Englands Angst vor der Katastrophe
publiziert: Dienstag, 5. Jun 2007 / 08:28 Uhr

Vor dem EM-Qualifikationsspiel in Estland geht in England die nackte Angst um. Gegen den punkt- und torlosen Fussball-Zwerg ruhen die Hoffnungen der schwach gestarteten Briten vor allem auf Rückkehrer David Beckham.

David Beckham soll England aus der Krise helfen.
David Beckham soll England aus der Krise helfen.
Insgesamt 19 Spiele stehen am Mittwoch auf dem Programm. Wirklich brisante Partien sind aber nur wenige darunter. Weltmeister Italien gastiert in Litauen, Spanien in Liechtenstein; Frankreich empfängt Georgien, Deutschland spielt zuhause gegen die Slowakei. Spannung verspricht vor allem die Gruppe E mit England, Kroatien, Russland und Israel.

Die englische Boulevardpresse hat die Katastrophe schon genau beziffert. Sollten Englands Fussball-Stars die EURO 08 verpassen, gingen dem Verband 60 Millionen Euro durch die Lappen, rechnete die «Sun» vor. «Ein Sieg ist lebenswichtig», sagt Captain John Terry vor dem Duell mit der Nummer 110 der Weltrangliste, die bislang alle sechs Spiele in der Gruppe E verlor und kein einziges Tor erzielte.

Ungewohnte Rolle

Dennoch ist den Engländern nicht wohl bei der Reise zum Fussball-Zwerg. «Es ist gefährlich zu glauben, es wird einfach», meinte Teammanager Steve McClaren, der die Esten am Samstag beim 0:1 gegen Kroatien beobachtete. Dass plötzlich eine Mannschaft, die von der FIFA hinter Hongkong und Benin geführt wird, eine Gefahr für die stolzen Three Lions darstellt, haben sie sich jedoch selbst zuzuschreiben.

Der Weltmeister von 1966, der nur eines der letzten sieben Länderspiele gewann (3:0 gegen Andorra), hinkt in der Qualifikation der Konkurrenz hinterher. Kroatien (16 Punkte), Russland und Israel (je 14) liegen vor England (11). «Die Tabelle lügt nicht», sagte Torhüter Paul Robinson: «Wir können uns nicht verstecken, wir müssen gewinnen.»

In einer schwierigen Zeit, in der der Trainer in der Kritik steht und die Stars den Zorn der Fans zu spüren bekommen, machten das 1:1 am Freitag gegen Rekordweltmeister Brasilien und die gelungene Rückkehr des verlorenen Sohnes David Beckham Mut. «Aus diesem Spiel ziehen wir Selbstvertrauen», sagte Frank Lampard, der derzeit besonders den Unmut der Anhänger zu hören bekommt und gegen Brasilien fast über die gesamte Spielzeit ausgebuht wurde. Der Mittelfeldspieler von Chelsea lobte vor allem Rückkehrer Beckham, der England nun aus der Krise helfen soll: «David gibt uns die richtige Balance im Mittelfeld. Er passte sofort wieder rein und war wieder einer von uns.»

Kroatiens Heimrekord

Während die Engländer um den Kontakt zur Tabellenspitze bangen, könnte Leader Kroatien einen weiteren grossen Schritt zur Qualifikation machen. In Zagreb geht es gegen Verfolger Russland auch darum, die Ungeschlagenheit in Heimspielen auf 32 Pflichtpartien auszubauen. Das Team von Slaven Bilic, der für den Spitzenkampf auch den - allerdings angeschlagenen - Basler Torschützenkönig Mladen Petric aufgeboten hat, ist seit seiner Unabhängigkeit 1994 noch in keinem EM- oder WM-Ausscheidungsspiel im eigenen Land bezwungen worden.

Bilic sorgt sich allerdings um die Fitness seiner Söldner nach anstrengenden Meisterschaften in ganz Europa, während die russischen Spieler erst eine halbe Saison hinter sich haben. Er würde sich deshalb auch mit einem Unentschieden zufrieden geben: «Wir wissen, dass ein Punkt für uns genug sein könnte, doch wir möchten unsere Fans mit einem Sieg entschädigen.»

Die Hoffnungen der Kroaten ruhen bei diesem Unterfangen erneut auf den in Brasilien geborenen Goalgetter Eduardo da Silva, der am Samstag den fünften Sieg im sechsten Spiel mit seinem sechsten Ausscheidungstreffer ermöglicht hatte. Petric wird aus Schonungsgründen wohl vorerst erneut auf der Ersatzbank Platz nehmen müssen.

Die Russen, welche mit einem Sieg in Zagreb die Tabellenspitze übernehmen könnten, schossen sich am Samstag gegen Andorra mit einem 4:0-Erfolg warm. Matchwinner beim vierten Vollerfolg in der Gruppe war Alexander Kerschakow mit einem Hattrick. Dennoch war Coach Guus Hiddink mit der Performance seiner Mannschaft nicht zufrieden: «Wir vergaben zu viele Torchancen, waren nicht effizient. Gegen einen starken Widersacher wie Kroatien können wir uns die gleichen Fehler nicht erlauben.»

(bert/Si)

 
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