Der Schweizer Nationalcoach wechselt sein taktisches Dispositiv
Fussball: Enzo Trosseros Sinneswandel
publiziert: Freitag, 23. Mrz 2001 / 14:48 Uhr / aktualisiert: Freitag, 23. Mrz 2001 / 15:13 Uhr

Belgrad - Nationalcoach Enzo Trossero hat sein Geheimnis gelüftet und die Schweizer Startelf für das heutige WM-Qualifikationsspiel im Partizan-Stadion in Belgrad (20.15 Uhr) gegen das hoch favorisierte Jugoslawien benannt. Es birgt nicht nur personelle Überraschungen, sondern auch einen unerwarteten Systemwechsel in letzter Minute.

Gegenüber seiner Absicht, mit fünf Mittelfeldspielern und einer Sturmspitze dem Favoriten in der WM-Ausscheidungsgruppe 1 zu begegnen, stellte Trossero um. «Meine Trainingseindrücke und Gespräche mit Spielern haben mir bestätigt, dass unsere Ziele im gewohnten 4-4-2-System leichter umzusetzen sind», sagte er. «Als primäres Ziel verlange ich nach dem Debakel gegen Polen mehr Engagement und ein hartnäckiges Pressing vor allem in den Startminuten. Wir dürfen die technisch starken Jugoslawen nicht ins Spiel kommen lassen. Dazu brauchen wir lauffreudige, unerschrockene Spieler, die mit voller Konzentration bei der Sache sind», liess sich der Argentinier vernehmen, der nach einem lockeren Training am Freitagmorgen im hoch modernen Partizan-Trainingsgelände die Übungseinheit vom Nachmittag strich.

Wie im Startspiel zur WM-Ausscheidung gegen Russland (0:1) hütet Marco Pascolo vom FCZ das Tor. In der Viererabwehr gab es eine erste Überraschung. Nicht Ramon Vega, der Recke von Celtic Glasgow, gewann Trosseros Vertrauen, sondern erneut -- wie beim 0:1 gegen Russland -- Patrick Müller von Lyon, der zusammen mit dem gesetzten Captain Stéphane Henchoz von Liverpool die Innenverteidigung bildet. An der Seite verteidigen die kampf- und laufstarken Marc Zellweger (St. Gallen) rechts und Yvan Quentin (FCZ) links, der erstmals seit fünf Jahren und der Schmach gegen Aserbaidschan in Baku (0:1) wieder für die Startelf berücksichtigt wird.

Vega: «Wie Tag und Nacht»

«Für Müller sprach, dass Henchoz so nicht die Seite in der Zentralabwehr wechseln musste. Vega ist ein Rechtsfuss», begründete Trossero, dessen Entscheidung dem Verteidiger des schottischen Meisterschaftsleaders Celtic sauer aufstiess. Vega: «Ich hatte mit einem Einsatz gerechnet, werde aber weiter um einen Platz im Nationalteam kämpfen. Ich lasse mich nicht unterkriegen. Solche Rückschläge kann ich verkraften. Gegenüber früher ist die Stimmung aber wie Tag und Nacht. Es fehlt das lodernde Feuer, und es fehlen auch echte Leader.»

Während im Mittelfeld nach den Ausfällen von Ciriaco Sforza, Raphaël Wicky, Alexandre Comisetti und Sascha Müller (Sehnenentzündung) mit den Nominationen von Johann Vogel (Eindhoven) und den beiden Servettiens Johann Lonfat und Sébastien Fournier gerechnet werden konnte, überraschte die Selektion des Lausanners Massimo Lombardo auf der für ihn ungewohnten linken Seite. Wohl hat der Italo-Schweizer bei GC und Lugano schon auf der linken Aussenbahn gespielt, doch Trosseros Vertrauen für diese Position erstaunte auch ihn: «Nervös werde ich aber deswegen nicht. Ich bin ein ruhiger Typ und habe im Fussball schon einiges erlebt. Vor allem im zweiten Jahr während meines Italien-Aufenthaltes bei Perugia, wo ich auf Eis gelegt wurde.»

Stéphane Chapuisat, mit 81 Länderspielen und 18 Toren der erfahrenste Schweizer Akteur, wird gegen den scheinbar übermächtigen Gegner zwar vorderster Schweizer Spieler sein, aber nicht einziger Stürmer. An seiner Seite oder knapp hinter ihm wird ihn Hakan Yakin unterstützen, der in seinen acht Länderspielen immerhin schon drei Mal traf. «Bei Basel habe ich dank Trainer Gross wieder Selbstvertrauen und Freude am Fussball gewonnen. Ohne menschliche Probleme kann ich wieder befreit aufspielen», sagte er.

Zwei Jahre nach den Nato-Bomben

Am 24. März 1999 begann die Nato, Belgrad zu bombardieren. Ruinen in der Stadt sind stumme Zeugen. Genau zwei Jahre später tritt Jugoslawien erstmals wieder zu Hause an. Erster Gegner ist -- wie unmittelbar vor dem Ausbruch des Balkan-Kriegs im September 1998 -- die Schweiz. Im Team von Trainer Milovan Djoric steht eine Mischung von erfahrenen Ausland-Stars wie Mihajlovic (Lazio), Djukic (Valencia), Jugovic (Inter), Jokanovic (Chelsea) und Milosevic (Parma), aber auch verheissungsvolle junge Akteure wie Drulic (24), Obradovic (24) und vor allem der flinke und äusserst torgefährliche Mittelstürmer Kezman (22), der für rund 30 Millionen Franken von Partizan Belgrad zu Eindhoven wechselte und nun Klubkollege von Johann Vogel ist.

Die voraussichtlichen Startaufstellungen

Jugoslawien: Kocic (Roter Stern Belgrad); Obradovic (Obilic Belgrad), Djukic (Valencia), Mihajlovic (Lazio Rom); Dejan Stankovic (Lazio), Jokanovic (Chelsea), Jugovic (Inter Mailand), Djordevic (Olympiakos Piräus); Milosevic (Parma), Kezman (Eindhoven), Drulic (Roter Stern).

Schweiz: Pascolo (Zürich); Zellweger (St. Gallen), Henchoz (Liverpool), Patrick Müller (Lyon), Quentin (Zürich); Lonfat (Servette), Vogel (Eindhoven), Fournier (Servette), Lombardo (Lausanne); Hakan Yakin (Basel); Chapuisat (GC).

Schiedsrichter: Nilsson (Sd).

(kil/sda)

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