Beckhams Freistoss-Tor zwang Deutschland zum Nachsitzen
England jubelt - Katzenjammer in Deutschland
publiziert: Sonntag, 7. Okt 2001 / 16:37 Uhr

Berlin/London - «Wer die Vorlage der Griechen in England nicht nutzt, verdient es nicht, als Gruppensieger zur WM zu fahren. Das 0:0 gegen Finnland war der absolute Tiefpunkt in der Aera Völler.» TV-Analytiker Günter Netzer hält mit Kritik an Deutschland nicht zurück. Die DFB-Auswahl muss nun gegen die Ukraine um die WM-Teilnahme spielen.

Noch nie ist der dreifache Welt- und Europameister in einer Ausscheidung gescheitert. Doch nach den frühzeitigen Eliminationen an der WM 1998 in Frankreich (Viertelfinals) und in den Gruppenspielen an der EM-Endrunde 2000, droht Deutschland gegen die Ukraine in den Entscheidungsspielen am 10./11. und 13./14. November gegen die Ukraine um ihren Superstar Andrej Schewtschenko sogar das frühzeitige Aus.

Abwehrchef Jens Nowotny fasst den Frust nach der Nullnummer auf Schalke und dem «goldenen» Freistoss-Schuss von David Beckham zum 2:2 Englands gegen Griechenland zusammen: «In der Kabine herrschte Bedrücktheit und Fassungslosigkeit. In der für uns noch ungewohnten Viererkette müssen wir mehr miteinander reden, damit die Abstimmung funktioniert. Vorne hätten wir einfach die eine oder andere Chance nutzen müssen. Dennoch bin ich zuversichtlich, dass wir gegen die Ukraine das WM-Ticket noch lösen werden.»

In Deutschland ist nach dem «Nachsitzen» erneut wie nach der EM- Schmach der Katzenjammer ausgebrochen: «Die erste Halbzeit war ohne Mut und Risiko, aber erfreut stellte ich doch in der zweiten Halbzeit eine Steigerung fest. Wir haben gegen die Finnen alles versucht, aber das goldene Tor ist nicht gefallen. Ich mache auch Oliver Bierhoff keinen Vorwurf. Er hatte drei oder vier Chancen, aber es fehlten die berühmten Zentimeter», sagte Teamchef Rudi Völler nach der vergebenen WM-Chance. «Ich bin überzeugt, dass wir in der Relegation bestehen werden. Wir dürfen nicht liegen bleiben, dafür gibt es keinen Grund.»

Mangel an Kreativität

Deutschland war jahrelang vom Glück begünstigt, vom Glück einer Resultatkorrektur in letzter Minute. Nun hat sich auch das Glück von unserem nördlichen Nachbarn abgewendet. Die Rückschläge sind aber nicht Produkte des Zufalls, sondern Indiz jahrelanger Versäumnisse in der Ausbildung und vernachlässigter Nachwuchsarbeit. Deutschland hat keinen Figo, keinen Raul, keinen Zidane, keinen Beckham, keinen Owen und keinen Rosicky. Das Spiel ist unispiriert, führungslos und altmodisch. Allein mit deutschen Tugenden wie Einsatz, Athletik, Kraft, Rennen und Malochen ist im internationalen Fussball kein Erfolg mehr möglich. Einflüsse von aussen, von anderen Ländern, fehlen in Deutschland. England hat Einsicht gezeigt und mit der Verpflichtung des Schweden Sven-Göran Eriksson neue Impulse und vor allem Kreativität gewonnen.

Die Angst um die Zukunft des deutschen Fussballs ist allgegenwärtig. Die U21-Junioren haben -- im Gegensatz zur Schweiz-- die EM-Achtelfinals erneut wie zwei Jahre zuvor, verpasst. «Wenn kein Umdenken in den Vereinen erfolgt, schlägt sich dies ganz schnell auf unsere Nationalmannschaft negativ nieder», warnt U21- Coach Hannes Löhr, der sein letztes Pflichtspiel als DFB-Trainer bestritt. Der 59-jährige Fussball-Lehrer geht Ende Saison in den Ruhestand. Sein Nachfolger steht noch nicht fest. Der ehemalige Schweizer Nationalcoach Uli Stielike und Dortmunds Spielerveteran Jürgen Kohler sind im Gespräch.

Keine Einsatzchance für Talente

Löhr sieht seit langem die Gefahr, dass die von ihm mit ausgebildeten Talente in der Bundesliga wegen der hohen Zahl ausländischer Spieler auf den Reservebänken der Vereine versauern und ohne die nötige Spielpraxis bald in der Versenkung verschwinden. «Wir erreichen ihre Einsätze aber nicht nur durch eine Quotenregelung, sondern mit Hilfe der Trainer», meinte der scheidende Coach und hält ein Plädoyer für die jungen Profis: «Sie haben sich eine Förderung durch die guten Leistungen in deutschen Nachwuchs-Teams verdient. Meine Kollegen müssen nur den Mut haben, sie regelmässig einzusetzen.»

Mit Ballack und Deisler ist ein erster Schritt gemacht. Es müssen aber unverzüglich weitere motivierte Talente eingebaut werden. Stürmer wie der 33-jährige Oliver Bierhoff, der gegen Finnland etliche Chancen versiebte, müssen ausgemustert werden. Der mit 31 Toren in 58 Länderspielen erfolgreichste aktive deutsche Internationale wurde mit Pfiffen und Schmährufen verabschiedet.

Erste Genugtuung in England

Nach der WM-Qualifikation stieg im Fussball-Mutterland England die Party. In den Pubs und auf der Strasse wurde gefeiert. Seit Eriksson das Szepter auf der britischen Insel führt, hat England neue Tugenden erkennen lassen. «Wir zeigten Charakter in jedem Spiel, auch wenn es nicht lief», befand der seit Februar im Amt stehende Schwede. «An der WM müssen wir aber besser spielen als gegen Griechenland. Wir stehen erst am Anfang einer verheissungsvollen Zukunft. Viele junge Talente sind vorhanden, die bereit sind, umzudenken, mitzuziehen und Verantwortung zu tragen.» Eriksson baut um Beckham, Owen, Gerrard und Ashley Cole eine taktisch wie spielerisch ebenso neuzeitliches Team aus und hat dem einstigen «kick and rush» endgültig den Rücken gekehrt.

(kil/sda)

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