In sechs von acht EM-Stadien liegen neue Rasen
publiziert: Donnerstag, 22. Mai 2008 / 15:50 Uhr / aktualisiert: Freitag, 23. Mai 2008 / 00:09 Uhr

Ausser in Wien und in Genf wird an der EURO 2008 in allen Stadien auf neuen Rasen gespielt. Diese Woche wird im Zürcher Letzigrund der letzte EM-Rasen verlegt. Er wurde auf 23 Lastwagen aus Holland in die Schweiz gefahren.

Sattes Grün, frisch ab der Rolle.
Sattes Grün, frisch ab der Rolle.
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Eigentlich hatten sie im Letzigrund den EM-Rasen schon im letzten August verlegt. Doch dann litt das Grün im neuen Stadion zu sehr unter den Strapazen von 27 Super-League-, 4 UEFA-Cup- und 3 Länderspielen sowie unzähligen Trainingseinheiten.

«Der Rasen war zu jung, um dies schadlos zu überstehen. Für die EM soll er perfekt sein», sagte Letzigrund-Greenkeeper Georges Nafzger.

Zürcher Rasen aus Holland

Daher entschied sich die Stadt Zürich, im Hinblick auf die Fussball-Festspiele im Juni mit Weltmeister Italien auch das grüne Geläuf in weltmeisterlicher Qualität zu präsentieren. 250'000 Franken liess man sich den neuen Rasen kosten.

In Holland war schon im April 2007 mit der Anzucht begonnen worden. Am Montag wurden die 15 m langen, 2,4 m breiten und 3 cm dicken Rasenstücke («Bigrolls») in Heythuysen (Ho) abgeschält und auf Rollen in 23 Lastwagen in die Schweiz gefahren.

Bis zum ersten Spiel am 9. Juni (Frankreich - Rumänien) wird das Substrat des neuen Rasens noch keine richtigen Wurzeln in der Unterlage des bisherigen Letzigrundrasens schlagen können.

«In zwei Wochen sind Wurzeln in der Länge von vieleicht zwei bis drei Zentimeter möglich. Das ist natürlich nicht viel», sagt Johannes Neher, der von der Stadt Zürich ebenfalls mit der Rasenpflege beauftragt ist.

Probleme wie bei der WM 2006 in Deutschland, als viele Spieler auf der neu verlegten Spielfläche samt Rasenziegeln ausrutschten, wird es gemäss Nafzger bei der EURO aber nicht geben. «Die Rasen waren in Deutschland nicht das Problem.

Aber dem Untergrund war zu viel Sand beigemischt worden, und zudem haben viele Spieler schlicht die falschen Schuhe benutzt.»

UEFA diktiert neuen Rasen in Bern

Schon im April haben das Stade de Suisse in Bern und der St.-Jakob-Park in Basel für die EURO 2008 einen neuen Rasen erhalten. Dort haben die Stadionbetreiber die Spielfläche allerdings aus Deutschland kommen lassen. In Basel war der Rasen ebenfalls in einem desolaten Zustand.

Auch im Joggeli ist er den Strapazen einer gesamten Meisterschaft nicht gewachsen gewesen. Es war der sechste Austausch der Spielfläche seit der Eröffnung des neuen Stadions im Frühjahr 2001.

In Bern wurde die Verlegung eines neuen Rasens von der UEFA diktiert. Die Young Boys spielen im Stade de Suisse auf Kunstrasen, was der europäische Verband für seine Turniere nicht erlaubt. Der Rasen, der aus Ingolstadt (De) angeliefert wurde, wurde über den Kunstrasen gelegt, weshalb die Spielfläche nun 27 cm höher liegt als gewöhnlich.

Im Gegensatz zu Zürich lässt die UEFA die Spielfläche in Bern und Basel von eigenen Leuten kontrollieren. Sie hat eigens dafür den Arsenal-Gärtner Paul Burges damit beauftragt.

Ansonsten mischt sich die UEFA bei der Rasen-Thematik nur ein, wenn sie bestimmt, dass die Höhe der Halme auf 2,3 cm zurechtgestutzt werden muss. Aus der Frage nach neuen Rasen hält sich die UEFA dagegen raus.

«Wir vertrauen den Experten vor Ort», sagte beispielsweise der österreichische Turnierdirektor Christian Schmölzer. «Auch woher die neuen Rasen kommen, ist uns egal.»

Die EM-Rasen werden nun aus fast allen Himmelsrichtungen angeliefert: aus Holland (Zürich), Deutschland (Bern, Basel, Salzburg, Klagenfurt) und Ungarn (Innsbruck). Rollrasen im Format wie sie in Zürich, Bern und Salzburg verwendet werden, produzieren nur zwei Firmen in Europa; jene im holländischen Heythuysen und jene im bayrischen Ingolstadt.

In Wien und Genf wurde aufgrund wesentlich geringerer Belastung in den letzten Monaten darauf verzichtet, neue Rasen zu verlegen. Im Wiener Ernst-Happel-Stadion beispielsweise finden nämlich im Alltag keine Meisterschaftspiele statt sondern nur eine Hand voll Länderspiele.

(von Stefan Wyss/Si)

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