Die Grasshoppers stehen nach der elften Runde der Super League zuoberst. Das Team von Uli Forte gewann den intensiven Spitzenkampf vor einer würdigen Kulisse gegen den bisherigen Leader St. Gallen 1:0. Matchwinner war Goalie Roman Bürki.
45 Minuten lang hatten die Grasshoppers dem Duell zwischen den aktuell besten beiden Teams der Liga den Stempel aufgedrückt. GC waltete, GC verwaltete unter der magistralen Anleitung von Captain Vero Salatic und GC liess dank starkem Pressing auch kaum Torgefahr zu. Ein einziges Mal einmal (15.) brauchte Bürki zu intervenieren. Die Mehrheit der Saison-Rekordkulisse - letztmals sassen, abgesehen von einem Zürcher Derby, im April 2008 gegen Basel mehr Zuschauer (14'500) bei einem GC-Heimspiel auf der Tribüne - klatschte begeistert.
Nassim Ben Khalifa mit drittem Saisontor
Die Hoppers hatten St. Gallen davor weder Raum noch Zeit gelassen, sich zu entfalten. Selber kombinierten sie sich immer wieder gefällig nach vorne. Etwa jene Szene nach 17 Minuten, als Salatic nach herrlichem Direktspiel darüber schoss, führte zu Szenenapplaus. Vor allem aber führte GC zur Pause. Nassim Ben Khalifas drittes Saisontor zum 1:0 fiel nach einem an sich zu kurz getretenen Corner. Weil der junge Stürmer aber reaktionsschnell antizipierte, war er vor seinem Gegenspieler am Ball.
Nicht zuletzt Stéphane Grichtings verletzungbedingtes Out - in einer ersten Diagnose war von einem Aussenbandriss im Fuss die Rede - führte zu einer anderen Gewichtung der Verhältnisse nach der Pause. Ohne den zuvor souveränen Abwehrpatron wurde die Abwehr der Grasshoppers immer wieder in Verlegenheit gebracht. Sie trotzte allen Widerständen erfolgreich. «Dieses Glück hat man sich als Leader erarbeitet. Das habe ich dem Team schon mehrmals gesagt», fand GC-Trainer Uli Forte, für den die Eroberung der Ranglistenspitze «eine Momentaufnahme bleibt». Eine «weitere Momentaufnahme», wie er hinzufügte.
Roman Bürki als Lebensversicherung
Die «Lebensversicherung» der Hoppers trug, wie schon gegen die Young Boys, einen Namen. Roman Bürki fiel nicht nur des abgewehrten Penaltys wegen auf. Bereits zuvor, nach 72 Minuten, hatte der Solothurner Keeper eine Standing Ovation erhalten. In dieser Minute überbot Bürki die Bestmarke eines Super-League-Goalies ohne Gegentor. Bisheriger Rekordhalter war der Luzerner David Zibung, der in der Saison 2007/08 in 611 Minuten nie hatte hinter sich greifen müssen. Bürki hat sich seit Nico Abegglens 1:1 in der Nachspielzeit des ersten Saisonduells mit St. Gallen am 4. August nicht mehr bezwingen lassen müssen.
Für St. Gallen endete im Letzigrund eine Serie von sechs Siegen hintereinander. Das Team von Saibene «war im Sechzehner zu wenig zwingend, mit zu wenig Durchschlagskraft», fand der luxemburgische Trainer in der Analyse. «Wir waren viel besser als in der ersten Halbzeit gegen den FCZ. Und doch hat es nicht gereicht.» Seiner Mannschaft machte Saibene keinen Vorwurf. Ausser dem verschossenen Penalty sah er keinen Grund zu Kritik. Saibene wird nicht entgangen sein, dass die beste Chance der St. Galler bereits kurz nach der Pause zustande kam, als Scariones Schuss am Tor vorbeiflog.
Grasshoppers - St. Gallen 1:0 (1:0)
Letzigrund. - 14'400 Zuschauer. - SR Pache. - Tor: 38. Ben Khalifa (Corner Hajrovic) 1:0.
Grasshoppers: Bürki; Michael Lang, Vilotic, Grichting (46. Toko), Pavlovic; Salatic; Hajrovic (71. Feltscher), Abrashi, Taulant Xhaka, Zuber; Ben Khalifa (82. Gashi).
St. Gallen: Lopar; Mutsch, Montandon, Stocklasa, Pa Modou; Mathys (82. Nushi), Nater (72. Abegglen), Janjatovic, Regazzoni; Scarione; Cavusevic (66. Etoundi).
Bemerkungen: Grasshoppers ohne Adili, Coulibaly und Hossmann, St. Gallen ohne Ivic und Lehmann (alle verletzt). 74. Bürki hält Foulpenalty von Pa Modou. Verwarnungen: 19. Regazzoni. 33. Pavlovic (beide wegen Fouls). 63. Mutsch (Unsportlichkeit). 75. Etoundi (Unsportlichkeit).
Rangliste:
1. Grasshoppers 11/26 (14:5). 2. St. Gallen 11/24 (17:6). 3. Sion 11/20 (15:12). 4. Basel 11/18 (18:11). 5. Young Boys 11/16 (19:11). 6. Thun 11/13 (12:14). 7. Lausanne-Sport 11/12 (8:13). 8. Zürich 11/10 (11:16). 9. Luzern 11/9 (10:17). 10. Servette 11/2 (5:24).
Torschützenliste:
1. Léo (Sion), Oscar Scarione (St. Gallen), Marco Streller (Basel) je 5 Tore
4. Raul Bobadilla (Young Boys/+2), Dzengis Cavusevic (St. Gallen), Anatole Ngamokul (Thun) je 4 Tore
7. Nassim Ben Khalifa (Grasshoppers/+1), Alexander Farnerud (Young Boys), Mario Gavranovic (Zürich/+1), Chris Malonga (Lausanne-Sport), Xavier Margairaz (Sion/+1), Raphael Nuzzolo (Young Boys/+1), Enrico Schirinzi (Thun/+1) je 3 Tore
(fest/Si)
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