Gute Auswärtsserie
FC Basel mit viel Selbstvertrauen
publiziert: Donnerstag, 18. Feb 2016 / 07:30 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 18. Feb 2016 / 08:16 Uhr
Keine Gäste im Saint-Etienne Stadion wegen dem Attentat in Paris.
Keine Gäste im Saint-Etienne Stadion wegen dem Attentat in Paris.

Basel startet mit dem Sechzehntelfinal-Hinspiel in Saint-Etienne in die K.o.-Phase der Europa League. Ohne Fans, aber mit einem gesunden Selbstvertrauen will der FCB die gute Auswärtsserie fortsetzen.

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Der Start ins neue Jahr ist dem FC Basel optimal gelungen. Zwei Meisterschaftsspiele, zwei Siege mit einem Torverhältnis von 7:0. Dementsprechend entspannt konnte die Mannschaft die kurze Reise nach Saint-Etienne am Mittwoch auf sich nehmen. In weniger als einer Stunde hatte sie den Flug schon hinter sich gebracht. Das aufregendste daran war die etwas brutale Landung auf dem kleinen Aéroport von Saint-Etienne, wo gerademal ein Flugzeug auf die Starterlaubnis wartete.

Viel Verkehr aus Basel Richtung Saint-Etienne wird es nicht geben. Die Fans des FCB sind in der rund 150'000 Einwohner zählenden Stadt, die etwa eine Autostunde von Lyon entfernt liegt, nicht willkommen. Der seit den Attentaten in Paris im letzten November geltende Ausnahmezustand ermöglicht es den jeweiligen Départements, die Gästefans von den Partien auszuschliessen. Schon die Meisterschaftsspiele von Saint-Etienne gegen Lyon und Paris Saint-Germain fanden ohne Gästefans statt. In anderen Regionen Frankreichs ist man da weniger resolut, etwa in Paris, wo die Chelsea-Anhänger am Dienstag anreisen durften, oder in Marseille, wo Athletic Bilbao ebenfalls auf Fan-Unterstützung zählen darf.

«Wir müssen das akzeptieren», sagt Urs Fischer dazu. «Die Unterstützung wird uns fehlen. Die kann in wichtigen Momenten Moral geben.» Der Trainer hat sein ganzes Kader auf die kurze Reise mitgenommen, nicht etwa um die fehlenden Fans zu kompensieren, sondern weil er am Freitagmorgen in Saint-Etienne schon ein Training im Hinblick auf das Super-League-Spiel am Sonntag gegen Vaduz leiten wird. Bis auf Naser Aliji sind alle Basler Spieler fit und einsatzberechtigt.

Hervorragende Auswärtsbilanz

«Wir wissen, dass das Team bereit ist», sagt Präsident Bernard Heusler, weist aber darauf hin, dass Spiele in der Meisterschaft keine Rückschlüsse auf internationale Einsätze zulassen. Aber auch im Europacup kann sich die Bilanz des FCB mit nur einer Niederlage in der Gruppenphase sehen lassen. Auswärts haben die Basler in dieser Europacup-Saison viermal gewonnen und einmal unentschieden gespielt. Dass das eine Remis ihnen die Champions-League-Qualifikation gegen Maccabi Tel-Aviv gekostet hat, zeigt aber wie eng Erfolg und Misserfolg in solchen Duellen beieinander liegen.

«Ein schlechter Auftritt kann zum Out führen», blickt Fischer auf den Auftakt der K.o.-Runde voraus. In der Meisterschaft könne man Fehltritte kompensieren, nicht so im Europacup. Deshalb freute den Zürcher nicht zuletzt, dass sein Team in den ersten beiden Meisterschaftspartien der Rückrunde in der Defensive so überzeugend auftrat. «Wir können damit umgehen», sagt Fischer zur speziellen Situation in einer K.o.-Runde, wo es insbesondere im Hinspiel darum geht, Risikobereitschaft und Sicherheitsbewusstsein in Einklang zu bringen.

Ein Schritt nach dem anderen

Zwar marschiert der FC Basel in der laufenden Saison sicher Richtung siebten Meisterschaftstitel in Serie, doch die Saison beinhaltete auch zwei grosse Enttäuschungen: Das Out gegen Maccabi Tel-Aviv und die Niederlage im Cup-Viertelfinal in Sitten. Als «Bonuserfolg» neben der fest eingeplanten Meisterschaft bleibt also nur noch die Europa League, die am 18. Mai mit dem Final in Basel endet. Michael Lang, der zweifache Torschütze vom letzten Wochenende, äussert sich dazu vorsichtig: «Es ist ein langer und schwieriger Weg dorthin. Meistens kommt es nicht gut, wenn man den sechsten Schritt vor dem ersten macht.»

Und der erste hat es doch schon in sich, wie Fischer betont. Der Zürcher ist überzeugt, dass es gegen Saint-Etienne zwei gute Spiele des FC Basel braucht, um weiterzukommen. Er spricht von einem gefestigten Gegner, der kompakt steht und schnell von Defensive auf Offensive umschalten kann. In diesem Jahr hat der Rekordmeister Frankreichs nur zwei seiner zehn Partien verloren und steht in der Ligue 1 auf dem vierten Platz, punktgleich mit Nizza, das den dritten Rang belegt, der zur Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation berechtigt.

Während der FC Basel auf fast alle seiner Spieler zählen kann, gibt es bei Saint-Etienne zahlreiche Absenzen. Unter anderen fehlen Abwehrchef Loïc Perrin sowie die norwegischen Neuzugänge Alexander Söderlund und Ole Selnaes, die nicht spielberechtigt sind. Christophe Galtier, seit 2009 schon Trainer von Saint-Etienne, sieht den Schweizer Meister aber aus einem anderen Grund in der Favoritenrolle: «Der FC Basel hat den Vorteil, dass er solche Begegnungen, in denen es um viel geht, gewohnt ist.»

(Si)

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