Eine WM nahe der Perfektion
publiziert: Montag, 14. Jul 2014 / 21:09 Uhr / aktualisiert: Montag, 14. Jul 2014 / 21:57 Uhr
FIFA Präsident Sepp Blatter.
FIFA Präsident Sepp Blatter.

FIFA-Präsident Sepp Blatter zog erwartungsgemäss ein sehr positives Fazit von der 20. Weltmeisterschaft. Er verteidigte die Schiedsrichter und zeigte sich erstaunt über die Wahl von Lionel Messi zum besten Spieler des Turniers.

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9,25 von 10 möglichen Punkten gab Blatter dem Turnier in Brasilien. «Gegenüber der WM in Südafrika vor vier Jahren haben wir uns verbessert, aber die Perfektion gibt es nicht», urteilte der Walliser, der an die afrikanischen Organisatoren damals eine 9 verteilt hatte. Was das Turnier in Brasilien so speziell gemacht habe, sei die Qualität des Fussballs und die Intensität der Spiele.

«Zu Beginn wurde sehr offensiv gespielt. Bei früheren Weltmeisterschaften hatten die Mannschaften Angst zu verlieren. Das war diesmal nicht der Fall. Es gab viele Tore, viele Torchancen. In der K.o-Runde war das Spiel taktischer, aber alle Partien waren intensiv. Der Fussball hat gewonnen dank dem, was auf dem Feld gezeigt wurde, und dank dem Fairplay.»

Zum guten Gelingen der WM hätten auch die Schiedsrichter beigetragen. Blatter verteidigte die Unparteiischen vor der Kritik, in verschiedenen Fällen zu wenig hart durchgegriffen zu haben: «Wenn sie mal genau hinschauen, werden sie sehen: Es gab intensivere Spiele, weniger Verletzungen, mehr Leidenschaft.» Zu den Kritikern gehörte auch der abgetretene Schweizer Nationalcoach Ottmar Hitzfeld: «Ich hätte mit die eine oder andere gelbe Karte mehr gewünscht, etwa gegen Frankreichs Giroud nach dessen Foul gegen Steve von Bergen.»

«Nicht ganz so zufrieden», war Blatter mit dem Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung. Er habe mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin darüber geredet: «Wir werden unsere Bemühungen noch verstärken.» In den brasilianischen Stadien war es zu einigen Zwischenfällen gekommen, etwa schwulenfeindliche Gesänge und rechtsextreme Banner. Alles blieb zu Blatters Enttäuschung ohne Konsequenzen.

Der FIFA-Präsident äusserte sich auch zur Sperre gegen Luis Suarez, die er als sehr hart bezeichnete, und zur Wahl von Messi zum besten Spieler des Turniers durch die «Technische Studiengruppe»: «Soll ich diplomatisch sein oder die Wahrheit sagen? Ich war selbst ein wenig überrascht. Die Wahl lässt sich aber damit erklären, dass Messi in der Vorrunde entscheidende Tore geschossen hat.» Alles in allem konnte Blatter nach seiner fünften WM als Präsident sagen: «Ich bin glücklich, ich bin ein sehr glücklicher Mann.»

(fest/sda)

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