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Ein vorgezogener Final für den FCB
publiziert: Donnerstag, 16. Dez 2004 / 08:00 Uhr

Zum letzten Mal in diesem Jahr rückt Basel ins Zentrum der Fussball-Schweiz. Mit einem Sieg gegen Feyenoord Rotterdam ist dem Schweizer Meister im UEFA-Cup die Qualifikation für die Sechzehntelfinals gewiss. Unter günstigen Umständen genügt den Baslern sogar ein Remis.

Christian Gross: "Ich gehe davon aus, dass wir einen Sieg brauchen, um weiterzukommen"
Christian Gross: "Ich gehe davon aus, dass wir einen Sieg brauchen, um weiterzukommen"
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Vor dem letzten Spieltag (20.45 Uhr) in der Gruppe A stehen Leader Feyenoord und Schalke 04 bereits als Teilnehmer der nächsten Runde fest. Basel ist mit vier Punkten an dritter Stelle platziert, gefolgt von Hearts of Midlothian (3) und Ferencvaros (1).

Zeitgleich zur Partie im St.-Jakob-Park ringen die Hearts in Schottland gegen die sieglosen Ungarn um ihre letzte Chance. Sollte der FCB nicht mehr als ein Remis erreichen, dürfte der schottische (Fern-)Konkurrent keinesfalls gewinnen. Gewänne Basel indes sogar 2:0, würde der Schweizer Meister dank der Anzahl geschossener Auswärtstore auf Platz 1 vorrücken und könnte so Mitte Februar ein Duell mit einem Dritten der Champions-League-Vorrunde vermeiden.

Kein Interesse für Theorien

In der Theorie liessen sich problemlos zahlreiche Varianten konstruieren. Für solche Rechenübungen interessiert sich primär Christian Gross wenig. Der Coach wird seinem Team vermitteln, dass von den Ungarn keine Hilfe zu erwarten sei. "Ich gehe davon aus, dass wir einen Sieg brauchen, um weiterzukommen", erklärte der Coach deshalb. Was die Basler zum Jahresabschluss benötigen, ist klar: "Feyenoord hat einen europaweit bekannten Namen. Deshalb müssen wir eine grosse Leistung zeigen."

Der unnötige Punktverlust in der Meisterschaft gegen Thun (3:3) will nicht viel heissen. Topskorer Christian Gimenez trägt in der Offensive Qualität ins Team zurück, in der Viererkette ist die (dringend benötigte) Rückkehr von Alexandre Quennoz zu erwarten.

Anzunehmen ist aufgrund der Ausgangslage, dass Gross im Sturm neben dem gesetzten Gimenez abermals auf César Carignano setzt und hinter dem Duo den Schwerarbeiter Julio Hernan Rossi nominiert. Denkbar wäre deshalb, dass Sébastien Barberis im rechten Couloir Mile Sterjovski und David Degen vorgezogen würde, um das (offensive) Mittelfeld zu stabilisieren.

Im Vorfeld des "Finals", wie Gross den Stellenwert der Partie aus seiner Sicht treffend beschrieb, haben Nörgler, die Gross´ taktische Flexibilität schon nach zwei, drei Niederlagen in Frage stellten, geschwiegen. Seit dem Coup in Ungarn, als die Basler in ärgster Not einen 0:1-Rückstand zum bemerkenswerten 2:1-Erfolg zu korrigieren wussten, fehlt jeglicher zu massiver Kritik.

Feyenoords Qualität im Sturm

Anfang Woche hat sich die Basler Delegation in der herrlichen Hotelanlage auf der Saiger Höh´ niedergelassen. Im Schwarzwald erholten sich die Spieler bis gestern Mittwoch von den Strapazen der letzten Wochen und studierten das Video der Partie Feyenoord - PSV (3:3) vom letzten Sonntag.

In der Analyse des holländischen Spitzenkampfes erkannten die Basler die Schwächen und Stärken des Tabellenvierten der Ehrendivision ziemlich gut. Die Abwehr um den hüftsteifen Captain Patrick Paauwe hat insbesondere bei Standardsituation auffällig oft Orientierungsprobleme. "Da müssen wir uns sicher nicht verstecken", denkt auch Philipp Degen.

Der junge FCB-Verteidiger, der vermutlich sein vorläufig letztes Spiel in Rot-Blau bestreitet und schon im Winter nach Dortmund wechselt, kennt aber auch die Vorzüge der Rotterdamer nicht erst seit dem Video-Studium. Feyenoords Stürmer, sagt Degen, seien wirklich gut.

Er meint in erster Linie den Internationalen Dirk Kuijt und Salomon Kalou, den sprintstarken Spieler von der Elfenbeinküste. Die beiden derzeit besten Torschützen der holländischen Liga gilt es zu stoppen: "Wenn es geht, dürfen wir kein Tor einfangen und sicher nicht mehr so fahrlässig spielen wie in der zweien Halbzeit gegen Thun."

(von Sven Schoch/Si)

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