Gute Beziehung zum Team
Hitzfelds Emotionen nach der Niederlage
publiziert: Mittwoch, 2. Jul 2014 / 21:55 Uhr
«Das sind Momente, die gehören zum Sport, genauso wie Glücksgefühle und Adrenalin.«
«Das sind Momente, die gehören zum Sport, genauso wie Glücksgefühle und Adrenalin.«

Am Tag nach dem bitteren Achtelfinal-Out gegen Argentinien stellte sich Ottmar Hitzfeld ein letztes Mal den Medien. Sein letztes Spiel als Profi-Trainer wird dem abtretenden Schweizer Nationalcoach in mehrfacher Hinsicht in Erinnerung bleiben.

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Für einen war das Ausscheiden gegen Argentinien besonders bitter. Blerim Dzemaili hatte in der Nachspielzeit der Verlängerung den Ausgleichstreffer sprichwörtlich auf dem Kopf. Ein paar Zentimeter weiter nach rechts, und die Partie wäre ins Penaltyschiessen gegangen.

So aber stand Dzemaili minutenlang völlig paralysiert vor dem Strafraum jenes Tores, das er eben knapp verfehlt hatte. Die Hände hatte er in die Hüfte gestemmt, der Blick war leer, dann und wann griff er sich in die Haare. Ansonsten: Völlige Schockstarre.

Den Platz verliess er als Letzter, im Schneckentempo. Man konnte ziemlich klar deuten, was wohl die Gedanken des Neapolitaners sein mussten. Auskunft über deren Inhalt gab es aber nicht.

Emotionale Berg- und Thalfahrt

Und wann hatte man Ottmar Hitzfeld in den letzten sechs Jahren einmal mit feuchten Augen gesehen? Nach aussen wirkte er immer so cool, so kontrolliert, so unaufgeregt, mit leicht unnahbarem Touch. Die Schlussphase der Verlängerung gegen Argentinien, überhaupt die paar Tage davor mit dem Tod seines Bruders, nahmen Hitzfeld noch einmal auf eine emotionale Berg- und Talfahrt mit.

«Ich habe in den letzten drei Minuten die ganze Facette des Profifussballs noch einmal erlebt. Da war alles drin, was Fussball ausmacht: Dramatik, Emotionen, die famose Leistung meiner Spieler. Ich könnte stundenlang darüber sprechen.»

Lesen mag er derzeit nicht, die vielen Glückwünsche von Bekannten, Freunden, Bundesrat Didier Burkhalter oder Sportgrössen will er erst später verarbeiten. «Ich möchte sie mit mehr Abstand geniessen, jetzt bin ich noch zu emotional», sagte er am Mittwoch. «Wenn man die Nachrichten liest, kommen einem fast die Tränen.»

Sagte er und wischte sich bei diesem letzten Auftritt vor den Medien, dem mutmasslich letzten überhaupt nach über 40 Jahren im Geschäft, ein paar Tränchen aus dem Augenwinkel. So, wie das auch nach der Dankesrede von SFV-Präsident Peter Gilliéron und dem Nationalmannschafts-Delegierten Peter Stadelmann nicht zu übersehen war.

Gute Beziehung zum Team

Hitzfeld zeigte Emotionen, wie auch nach dem Schlusspfiff am Vortag in São Paulo. Das machte ihn irgendwie menschlich, nahbarer als auch schon. Die Rolle als Tröster von vielen Spielern, die weinten, «fast nicht aufnahmefähig» waren, zeigte auf, weshalb der Selektionär bei seiner Mannschaft derart beliebt ist.

«Das war nicht ein Loch, in das wir fielen, sondern es war ein Schock», umschrieb Hitzfeld den Moment nach Spielende. «Das sind Momente, die gehören zum Sport, genauso wie Glücksgefühle und Adrenalin."

Die Besten der Welt

Ganz ähnlich war der Blickwinkel von Stephan Lichtsteiner. Dass der Rechtsverteidiger, dessen Fehler am Ursprung des Gegentores stand, ausführlich Auskunft gab, sagt einiges über die mentale Stärke des Luzerners aus. Lichtsteiner stellte sich den vielen Kameras und bohrenden Fragen, liess sich die Enttäuschung im Gegensatz zu Xherdan Shaqiri oder Fabian Schär nicht wirklich anmerken.

»Es ist nicht das erste Mal und wird nicht das letzte Mal sein, dass man eine solche Enttäuschung verarbeiten muss.« Lichtsteiner rang der bitteren Niederlage gegen den Turnierfavoriten sogar etwas Positives ab.

»Wir befinden uns auf einem sehr hohen Level, auf dem wir mit den Besten der Welt mithalten können. Das haben wir gegen Argentinien gezeigt. Der Weg, auf dem wir uns befinden, ist der richtige.«

Jetzt kommt die Familie dran

Hitzfeld ist überzeugt, dass die Schweizer Nationalmannschaft mit der Niederlage sehr viel gewonnen hat, er sprach von Sympathien auf der ganzen Welt. »Man wird noch lange über dieses Spiel sprechen. Vielleicht kann das Team in den nächsten zwei Jahren diese negative Erfahrung genau einmal brauchen.«

Dannzumal wird Hitzfeld auf dem Sofa daheim in Lörrach sitzen, oder vielleicht in Engelberg, vielleicht auch live im Stadion. Vorerst will er weiterhin als Sky-Experte tätig sein, Vorträge halten und sich mehr um seine Familie kümmern. »Meine Frau hat in 40 Jahren auf sehr vieles verzichtet.«

(awe/Si)

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