Häberlis Hunger
publiziert: Dienstag, 27. Mai 2008 / 00:00 Uhr

Die EURO hatte Thomas Häberli bereits abgehakt, als ihn das Telefon von Köbi Kuhn erreichte. Nach einer Woche im Trainingscamp mit der Nationalmannschaft im Tessin hat der 34-Jährige, der erst ein Länderspiel bestritt, Lust auf mehr.

Thomas Häberli ist mit seinen 34 Jahren so offensiv und so gefährlich wie noch nie.
Thomas Häberli ist mit seinen 34 Jahren so offensiv und so gefährlich wie noch nie.
«Mit dem Essen kommt der Appetit», sagt Häberli und unterstreicht seine Hoffnungen, am Mittwoch einer der 23 Auserwählten Kuhns zu sein. «Der Frust wäre sicherlich gross, wenn ich nicht dabei sein könnte», erklärt er. Dabei war die EURO für ihn spätestens nach dem Spiel gegen Deutschland «ad acta gelegt». Er habe sich auf seine Leistung mit den Young Boys konzentriert und dann in die Ferien verabschiedet, «ohne mich gross zu informieren».

Als er von der Verletzung Blaise Nkufos hörte, habe er die Spekulationen um eine mögliche Nominierung durchaus wahrgenommen. Tatsächlich erreichte ihn vor einer Woche im Tierpark Goldau das Telefon Kuhns, das er jedoch nicht beantwortete. Die Nummer war ihm unbekannt. Erst vier Stunden später und mittlerweile mit dem Wissen um den Besitzer der unbekannten Nummer meldete er sich bei Kuhn.

Für den 18-fachen Saisontorschützen war es der erste Kontakt mit dem Nationalteam seit beinahe vier Jahren. Damals war er nach der EURO für die WM-Qualifikationsspiele gegen die Färöer und Irland aus einer Not heraus aufgeboten worden.

Der 16-minütige Einsatz gegen die Skandinavier ist die einzige statistische Notiz zum Nationalspieler Häberli. Die Intergration sei ihm damals schwer gefallen. «Der Teamgeist ist in dieser Mannschaft besser», hält er fest.

Überhaupt ist Häberli ein Spätberufener. Als 20-Jähriger zog er vom Luzernischen ins Waadtland, wo er in der 1. Liga bei Le Mont spielte und im Warenhaus «La Placette» Sportartikel verkaufte. Er schaffte von Le Mont den Sprung zu Lausanne, wo er aber «nur verletzt» war.

1999 machte er mit acht Treffern in 22 Spielen in Kriens auf sich aufmerksam; Basel holte den schmächtigen Mittelfeldspieler. «Ich wog damals nur 72 kg», erinnert sich der 183 cm grosse Häberli. Er wurde nach nur einem halben Jahr zu den Young Boys in die NLB abgeschoben. Mit den Bernern lancierte er seine Karriere, die mit 18 Toren und dem 2. Platz diese Saison ihren bisherigen Höhepunkt hatte.

Die Erklärung für den späten Erfolg ist für Häberli einfach. «Seit der Ankunft von Martin Andermatt bin ich physisch wieder fit, davon habe ich sehr viel profitiert», so Häberli. Aus dem schmächtigen Mittelfeldspieler ist ein 82 kg schwerer Stürmer mit gutem Durchsetzungsvermögen geworden.

«Nur durch Training, nicht im Kraftraum», wie er betont. Im Gegensatz zu anderen Spielern, die mit zunehmendem Alter defensivere Rollen übernehmen, ist Häberli mit 34 Jahren so offensiv und so gefährlich wie noch nie: «Bei mir ist eben alles ein bisschen verkehrt.»

(Sascha Rhyner, Lugano/Si)

 
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