EURO 2008: Kurzporträts Gruppe A
publiziert: Freitag, 6. Jun 2008 / 10:08 Uhr / aktualisiert: Freitag, 6. Jun 2008 / 19:13 Uhr

In der Gruppe A kommt es am Samstag zu den Begegnungen zwischen Gastgeber Schweiz und Tschechien sowie zwischen Portugal und der Türkei.

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Schweiz: Die Hoffnung der Gastgeber

Die Serie der Testspiele knickte in der Schweiz mit jeder Partie die Euphorie, die nach der WM geherrscht hatte. Der Arbeitstitel «Europameister 2008» wurde zur ultimativen Forderung erhoben, zwei Jahre später grassiert nun aber die Angst, an der Heim-EM zu enttäuschen. Die Euro 2004 in Portgual war für die SFV-Auswahl die erste Begegnung mit der Elite; seither machte das Team von Köbi Kuhn wohl Fortschritte, die es in der WM-Qualifikation und auch an der Endrunde in Deutschland offenbarte.

Seit dem Ausscheiden im Achtelfinal integrierte Kuhn junge Spieler wie Gökhan Inler oder Gelson Fernandes, derweil der ehemalige Captain Johann Vogel in Ungnade und aus dem Kader fiel. Die grösste Unruhe im Frühjahr 2007 wurde wohl (vorübergehend) überstanden, doch neue Krisenherde waren spätestens im Herbst mit den Niederlagen gegen Japan, die USA sowie Nigeria auszumachen und erreichten mit dem 0:4 im März gegen Deutschland einen weiteren Tiefpunkt.

SCHWEIZ. Gründung Verband: 1895. - FIFA-Beitritt: 1904. - FIFA-Ranking (Stand Mai 2008): 48. - EM-Teilnahmen (2): 1996 (Vorrunde), 2004 (Vorrunde). - Qualifikation: Gastgeber. - Nationalcoach: Köbi Kuhn.

Portugal: Viel Talent und wenig Teamgeist

Die Portugiesen sind zum vierten Mal de suite an einer EM-Endrunde und vermochten sich bei jeder Austragung zu steigern. 1996 scheiterten sie im Viertelfinal an Tschechien, vier Jahre später im Halbfinal am späteren Europameister Frankreich, und vor vier Jahren an der Heim-EM unterlag das Team von Luiz Felipe Scolari im Final den überraschenden Griechen. Die Zeit der «Goldenen Generation» um Rui Costa und Luis Figo ist nun vorbei, die jungen Spieler um Cristiano Ronaldo drängen nach. Allerdings setzten sich die Portugiesen in der Qualifikation nur mit Mühe und äusserst knapp durch.

Gegen die direkten Konkurrenten Polen, Finnland und Serbien gelang kein Sieg, und Scolari hatte sich gegen Serbiens Ivica Dragutinovic gar einen handfesten Ausrutscher erlaubt. Talent ist in Portugals Team fraglos vorhanden, doch bemerkte Finnlands Hannu Tihinen vom FC Zürich: «Sie sind elf Individualisten und keine Mannschaft.»

PORTUGAL. Gründung Verband: 1914. - FIFA-Beitritt: 1923. - FIFA-Ranking: 9. - EM-Teilnahmen (4): 1984 (Halbfinals), 1996 (Viertelfinals), 2000 (Halbfinals), 2004 (Final). - Qualifikation: 2. Platz in der Gruppe A. - Bester Torschütze in der Qualifikation: Cristiano Ronaldo (8 Tore). - Nationalcoach: Luiz Felipe Scolari (Br). - Bilanz der Schweiz gegen Portugal: 19 Spiele/8 Siege/5 Remis/6 Niederlagen. - Letztes Spiel: Portugal - Schweiz 1:0 (in Porto, 13. Oktober 1993).

Türkei: Hohe Erwartungen am Bosporus

International hat die Türkei bisher nur wenige Spuren hinterlassen. Vor dem 3. Rang an der WM in Japan und Südkorea im Jahr 2002 hatte sie sich nur für die WM 1954 in der Schweiz sowie die EM-Endrunden in England (1996) und Belgien und Holland (2000) qualifiziert. Doch jener Exploit an der WM in Asien liess die Erwartungen am Bosporus in die Höhe schnellen.

Entsprechend gross war die Enttäuschung nach dem Scheitern in der WM-Qualifikation 2005 gegen die Schweiz. Damals war die Stimmung von Nationaltrainer Fatih Terim aufgeheizt worden. Als Folge der üblen Szenen nach Spielschluss musste die Türkei die ersten drei Partien der EM-Qualifikation im Ausland und ohne Zuschauer austragen. Den entscheidenden Sieg landete die türkische Auswahl so erst im vorletzten Spiel in Norwegen (2:1).

TÜRKEI. Gründung Verband: 1923. - FIFA-Beitritt: 1923. - FIFA-Ranking: 25. - EM-Teilnahmen (2): 1996 (Vorrunde), 2000 (Viertelfinals). - Qualifikation: 2. Platz in der Gruppe C. - Bester Torschütze in der Qualifikation: Hakan Sükür (6 Tore). - Nationalcoach: Fatih Terim. - Bilanz der Schweiz gegen Türkei: 14 Spiele/4 Siege/3 Remis/7 Niederlagen. - Letztes Spiel: Türkei - Schweiz 4:2 (in Istanbul, 16. November 2007).

Tschechien: Generationenwechsel vollzogen

Der Schweizer Startgegner hat den Generationenwechsel mit Erfolg vollzogen. Nach dem enttäuschenden Vorrunden-Aus bei der WM 2006 qualifizierte sich die Auswahl von Coach Karel Brückner souverän als Gruppensieger vor Deutschland für die EM. Der Trainer strafte mit der vierten Endrunden-Teilnahme eines rein tschechischen Teams seine Kritiker Lügen.

Seit dem 1:2 im Heimspiel gegen Deutschland im März 2007 stand er unter Beschuss, die Medien forderten eine neue, harte Hand. Doch der 68-Jährige hielt den Wirren stand. Er hat den Umbau nach den Rücktritten von Pavel Nedved, Karel Poborsky und Vladimir Smicer geschafft. Geblieben sind zwar noch immer Oldies wie Jan Koller (34), doch das Kommando haben andere übernommen, zum Beispiel Goalie Petr Cech von Chelsea. Doch frei von Sorgen sind die Tschechen am Vorabend der EURO nicht. Arsenal-Star Tomas Rosicky fällt aus; weder in seiner Funktion als Regisseur noch als Captain ist bisher Ersatz in Sicht. Und Pavel Nedved hat sich nicht zum Comeback überreden lassen.

TSCHECHIEN. Gründung Verband: 1993 (zuvor Tschechoslowakei). - FIFA-Beitritt: 1993 (zuvor Tschechoslowakei). - FIFA-Ranking. 6. - EM-Teilnahmen (6): 1960 (Halbfinals), 1976 (Europameister), 1980 (Vorrunde), 1996 (Final), 2000 (Vorrunde), 2004 (Halbfinals). - Qualifikation: 1. Platz in der Gruppe D vor Deutschland. -- Bester Torschütze in der Qualifikation: Jan Koller (6 Tore). - Nationalcoach: Karl Brückner. - Bilanz der Schweiz gegen Tschechien (seit 1993): 3 Spiele/1 Sieg/0 Remis/2 Niederlagen. - Letztes Spiel: Tschechien - Schweiz 3:0 (in Drnovice, 18. August 1999).

(tri/sda)

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