EURO 2008: Hohe Priorität für MeteoSchweiz
publiziert: Donnerstag, 5. Jun 2008 / 12:00 Uhr

Die Wetterwünsche der Fussballfans für die nächsten drei Wochen sind wohl klar. Sonnige Frühsommertage mit hohen Temperaturen. Blitz und Donner sollen jedoch möglichst nur auf dem Rasen in Form von Toren folgen.

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Jeder kennt die Situation: Das Vorhaben, einen herrlichen Sommertag bei sportlicher Betätigung oder mit einem Grillplausch ausklingen zu lassen, wird manchmal von einem Unwetter durchkreuzt.

Ein Gewitter mit intensivem Niederschlag, Sturmböen und Hagel macht zuweilen einen (heftigen) Strich durch die Rechnung.

Felix Schacher, Dienstmeteorologe bei MeteoSchweiz, kennt die Gefahren im Monat Juni: «Von der Statistik her ist es einer der schwierigsten Monate, weil verschiedene Faktoren zusammenkommen. Einerseits beginnt Ende Mai die Saison der heftigen lokalen Gewitter, die bis September andauert.

Dazu kommt noch die sogenannte Schafskälte mit länger andauernden Niederschlägen und Schneeschmelze, so dass Bäche sehr rasch über die Ufer treten.»

Schlimmster Fall Verschiebung

Kaum jemand mag sich die Vorfreude auf die EURO durch den Gedanken an mögliche Spielverschiebungen wegen sumpfiger Terrains trüben lassen. Bei der UEFA ist man sich des Risikofaktors «Wetter» sehr wohl bewusst.

Medienchef Rob Faulkner: «In den letzten Jahren hatten wir stets Glück, aber dieses Szenario steht natürlich auf unserer Agenda. Wir müssen als Worst Case einkalkulieren, dass ein Spiel ausfallen könnte.»

Falls der Schiedsrichter in Absprache mit dem UEFA-Delegierten ein Spiel kurzfristig aus meteorologischen Gründen verschieben müsste, würde es gemäss Faulkner auf den nächsten Tag neu angesetzt, sofern alle daraus entstehenden logistischen Probleme gelöst werden können.

«An Tagen, an denen nur ein Spiel im Programm steht, würden wir versuchen, es am nächsten Tag um 18 Uhr im selben Stadion auszutragen, bei zwei Spielen schon um 15 Uhr.»

Kooperation mit allen Behörden

Um potenzielle Wetterunbill frühzeitig erkennen zu können, arbeitet das OK eng mit MeteoSchweiz zusammen. Der nationale Wetterdienst, der für die EURO mit dem nationalen Wetterdienst von Österreich, der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik, kooperiert, wird mehrere Male pro Tag Bulletins und bei Bedarf sofort Warnungen versenden.

Alle relevanten Informationen bezüglich Spiel- und Trainingsorte gehen direkt an den Veranstalter: Wetterprognosen, Minimum- und Maximumtemperatur, Luftfeuchtigkeit, Windgeschwindigkeit, Regen- und Gewitterrisiko sowie Warnungen vor Gewitter, Hagel, Sturm und Hitzewellen.

Moderne Stadien schützen an und für sich gut vor schlechtem Wetter. Das Gesamterlebnis EURO spielt sich aber auch ausserhalb ab - auf Strassen, Fanmeilen und Public-Viewing-Zonen oder auf Campingplätzen, wo natürlich auch Hochwasser droht.

MeteoSchweiz steht deswegen nicht nur mit den Organisatoren in enger Verbindung, sondern auch mit allen anderen relevanten Stellen wie Luftwaffe, Bevölkerungsschutz, Nationaler Alarmzentrale und Flugsicherung, die für das Wohl der Allgemeinheit und damit auch der übrigen EURO-Konsumenten verantwortlich sind.

«Das ist für uns aber schon fast Routine, das machen wir immer so», erklärt Bärbel Zierl, die Informationsbeauftragte bei MeteoSchweiz.

Aktuelle Lage instabil

Zumindest für die ersten Tage drohen wohl keine Worst-Case-Szenarien. Für die nächsten Tage werden tiefere Temperaturen mit erhöhter Niederschlags-Wahrscheinlichkeit vorausgesagt. «Die Wetterlage ist aber im Moment sehr instabil, so dass es ganz schwierig ist, genaue Voraussagen zu machen», sagte Schacher.

(von Marco Keller/Si)

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