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Streit zwischen FIFA und UEFA
Fussball: Transfer-Reform spaltet FIFA und UEFA
publiziert: Dienstag, 16. Jan 2001 / 21:56 Uhr

Nyon - Der Streit um die von der EU geforderte Reform des Transferwesens ist zur Machtprobe zwischen dem Fussball-Weltverband FIFA und der Europäischen Fussball-Union UEFA ausgeartet.

Auslöser des seit Monaten schwelenden Konflikts ist ein Papier der FIFA an die EU, in dem der Weltverband den Brüsseler Behörden offenbar weit reichende Zugeständnisse signalisiert hat.

Der Kontinentalverband reagierte nach einer Sitzung mit Vertretern von 13 europäischen Ligen empört auf den FIFA-Vorstoss, von dem die UEFA erst mit Verspätung Kenntnis erhielt. In einer gemeinsamen Erklärung lehnten die Europäer die Vorschläge kategorisch ab, kritisierten das eigenmächtige Vorgehen des Weltverbandes und drohten mit dem Ausstieg aus der Verhandlungs- Allianz. Sollte die FIFA nicht von ihrer Position abrücken, werde die UEFA eigene Vorschläge zur Transferreform bei der EU einreichen, sagte UEFA-Generaldirektor Gerhard Aigner nach dem Treffen.

Grundsätzliche Differenzen bestehen zwischen beiden Parteien vor allem in den Fragen, welche Mindest-Laufzeiten künftige Verträge haben dürfen und unter welchen Umständen Profis diese Kontrakte kündigen können. Die FIFA ist - im Gegensatz zur UEFA - inzwischen dazu bereit, Spielern ein einseitiges Kündigungsrecht einzuräumen. Aus UEFA-Kreisen verlautete am Dienstag, dass Spieler nach den FIFA- Vorstellungen mit einer dreimonatigen Kündigungsfrist den Klub wechseln können. Spieler sollen ihre Kontrakte auflösen dürfen, wenn es mit dem Trainer Unstimmigkeiten gibt.

Die EU-Kommission ist über den Streit zwischen FIFA und UEFA zu den neuen Transferregeln wenig überrascht. Rivalitäten im Fussball- Lager gebe es schon länger, hiess es aus involvierten Kreisen in Brüssel. Die Kommission strebe bei der Reform des Transferwesens Lösungen mit allen Beteiligten an. Sonst könnte eine Gruppe - beispielsweise die Spieler - später vor Gericht ziehen.

Die UEFA bezeichnete das FIFA-Dokument als Papier ohne Wert. Unterstützt werden die Verbands-Funktionäre von den Vertretern den Gross-Vereine, die sich von der FIFA im Stich gelassen fühlen. «Spieler und Verein unterzeichnen freiwillig einen Vertrag, den nur der Spieler kündigen kann. Oder geben die Vorschläge der FIFA auch dem Verein das Recht, den Vertrag nach zwei schlechten Spielen zu zerreissen», sagte Leeds Uniteds Präsident Peter Ridsdale und sprach von einem «Desaster für den Sport».

«Es ist ein Diskussionspapier. Da stellt sich nicht die Frage, ob man es akzeptiert oder ablehnt. Wir haben der EU-Kommission einen schriftlichen Vorschlag gemacht und gesagt, dass wir verhandeln wollen», verteidigte FIFA-Präsident Sepp Blatter das Vorgehen und wehrte sich gegen den Vorwurf, allein vorgeprescht zu sein: «Wir setzen weiterhin auf Diplomatie.»

Nicht so die UEFA, bei der die Zeichen auf Konfrontation stehen. In Nyon versammelte sich das Exekutiv-Komitee am Dienstag zu einer zweitägigen Dringlichkeitssitzung, in der das weitere Vorgehen beraten werden wird. Man werde die Gespräche mit der FIFA so lange aussetzen, bis einige Grundsätze geklärt seien, verlautete aus Kreisen des Kontinentalverbandes.

(kil/sda)

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