Holland als EM-Attraktion abgelöst
publiziert: Sonntag, 22. Jun 2008 / 13:40 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 22. Jun 2008 / 15:18 Uhr

Russland ist am vorläufigen Höhepunkt seines Steigerungslaufs an der EURO angekommen. Die «Sbornaja» entzauberte im Viertelfinal die bisherige Turnier-Attraktion Holland und machte so seinen holländischen Trainer Guus Hiddink «extrem stolz».

Grenzenloser Jubel bei Spieler und Trainer: Guus Hiddink hat alles richtig gemacht.
Grenzenloser Jubel bei Spieler und Trainer: Guus Hiddink hat alles richtig gemacht.
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In seiner Heimat wird Hiddink «Guus Geluk» genannt: Guus, der Glückliche. Und glücklich trat der 61-Jährige nach aufreibenden 120 Minuten schliesslich auch vor die Presse.

Er wischte sich mit einem weissen Handtuch auf dem Podium im stickigen Saal den Schweiss von der Stirn und trug eine Lobeshymne auf sein Team vor.

«Was die Spieler taten, ist eine unglaubliche Leistung», sagte Hiddink. «Wir hatten nur zwei Tage Erholung nach dem schweren Spiel gegen Schweden.» Zeit für taktische Trainingseinheiten sei ihm keine geblieben.

K(l)eine Kritik

«Wir waren technisch, taktisch und physisch in allen Belangen des Spiels überlegen», kommentierte Hiddink den famosen Auftritt.

Anlass zu Kritik hatte er nur in wenigen Punkten: «Wir begingen unnötige Fouls in der gefährlichen Zone und waren dann bei diesen Freistössen zu passiv», so der Erfolgstrainer, der 1998 Holland in den WM-Halbfinal, vier Jahre später Südkorea ebenfalls in den Halbfinal sowie vor zwei Jahren Australien sensationell in den Achtelfinal geführt hatte.

Und er bemängelte noch die Effizienz im Abschluss. «Wir müssen das Spiel vorher entscheiden.»

Taktik aufgegangen

Beeindruckt war Hiddink, wie sein Team in der Verlängerung mit Vehemenz den zweiten Treffer anstrebte, und «mit einem dritten Tor belohnt wurde». Vor allem aber bewies er, welch feines Gespür er für die Taktik hat.

Die linke holländische Seite zu neutralisieren, war für ihn der Schlüssel zum Erfolg. Nürnbergs Iwan Sajenko nominierte er deswegen in die Startformation.

«Holland musste über die rechte Seite kommen, und dort konnten wir sie unter Druck setzen», erklärte Hiddink das Erfolgsrezept. Sein stürmender Aussenverteidiger Juri Schirkow reduzierte Mittelfeldspieler Dirk Kuyt «zum rechten Aussenverteidiger».

Nur kurz sei das Konzept ins Wanken geraten, als Kuyt mit Wesley Sneijder die Seite gewechselt hatte. Marco van Basten nahm Hiddink diese Sorge in der Pause mit dem Wechsel von Kuyt zu Robin van Persie.

Begeisterung in Moskau

In Russland löste der Erfolg Begeistungsstürme aus. In Moskau waren rund 700'000 Leute auf der Strasse und feierten den Einzug in die Halbfinals mit einem Hupkonzert.

Und auch aus St. Petersburg und Omsk wurden Jubelbilder mit mehreren Zehntausend Menschen auf den öffentlichen Plätzen übermittelt.

Präsident Dimitri Medwedew, der den Erfolg in Basel im Stadion mitverfolgte, gratulierte der Mannschaft für «das wunderbare Spiel und den wunderbaren Sieg».

Späte Revanche

Letztmals waren die Russen - noch als Sowjetunion - 1988 ähnlich erfolgreich gewesen. Damals stand die UdSSR gar im Final und verlor 0:2 - gegen Holland.

Ruud Gullit und der aktuelle Bondscoach Marco van Basten schossen damals die Tore. Nun nahmen die Russen für diese Niederlage Revanche.

Sie streben nun den ersten Titel seit 1960 an. Bei der ersten Austragung der EM siegten die Sowjets mit dem legendären Keeper Lew Jaschin im Final in Paris gegen Jugoslawien 2:1 nach Verlängerung.

(von Sascha Rhyner /Si)

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