamkeit auf dem Platz genannt wurde, lässt sich mit seinen Entscheiden viel Zeit. Das bekam zuletzt Carlos Tevez zu spüren, der doch nicht für die WM 2014 aufgeboten wurde. Sabella möchte damit wohl den Frieden im Team nicht gefährden.

Fakten:
- Geboren am 5. November 1954 in Buenos Aires
- Grösste Erfolge als Trainer: Sieger der Copa Libertadores 2009 und argentinischer Meister 2010 (Apertura) mit Estudiantes de la Plata.

Safet Susic, Bosnien-Herzegowina: Trainer mit Stürmerblut

Wie Safet Susic als Spieler war, so lässt er auch als Trainer spielen: Offensiv. Der 59-jährige Bosnier gilt als einer der Besten seiner Zeit vom Balkan und ist in Bosnien-Herzegowina eine lebende Legende. Bei Paris St-Germain hinterliess er im Mittelfeld oder als Aussenstürmer zwischen 1982 und 1991 deutliche Spuren.

Er, der eine Trefferquote von über 50 Prozent (172 Tore) vorweisen konnte, wurde zum besten PSG-Akteur und zum besten Ausländer aller Zeiten der Ligue 1 gewählt. Seine Karriere als Trainer kam derweil weniger rasch in Fahrt.

Der Job als Nationalcoach seines Heimatlandes ist jener, den der zweifache WM-Teilnehmer mit Jugoslawien mit Abstand am längsten (seit Dezember 2009) ausübt. Davor hatte er diverse, meist kurze Gastspiele bei verschiedenen Klubs in der Türkei sowie in Frankreich und Saudi-Arabien.

Fakten:
- Geboren am 13. April 1955 in Zavidovici (ex Jugoslawien)
- Grösster Erfolg als Trainer: WM-Teilnahme 2014 mit Bosnien-Herzegowina.

Carlos Queiroz (Por), Iran: Der Lehrmeister von Figo und Co.

Auf Juniorenstufe feierte Carlos Queiroz Ende der 1980er- und Anfang der 1990er-Jahre grosse Erfolge mit Portugals «Goldener Generation» um Luis Figo, Rui Costa oder Basels neuem Trainer Paulo Sousa. Ebenfalls äusserst titelreich waren die Jahre als Assistent von Sir Alex Ferguson bei Manchester United mit dem Triumph in der Champions League 2007/08 als Höhepunkt. Das Engagement im Iran ist Queiroz' fünftes als Nationaltrainer, aber erst das zweite nach jenem vor vier Jahren mit Portugal, das den in Afrika geborenen Coach an eine WM führt. Der diplomierte Sportlehrer, der seit seiner Emigration von Mozambique nach Portugal als 22-Jähriger nie als Spitzenspieler aktiv war, hat die Chance, sich in Persien unsterblich zu machen, sollte er mit dem Iran erstmals seit 1998 (2:1 gegen die USA) ein WM-Spiel gewinnen.

Fakten:
- Geboren am 1. Mai 1953 in Nampula (Mozambique)
- Grösste Erfolge als Trainer: U19-Weltmeister 1989, U17-Europameister 1989 und U20-Weltmeister 1991 mit Portugal.

Stephen Keshi, Nigeria: Leaderfigur mit Kanten

Als einer von nur zwei Spielern neben dem Ägypter Mahmoud El-Gohary hat Stephen Keshi den Afrika-Cup als Spieler und als Trainer gewonnen. Seine Fähigkeiten als Coach mit afrikanischen Mannschaften sind unbestritten. Er schaffte auch mit Togo die WM-Qualifikation (2006), wurde dann aber noch vor Turnierbeginn durch Otto Pfister ersetzt.

Mittlerweile sieht sich der einstige Verteidiger, der einen Grossteil seiner Spielerkarriere in Belgien verbracht hat, zu Höherem berufen. Bereits mehrmals liess der «Big Boss» durchblicken, dass er für ein Engagement in Europa bereit wäre. Zuletzt war davon zu lesen, dass er nach Vertragsende in diesem Jahr Nationaltrainer von Südafrika werden soll.

«Sechs Länder sind an mich herangetreten, deshalb wird Nigeria nicht meine letzte Station als Coach sein», wurde der 52-jährige Keshi zitiert. Er soll sich vor allem daran stören, dass sich der Verband immer wieder in seine Belange einmischt und dass nicht zum ersten Mal viel Energie mit Prämienverhandlungen verpufft wird.
 
Fakten:
- Geboren am 23. Januar 1962 in Lagos
- Grösste Erfolge als Trainer: Afrika-Cup-Sieger 2013 mit Nigeria, WM-Qualifikation 2006 mit Togo.

(awe/Si)

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