Holland und Russland laden zum offensiven Spektakel
publiziert: Samstag, 21. Jun 2008 / 00:04 Uhr / aktualisiert: Samstag, 21. Jun 2008 / 09:21 Uhr

Holland und Russland, die heute in Basel im dritten Viertelfinal aufeinandertreffen, boten an der EURO bisher offensives Spektakel. Es ist auch die Begegnung der holländischen Trainer Marco van Basten und Guus Hiddink.

Duell der Trainer: Guus Hiddink und Marco van Basten.
Duell der Trainer: Guus Hiddink und Marco van Basten.
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In Basel rüsten sich die Holländer zur Fortsetzung der Party in orange. Über 100'000 Oranje-Fans hatten während den Gruppenspielen die Berner Innenstadt bevölkert; noch mehr Holländer werden nun in Basel erwartet.

Im Erfolgsfall würde die orange Karawane nach Wien weiterziehen. Im zweiten Halbfinal am Donnerstag wartet auf den Sieger Spanien oder Italien, die am Sonntag ihren Viertelfinal bereits im Ernst-Happel-Stadion austragen werden.

Die Kampagne der Holländer in der Qualifikation wurde von Skepsis begleitet. Kritiker, angeführt von Johan Cruyff, wurden laut. Mit den Erfolgen an der EURO gegen Italien und Frankreich und vor allem der Art und Weise, wie diese realisiert wurden, verstummten die Stimmen.

Die Holländer wurden zum grossen Turnierfavoriten erhoben. «Ich bin mir sicher, dass die Gruppe auch mit diesem Druck umgehen kann», erklärte van Basten. Durch den tragischen Tod von Khalid Boulahrouz´ frisch geborener Tochter sei das Team noch näher zusammengerückt.

Defensive Stabilität

Neun Treffer produzierte die «Elftal» bisher an der Endrunde, und gleichwohl hat kein Spieler mehr als zwei Tore geschossen. Die Vielseitigkeit macht die holländische Auswahl unberechenbar. Ruud van Nistelrooy, Wesley Sneijder, Arjen Robben, Robin van Persie oder Dirk Kuyt sind die offensiven Stars der «Oranje».

Die Abwehr, die am meisten in Frage gestellt worden war, liess erst einen Gegentreffer zu. Edwin van der Sar, der heute Lilian Thurams Rekord an EM-Spielen mit 16 Auftritten an einer Endrunde egalisieren wird, war dem Team bislang ein souveräner Rückhalt. Der 37-jährige Keeper von Manchester United hielt die Holländer mit sicheren Paraden gegen Frankreich und Italien in den wenigen kritischen Phasen im Spiel.

Doch auch die Russen gefielen nach dem kapitalen Fehlstart gegen Spanien (1:4) zuletzt mit offensivem Fussball. Im entscheidenden Spiel der Gruppe D gegen Schweden überfuhren sie Schweden 2:0, die Skandinavier mussten die vorzeitige Heimreise antreten. «Wenn wir gegen Holland gewinnen wollen, dann müssen wir im Abschluss konsequenter werden», ist sich jedoch Russlands Captain Sergej Semak bewusst. Und Hiddink bemängelte, dass sie in der Offensive «noch zu wenig Schaden» anrichteten.

Hiddinks Kritik

Mit seiner öffentlichen Kritik («Junioren-Fehler») hatte Hiddink sein Team schon nach der Auftaktniederlage gegen Spanien wachgerüttelt. Und nun schiebt der erfolgreiche Coach, der in seiner Heimat «Guus Geluk» («Guus Glück») genannt wird, die Favoritenrolle dem Gegner zu. «Sie spielen sehr guten Fussball und hatten einen Tag mehr Erholung. Ausserdem schonten sie gegen Rumänien zahlreiche ihrer Stars», erklärt Hiddink. Er stellt aber auch klar, dass «wir Holland nicht fürchten».

Der Vergleich zweier offensiv ausgerichteter Teams erhält durch das Aufeinandertreffen zweier holländischer Trainer zusätzliche Brisanz. Kaum einer kennt den Hollands Fussball so gut wie der 61-jährige Hiddink. Er führte den PSV Eindhoven 1988 zum nationalen Double und gewann auch den Meistercup. Es war der Beginn seiner Karriere als Erfolgstrainer, während der er auch die Nationalteams von Holland (WM-Halbfinal 1998), Südkorea WM-Halbfinal 2002) sowie Australien (WM-Achtelfinal 2006) betreute.

Datum als gutes Omen

Van Basten lobte Russland denn auch als «spielstarke Mannschaft mit Offensivspielern, die grosse Klasse haben». Der Einfluss, den der in den ersten zwei Partien noch gesperrte Andrej Arschawin gegen Schweden hatte, war ihm keinesfalls entgangen. Die eigenen Erfolge nähren aber auch das Selbstvertrauen. «Wir sahen, wie die Spanier gegen sie spielten und haben unsere Lektion gelernt», sagte van Basten. Die russische Abwehr war gegen die griechischen Defensivkünstler und gegen die harmlosen Schweden kaum ernsthaft gefordert.

Und die Holländer sehen das Spieldatum als positives Omen. Bisher verloren sie noch kein Endrundenspiel, das an einem 21. Juni stattfand. Vor zwei Jahren rang Holland an der WM in Deutschland Argentinien ein 0:0 ab, und an der Heim-EM siegte es gegen Frankreich 3:2. In bester Erinnerung ist den Holländern fraglos der 21. Juni 1988: Im Halbfinal besiegte die «Elftal» Deutschland 2:1; dank unter anderem van Bastens Traumtor holte Holland den bisher einzigen grossen Titel. Im Final siegte Oranje 2:0 - gegen Russland.

Holland - Russland
Samstag, 20.45 Uhr. - St.-Jakob-Park, Basel. - SR Michel (Slk).

Die möglichen Aufstellungen:
Holland: 1 van der Sar; 21 Boulahrouz, 2 Ooijer, 4 Mathijsen, 5 van Bronckhorst; 17 de Jong, 8 Engelaar; 10 Sneijder, 23 van der Vaart, 11 Robben; 9 van Nistelrooy.

Russland: 1 Akinfejew; 22 Anjukow, 4 Ignaschewitsch, 8 Kolodin, 18 Schirkow; 11 Semak; 18 Syrjanow, 20 Semschow, 7 Torbinski; 10 Arschawin; 19 Pawljutschenko.

Bemerkungen: Beide Teams komplett.

(Sascha Rhyner/Si)

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