Halbfinals des Schweizer Cups
Hyypiä setzt auf Defensive - Babbel vermisst die Gier
publiziert: Mittwoch, 2. Mrz 2016 / 08:11 Uhr
Vor dem Spiel im Wallis lässt sich Sami Hyypiä vom Sittener «Cup-Mythos» nicht beeindrucken.
Vor dem Spiel im Wallis lässt sich Sami Hyypiä vom Sittener «Cup-Mythos» nicht beeindrucken.

In den Halbfinals des Schweizer Cups trifft der FCZ am Mittwoch (20.45 Uhr) auf die Cup-Spezialisten vom FC Sion. Luzern duelliert sich mit dem 2016 ebenfalls noch sieglosen Lugano (19.00 Uhr).

Vor dem Gastspiel im Wallis lässt sich Zürichs Trainer Sami Hyypiä vom Sittener «Cup-Mythos» nicht beeindrucken. «Ich weiss, dass Sion noch nie einen Final verloren hat, aber es ist ja erst ein Halbfinal. Wir müssen uns also vor nichts fürchten», sagte er. Tatsächlich ist vor allem Sions Final-Statistik imposant. Hat der 13-fache Cupsieger alle seine Endspiele gewonnen, brauchte er in der Vorschlussrunde immerhin 19 Anläufe für 13 Finaleinzüge.

Angesichts der prekären Lage des FCZ in der Meisterschaft will Hyypiä den Fokus nicht allzu sehr von der Meisterschaft abrücken. Zum wiederholten Mal betonte er: «Der Halbfinal ist ein wichtiges Spiel, aber nicht wichtiger als das Heimspiel am Wochenende gegen Thun. Was nützt uns der Cupfinal, wenn wir in der Liga nicht mehr gewinnen sollten?» Als Schicksalsspiel für seine eigene Zukunft beim derzeitigen Vorletzten der Super League sieht der ruhige Finne die Partie nicht: «Klar, am Ende wird der Trainer an den Resultaten gemessen. Aber der Präsident sieht zum Glück auch meine tägliche Arbeit im Training.»

Für Hyypiä führt der Weg zum Erfolg auch im Wallis über eine solide Defensive: «Darauf lässt sich aufbauen. Ich mag kein Wild-West.» Weil die Mannschaft auch dank Neuzugang Leonardo Sanchez in der Abwehr stabiler wurde, ist er überzeugt: «Wir sind besser als noch vor ein paar Monaten.»

In der Offensive verfiel der FCZ aber jüngst in alte Muster, bekundete Mühe damit, Chancen zu kreieren (wie beim 0:1 gegen die Young Boys) oder diese zu verwerten (wie beim 0:0 gegen Lugano). «Die Flanken fanden zu oft keine Abnehmer», erkannte Hyypiä. Der Nachfolger des im August entlassen Urs Meier muss sich deshalb auch Gedanken machen, wie er die Tor-Flaute beheben will.

Nur zwei Tore in vier Spielen gelangen dem FCZ seit der Winterpause. Alexander Kerschakow (33), der sich im Wallis mit Theofanis Gekas (35) ein Duell der Altmeister liefern wird, deutete seine Stärken zwar an, braucht aber wegen fehlender Spielpraxis Anlaufzeit. «Wir müssen im gegnerischen Strafraum mit mehr Leuten präsent sein», fordert Hyypiä - zumal die Abwesenheit des kopfballstarken Franck Etoundi ins Gewicht fällt.

Am Tag vor der Neuauflage des letztjährigen Halbfinals (damals in Zürich) - 1:0 gewann Sion, das diesmal ohne seinen gesperrten Captain Veroljub Salatic auskommen muss - räumte der FCZ-Taktgeber eine gewisse Ohnmacht ein: «Manchmal wünsche ich mir, selber auf dem Platz zu stehen.» Als Trainer sei die Einflussnahme während des Spiels beschränkt, die Kommunikation nicht über das ganze Feld möglich.

Babbel spürt Gegenwind

Im zweiten Halbfinal empfängt Luzern den FC Lugano, der in der Zentralschweiz wie der FCZ im Wallis auf die Unterstützung von gegen 1000 Gästefans zählen kann. Wie Hyypiä will auch Luganos Trainer Zdenek Zeman den Cup nicht allzu hoch gewichten: «Der Cupfinal wäre ein schönes Erlebnis für die Mannschaft. Aber die Meisterschaft ist wichtiger.»

