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Erster Matchball für den FCB
publiziert: Samstag, 25. Mai 2013 / 10:02 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 26. Mai 2013 / 16:35 Uhr
Wird Strellers Mannschaft diesmal den Meisterpokal holen?
Wird Strellers Mannschaft diesmal den Meisterpokal holen?

Sechs Tage nach dem Cupfinal treffen die Grasshoppers und Basel im Spitzenkampf der 34. Runde der Super League erneut aufeinander. Mit einem Sieg stünde der FCB zum 16. Mal als Meister fest, auch bei einem Remis wäre ihm der vierte Titel in Folge kaum mehr zu nehmen.

In einem spannenden und intensiven Spiel rangen die Grasshoppers am letzten Montag im Cupfinal den FCB im Penaltyschiessen nieder und krönten mit der ersten Trophäe seit 2003 ihre bisher vorzügliche Saison. Nun haben die Zürcher Lunte gerochen, das erste Double seit 1990 ist für den Rekordmeister weiter möglich. «Der FC Basel muss Meister werden, wir dürfen», sagte GC-Trainer Uli Forte vor dem erneuten Gipfeltreffen. Falls ihm und seinem Team morgen Sonntag der erste Meisterschaftssieg seit Dezember 2010 gegen den FCB gelingen würde, wäre das Meisterrennen wieder offen. «Dann wird es extrem lustig», so Forte.

Die Grasshoppers fühlen sich wohl in der Rolle des Aussenseiters, denn das Wort Meisterschaft wird noch immer nicht gerne in den Mund genommen. «Dass wir drei Runden vor Schluss überhaupt noch dran sind, ist 'crazy'», sagte Forte. Er erwartet morgen eine heftige Reaktion der Basler: «Sie sind im Stolz getroffen. Wir müssen uns sehr warm anziehen.» Während seine Mannschaft nach dem Cupsieg zwei freie Tage genoss, begab sich Forte bereits am Dienstag wieder auf den GC-Campus nach Niederhasli, um administrative Arbeiten zu erledigen. Am Donnerstag begann die Vorbereitung auf den zweiten Teil der «Basler Woche».

Auch wenn Forte bestrebt ist, den FCB in der Meisterschaft weiter herauszufordern, der Fokus des GC-Trainers liegt noch immer auf der Sicherung des zweiten Platzes, der zur Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation berechtigt. Die Ausgangslage vor der finalen Woche ist tückisch, denn im Fall einer Niederlage morgen gegen den FCB hätte der Rekordmeister nicht nur den Titel endgültig verspielt, sondern wohl auch wieder St. Gallen im Nacken, das morgen zuhause den Tabellenletzten Servette empfängt. Da die Zürcher am Mittwoch in St. Gallen gastieren, winkt ein weiteres mögliches Endspiel - dann aber um Platz 2.

Die Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation bereits auf sicher hat der FC Basel. Mit einem Team-Event im Wasserpark «Aquabasilea» versuchten die Basler die Enttäuschung des Cupfinals zu verarbeiten. Erstmals seit der «Finalissima» 2006, als die Basler dem FC Zürich nach einem Gegentor in der 93. Minute unterlegen waren und den Titel in extremis aus der Hand gegeben hatten, verloren die Bebbi am Pfingstmontag auf nationaler Ebene wieder ein entscheidendes Spiel.

Von Nervosität ist deswegen aber im Basler Umfeld nichts zu spüren, der Serienmeister hat genügend Erfahrung im Umgang mit Drucksituationen. «Die Meisterschaft war von Beginn an das Mass aller Dinge», sagte Murat Yakin, der sich mit dem Gewinn des ersten Titels als Trainer weiter gedulden muss. Der frühere Abwehrchef, der als Spieler mit den Grasshoppers und Basel insgesamt fünf Mal Meister wurde, verglich die vorzügliche Ausgangslage seiner Mannschaft mit jener eines Tennisspielers: «Es steht 40:0 für uns bei Aufschlag des Gegners.» Nun hätten sie drei Matchbälle, so Yakin, wobei sie schnellstmöglich einen nutzen wollten.

Bereits ein Remis im Letzigrund dürfte dem FCB reichen, um den vierten Titel in Folge zu gewinnen, da er die klar bessere Tordifferenz als die Zürcher aufweist. Für Yakin sind die Grasshoppers deswegen unter Zugzwang: «Sie müssen gewinnen, um noch Meister werden zu können.» Siegt der FCB im Letzigrund, würden die Basler mit der erneuten Titelverteidigung einen Rekord egalisieren. Als bisher einzigem Team gelang es den Berner Young Boys Ende der Fünfzigerjahre vier Meisterschaften in Folge für sich zu entscheiden.

Direktduelle auch um die Europa-League-Plätze

Ähnlich spannend wie das Duell an der Tabellenspitze präsentiert sich auch das Rennen um die Europa-League-Plätze sowie der Kampf gegen den Abstieg. Die Young Boys treffen zuhause auf den FC Zürich und brauchen einen Sieg, um sich weiter berechtigte Hoffnungen auf Rang 5 und das Erreichen des Minimalziels zu machen. Mit dem FCZ treffen sie aber auf das Team der Stunde in der Super League. Die viertplatzierten Zürcher haben seit sechs Spielen nicht mehr verloren und schlugen zuletzt auch alle drei Spitzenteams. Mit einem Sieg in Bern hätten die Zürcher ihre Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb gesichert.

Brisant ist die Ausgangslage vor der Partie zwischen Sion und dem FC Thun, die ebenfalls beide in den Kampf um Rang 5 involviert sind. Die Stimmung im Wallis hat nach der 0:4-Schlappe gegen Servette - der dritten hohen Niederlage in Folge - einen Tiefpunkt erreicht. Dem einstigen Meisterkandidaten, der vorzüglich in die Saison gestartet war, droht nun alles zu entgleiten. Christian Constantin, der streitbare Präsident der Walliser, sprach vor dem Duell mit den Berner Oberländern von einem «Finalspiel». Für die Gäste, die bei einem Sieg auf Kosten der Walliser auf Platz 5 vorstossen würden, ist es das erste von drei Endspielen um Platz 5. Die Thuner treffen zum Abschluss der Saison auch noch auf Zürich und die Young Boys.

Im Kampf gegen den Abstieg läuft nach dem Sieg von Schlusslicht Servette im Nachtragsspiel gegen Sion alles auf das Direktduell Lausanne - Servette am nächsten Mittwoch hinaus. Die Waadtländer, die seit zehn Spielen ohne Sieg sind, treffen heute zuhause auf das formstarke Luzern, das sich dank 14 Punkten aus den sieben Spielen unter Carlos Bernegger den Klassenerhalt vorzeitig gesichert hat. Servette, das den Rückstand auf Lausanne auf einen Punkt verkürzte, gastiert am Sonntag beim heimstarken FC St. Gallen.

(dap/Si)

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