Bayern gegen Juventus
Kampf der Systeme, Teil 2
publiziert: Mittwoch, 16. Mrz 2016 / 08:18 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 16. Mrz 2016 / 08:40 Uhr
Jubeln am Ende wieder die Bayern-Spieler oder schafft Juve die Sensation?
Jubeln am Ende wieder die Bayern-Spieler oder schafft Juve die Sensation?

Bayern München geht mit einer guten Ausgangslage ins Achtelfinal-Rückspiel der Champions League. Bereits ein 0:0 daheim würde nach dem 2:2 im Hinspiel zum Weiterkommen gegen Juventus Turin reichen.

Dass Bayern München auf ein torloses Remis spielt, ist ausgeschlossen. «Wir sind eine Mannschaft, die nach vorne spielt, die Tore schiessen will», stellte Captain Philipp Lahm klar. «Wir sind nicht dafür bekannt, dass wir zuhause auf ein 0:0 spielen. Das ist auch nicht der Stil von Pep Guardiola.» Die letzten neun Heimspielen in der Champions League gewannen die Münchner allesamt - mit einem Torverhältnis von 36:4.

Man werde sicherlich auch gegen Juventus Turin versuchen, die Entscheidung zu suchen, sagte Vereinschef Karl-Heinz Rummenigge. Die Rollenverteilung auf dem Feld dürfte ähnlich sein wie vor gut drei Wochen in Turin. Auf der einen Seite das dominant, offensiv ausgerichtete Bayern München, auf der anderen Seite das kompakt stehende, auf Konter lauernde Juventus Turin. Ein Kampf der zwei Systeme, nannte es Lahm.

Aus dem ersten Duell gab es für beide Teams, Lektionen zu lernen. Juventus Turin wird sich davor hüten, so passiv zu agieren wie in der ersten Stunde des Hinspiels, als es chancenlos war und 0:2 in Rückstand geriet. Bayern München muss derweil aufpassen, nicht die Konzentration zu verlieren, denn ansonsten sind die Italiener zur Stelle, wie sie bei ihrer Aufholjagd in Turin bewiesen haben.

«Es wird ein gewaltiger Kampf»

Guardiola warnte trotz der eigentlich angenehmen Ausgangslage: «Wir spielen gegen eines der besten Teams in Europa. Sie haben in den letzten zehn Spielen kein Tor kassiert, daher erwarten wir ein sehr kompliziertes und unangenehmes Spiel.» Juventus' Goalie Gianluigi Buffon ist in der Serie A seit 926 Minuten ohne Gegentreffer und kann am kommenden Wochenende gegen Torino den Ligarekord des früheren Milan-Keepers Sebastiano Rossi aus der Saison 1993/1994 brechen.

Auf die Meisterschafts-Bilanz kann der letztjährige Champions-League-Finalist allerdings nicht viel geben. Denn vor drei Wochen marschierten die Münchner teilweise ziemlich leichtfüssig durch das vermeintliche Defensiv-Bollwerk. «Uns ist voll bewusst, wie stark sie sind, aber sie haben auch einige Schwachpunkte, die wir ausnützen wollen», sagte Verteidiger Leonardo Bonucci. «Es wird ein gewaltiger Kampf, wir fahren voller Enthusiasmus und fest entschlossen, die nächste Runde zu erreichen, nach München.»

Nur zweimal verpasste Bayern München nach einem Remis im Auswärtsspiel den Vorstoss in die nächste K.o.-Runde eines Europacups: 1981 gegen Liverpool und 2007 im Champions-League-Viertelfinal gegen die AC Milan. Die Mailänder hatten nach einem 2:2 daheim in München 2:0 gewonnen. Damals traten die Bayern vor eigenem Anhang allerdings auch nicht so unwiderstehlich auf wie in der laufenden Saison. Erst einmal verloren sie in der Allianz Arena: vor knapp zwei Wochen gegen Mainz.

Besonders aussagekräftig findet Stephan Lichtsteiner jene Niederlage aber nicht: «Bayern München hatte viel Ballbesitz und viele Chancen, um die Partie für sich zu entscheiden.» Es werde für sie hart werden in München, «aber wir sind zuversichtlich», sagte der Schweizer Aussenverteidiger in Diensten der Italiener dem klubeigenen TV-Sender. Erschwerend kommt für Juventus hinzu, dass mit Paulo Dybala der Topskorer und mit Claudio Marchisio sowie Giorgio Chiellini zwei weitere Stammspieler verletzt ausfallen.

Arsenal braucht ein Wunder

Im zweiten Achtelfinal-Rückspiel vom Mittwoch wartet auf Arsenal eine «Mission Impossible». Die Londoner müssen beim Titelverteidiger FC Barcelona ein 0:2-Handicap wettmachen. Innerhalb weniger Wochen hat Arsenal wohl seine Titelchancen in drei Wettbewerben verspielt. In der Premier League liegt Leader Leicester nunmehr elf Punkte voraus, im FA-Cup bedeutete am Wochenende Watford Endstation. Die Kritik am lange Zeit unantastbaren Trainer Arsène Wenger, der seit 1996 im Amt ist, wächst. Kürzlich legten ihm Fans auf einem Transparent den Abschied nahe: «Danke für die Erinnerungen, aber es ist Zeit, Goodbye zu sagen.»

(cam/Si)

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