Beim FCL macht sich Markus Babbel auf Gegenwind gefasst, sollte gegen Lugano die fünfte Niederlage im fünften Spiel seit der Winterpause resultieren: «Es ist mir bewusst, dass es nicht nur für den Klub, sondern auch für mich ein wichtiges Spiel ist. Ich gehe davon aus, dass die Trainerdiskussion losgeht, falls wir verlieren.»

Insbesondere in der Offensive erhofft sich Babbel eine Steigerung der Ausbeute gegenüber den Auftritten in der Liga, die er allerdings nicht nur als schlecht taxiert. Die Leistungen gegen St. Gallen (0:1) und den FCZ (1:2) seien gut gewesen, urteilt der Deutsche. «Was fehlte, ist die Gier im gegnerischen Strafraum.»

(cam/Si)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 16
Eine Chance für die Kleinen und drohende Blamagen für die Grossen.
Eine Chance für die Kleinen und drohende Blamagen für die Grossen.
Titelverteidiger FCZ muss nach La Chaux-de-Fonds  Die Kugeln haben gesprochen: Die erste Runde des Schweizer Cups ist gezogen. Grosse Überraschungen gab es dabei nicht, jedoch bekommt die Stadt Basel an zwei Tagen Besuch aus der Super League. mehr lesen 
Vertrauen zahlt sich aus  Manche Trainer haben eine Nase, auch Näschen genannt. Uli Forte darf man dieses zubilligen. Dem FC Zürich trug es den Sieg im Cupfinal gegen ... mehr lesen  
Sangoné Sarr bestritt unter Forte alle Spiele.
Glücklicher Moment am Tiefpunkt: Der FC Zürich nach der Pokalübergabe.
Absteiger FCZ gewinnt den Cup Vier Tage nach dem Abstieg tröstet sich der FC Zürich ein wenig: Er wird dank des 1:0 im Final gegen Lugano auf dem heimischen Letzigrund zum ...
Beamte erleiden Hörsturz  Bern - Bei Ausschreitungen von Zürcher Fans vor dem Fussball-Cupfinal zwischen dem FCZ und Lugano sind am Sonntag in Zürich vier Polizisten verletzt worden. Drei erlitten Gehör-Verletzungen durch Knallpetarden, einer wurde von einer Eisenstange am Knie getroffen. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • Kassandra aus Frauenfeld 1778
    Wow, wie hat sich die gute Kubra gemausert! Ich danke auch Ihnen ganz persönlich für die vielen harten und ... Mi, 20.07.16 20:25
  • Pacino aus Brittnau 731
    Übrigens, wusstet ihr schon . . . . . . dass die Foren von AZ (Wanner), 20min. und Schweizer Fernsehen ... Mi, 29.06.16 15:20
  • PMPMPM aus Wilen SZ 235
    Und jetzt? Ist noch online...? Liebes news-Team, schade ist die Situation so, dass etwas aufhören ... Di, 28.06.16 22:43
  • kubra aus Berlin 3232
    Danke für die gelebte Pressefreiheit. Damit mein ich durchaus auch den ... Di, 28.06.16 16:09
  • Kassandra aus Frauenfeld 1778
    Nur ein ziemlicher Trottel kann annehmen, dass es etwas mit Zivilcourage zu hat, wenn er an einer ... Fr, 17.06.16 12:02
  • Kassandra aus Frauenfeld 1778
    Meine Anwälte sagen: "Aus einem Esel wird wird in tausend Jahren kein Golfisch, ... Di, 14.06.16 20:10
  • jorian aus Dulliken 1754
    Saudumm? Die Frage ist nur WER! Sie haben mich verleumdet. Sie haben übel über mich geredet! (Dies ... Di, 14.06.16 03:57
  • Kassandra aus Frauenfeld 1778
    Wer Kritik als persöliche Beleidigung empfindet, wer Kritik als mundtot-machen ... So, 12.06.16 12:24
Lyon siegte verdient.
Frauenfussball Wolfsburgs Frauen verpassen den Sieg Die Frauen-Equipe des VfL Wolfsburg mit den drei ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 18°C 25°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Basel 20°C 25°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
St. Gallen 17°C 24°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Bern 18°C 24°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Luzern 18°C 24°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Genf 20°C 24°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft Wolkenfelder, kaum Regen
Lugano 21°C 27°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft vereinzelte Gewitter
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten