Favre über Cruyff
«Er revolutionierte das Spiel»
publiziert: Freitag, 25. Mrz 2016 / 14:19 Uhr / aktualisiert: Freitag, 25. Mrz 2016 / 15:02 Uhr
«Seine Beinarbeit, unglaublich...»
«Seine Beinarbeit, unglaublich...»

Johan Cruyff hat weltweit preisgekrönte Trainer und renommierte Spieler geprägt und inspiriert - unter ihnen Lucien Favre: «Er machte alle besser», schwärmt der Schweizer Erfolgscoach.

3 Meldungen im Zusammenhang
Auf dem Höhepunkt seiner mehrjährigen Ära bei Mönchengladbach hatten englische Journalisten den Namen Borussia Barcelona entworfen. Ein schöneres Kompliment gab es nicht für den Fussball-Ästheten Lucien Favre. Der niederländische Ballkünstler erfuhr bei einem Besuch in Lausanne vom Kunstwerk des glühenden Cruyff-Verehrers und liess ihm ein signiertes Trikot zukommen. Für die Nachrichtenagentur sda analysiert Favre den verstorbenen Fussball-König.

Der erste Kontakt reicht über zwei Jahrzehnte zurück. Im Winter 1993 war er ihm ganz nah, dem Maestro, dem Trainer mit den genialen Ideen und virtuosen Plänen, wie sie damals kein anderer produzierte. "Zwei Wochen lang war für mich alles offen und zugänglich", erinnert sich Favre an die womöglich inspirierendsten und prägendsten zwei Wochen seiner eigenen Trainerlaufbahn.

Die neue Zeitrechnung

Den zehn Jahre älteren Magier aus Amsterdam verfolgte Favre (58) zeitlebens: «Johan war schon auf dem Rasen bei Ajax fantastisch. Er revolutionierte das Spiel - Fussball total. Alle beteiligten sich am Aufbau, die Verteidiger gingen mit, links und rechts.» Er sei keinem Konflikt ausgewichen, «er war eine grandiose Persönlichkeit».

Am Tag der traurigen Nachricht schaute sich Favre ein paar Aufnahmen aus dem Video-Archiv an: «Seine Beinarbeit, unglaublich. Er war schnell, sehr schnell und beidfüssig wie kein zweiter in seiner Epoche.» Er habe das Spiel entschlüsselt und sein Umfeld auf ein anderes Level gehoben - bei Ajax und später in Barcelona.

Cruyff habe in Spanien eine neue Zeitrechnung eingeführt: «Ich habe eine WM-Ausscheidungspartie der Spanier in Jugoslawien im Kopf. Das war damals in Belgrad kein Fussball, das war nur Kampf. Als Johan als Trainer zu Barça zurückgekehrt ist, hat er in Spanien einen Prozess der kompletten Veränderung ausgelöst.»

Der ehemalige Mönchengladbach-Trainer schweift gedanklich zurück zum zweiwöchigen Praktikum: «Mir kommt eine Lektion in den Sinn, in welcher Ronald Koeman und Pep Guardiola nach dem Aufwärmen Flachpässe übten. 30-Meter-Zuspiele, flach war obligatorisch, links, rechts, präzise, mit Tempo.»

Cruyff sagte zu mir: «Technik in Bewegung macht den Unterschied.» Und Favre, selber ein Meister der Details, ein Perfektionist, den sie in Deutschland mit Ikonen wie Hennes Weisweiler verglichen, hat spannende Nuancen entdeckt: «Cruyff hat während eines Spiels oft nur die Bewegung der Akteure ohne Ballbesitz beobachtet. Sein Fokus war selten auf den Ballführenden gerichtet.»

(bert/Si)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese fussball.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Mit grosser Anteilnahme haben sich Tausende in Barcelona von Johan Cruyff verabschiedet. mehr lesen
Der spanische Traditionsverein richtete einen Gedenkraum für das Klub-Idol ein.
Johann Cruyff verstarb heute im Alter von 68 Jahren.
Der Tod der Fussball-Ikone Johan Cruyff bewegt. Der ehemalige FIFA-Präsident Sepp ... mehr lesen
Johan Cruyff ist am Donnerstag im Alter von 68 Jahren gestorben. Er sei im Kreise seiner Familie «nach einem harten Kampf mit dem Krebs» in Barcelona eingeschlafen, teilte seine Stiftung mit. mehr lesen
Johan Cruyff hat den Kampf gegen den Krebs verloren.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 16
Die Spieler werden laufend wertwoller.
Die Spieler werden laufend wertwoller.
So wertvoll sind die Mannschaften der Top-Vereine  Längst sind die Zeiten vorbei, in denen Fussball «nur» ein Sport war, heutzutage steht hinter der beliebten Sportart ein riesiges Business. mehr lesen 
Begehrter Torjäger  Armando Sadiku hat eigentlich keine Lust die neue Saison in der Challenge League zu ... mehr lesen
Der FCZ fordert eine Ablöse von 9 Mio. Franken für Torjäger Armando Sadiku
Der FC Zürich muss wegen dem Verhalten seiner Fans eine Busse in Höhe von 15'000 Franken zahlen.
Saftige Busse für den FCZ Der FC Zürich muss wegen den Vorfällen beim letzten Spiel der vergangenen Saison zahlen.
Zwei FCZler im Fokus von YB Zwei Spieler des FC Zürich werden von den Young Boys umworben.
Die Young Boys könnten beim FCZ auf Einkaufstour gehen.
Titel Forum Teaser
  • Kassandra aus Frauenfeld 1778
    Wow, wie hat sich die gute Kubra gemausert! Ich danke auch Ihnen ganz persönlich für die vielen harten und ... Mi, 20.07.16 20:25
  • Pacino aus Brittnau 731
    Übrigens, wusstet ihr schon . . . . . . dass die Foren von AZ (Wanner), 20min. und Schweizer Fernsehen ... Mi, 29.06.16 15:20
  • PMPMPM aus Wilen SZ 235
    Und jetzt? Ist noch online...? Liebes news-Team, schade ist die Situation so, dass etwas aufhören ... Di, 28.06.16 22:43
  • kubra aus Berlin 3232
    Danke für die gelebte Pressefreiheit. Damit mein ich durchaus auch den ... Di, 28.06.16 16:09
  • Kassandra aus Frauenfeld 1778
    Nur ein ziemlicher Trottel kann annehmen, dass es etwas mit Zivilcourage zu hat, wenn er an einer ... Fr, 17.06.16 12:02
  • Kassandra aus Frauenfeld 1778
    Meine Anwälte sagen: "Aus einem Esel wird wird in tausend Jahren kein Golfisch, ... Di, 14.06.16 20:10
  • jorian aus Dulliken 1754
    Saudumm? Die Frage ist nur WER! Sie haben mich verleumdet. Sie haben übel über mich geredet! (Dies ... Di, 14.06.16 03:57
  • Kassandra aus Frauenfeld 1778
    Wer Kritik als persöliche Beleidigung empfindet, wer Kritik als mundtot-machen ... So, 12.06.16 12:24
Lyon siegte verdient.
Frauenfussball Wolfsburgs Frauen verpassen den Sieg Die Frauen-Equipe des VfL Wolfsburg mit den drei ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 18°C 25°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Basel 20°C 25°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
St. Gallen 17°C 24°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Bern 18°C 24°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Luzern 18°C 24°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Genf 20°C 24°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft Wolkenfelder, kaum Regen
Lugano 21°C 27°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft vereinzelte Gewitter
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten