Vorschau Gruppe B
Klare Rollenverteilung und Stolpersteine
publiziert: Dienstag, 31. Mai 2016 / 11:51 Uhr
Die Gruppe B besteht aus England, Russland, Wales und der Slowakei.
Die Gruppe B besteht aus England, Russland, Wales und der Slowakei.

Nach Papierform und gemäss Weltrangliste ist England der klare Favorit in der Gruppe B. Russland will an den Erfolg der EM 2008 anknüpfen, Wales möchte ebenso wie die Slowakei als Spielverderber auftreten.

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Wann immer es an Europameisterschaften um den Finaleinzug ging: England war in der Neuzeit mit einer Ausnahme nie dabei. 1996, am Heimturnier, verschoss Gareth Southgate im Halbfinal gegen Deutschland den sechsten Penalty. Die Serie von «30 Jahren Schmerz», wie es in der englischen EM-Hymne der «Lightning Seeds» in Anspielung an den 30 Jahre zurückliegenden WM-Titel hiess, verlängerte sich damit auf unbestimmte Zeit. Southgates Fehlschuss passte ins Bild, das englische Schützen seit 1990 bei Entscheidungen aus elf Metern abgaben. Sechs von sieben Penaltyschiessen in einer EM- oder WM-Partie gingen verloren.

Heuer soll mal wieder alles anders und besser werden. Die punktemässig perfekte Qualifikation in der Gruppe mit der Schweiz, Slowenien, Estland, Litauen und San Marino lieferte die Steilvorlage für Optimismus, der Testspiel-Sieg in Deutschland (3:2) Ende März verstärkte ihn. Drei Tage später verlor England gegen die nicht qualifizierten Niederlande 1:2 - und schon gab es wieder Gegenwind der nicht als zimperlich bekannten Medien.

Mit klingenden Namen bespickt

Der wunde Punkt ist seit der Aussortierung von John Terry die zuweilen etwas hüftsteif wirkende Defensive. In der Vorwärtsbewegung hat England aber einiges zu bieten. Das ist im Prinzip dem sensationellen Meister Leicester City und den drittklassierten Tottenham Hotspur respektive deren ausländischen Trainern Claudio Ranieri und Mauricio Pocchettino geschuldet, die auf einheimisches Schaffen setzten. Jamie Vardy und Harry Kane trugen ligaweit am meisten Treffer (25 und 24) zum überragenden Abschneiden ihrer Teams bei.

Ob die beiden auch tatsächlich gemeinsam stürmen werden, wagen englische Medien zu bezweifeln. Dafür bietet das Spurs-Duo Dele Alli/Eric Dier dem Nationaltrainer Roy Hodgson mehrere Optionen für die Besetzung des Mittelfeldes. Womöglich ist es sogar zu verkraften, dass sich Rekord-Torschütze und Captain Wayne Rooney seit Monaten nicht wirklich in Topform befindet. Dennoch bringt es auf den Punkt, was die Nachrichtenagentur Reuters neulich schrieb: «Ein Ausscheiden wäre ein monumentaler Schock.»

Premiere für Wales und die Slowakei

Zwei der drei englischen Gruppengegner werden in Frankreich erstmals zu einer EM-Endrunde antreten. Das drängt die «Three Lions» noch stärker in die Favoritenrolle. Nach dem Auftakt gegen Russland heissen die Konkurrenten Wales und Slowakei. WM-Teilnahmen haben die letzten beiden Konkurrenten je eine (1958 respektive 2010) vorzuweisen.

Wales würde dem «grossen Nachbarn» nur zu gerne ein Bein stellen. In der Qualifikation waren zwei Dinge bemerkenswert: Der zweifache Champions-League-Sieger Gareth Bale war mit sieben (von total elf) Toren und zwei Assists der überragende Spieler. Dazu liess die Defensive um Captain Ashley Williams nur vier Gegentore zu. Einzig Rumänien (2), England und Spanien (je 3) blieben unter dieser Quote. Mit Ausnahme von Bale sind sämtliche Spieler von Wales in einer der höchsten beiden Ligen Englands respektive in der schottischen Premier League engagiert. Die Pace und die Spielweise des Gegners im mit Spannung erwarteten Duell werden definitiv bekannt sein.

Slowakei will Grosse ärgern

Die Slowakei erwies sich am bislang einzigen grossen Turnier seit Beginn der Unabhängigkeit 1993 bereits einmal für einen klaren Favoriten als Stolperstein. Die Osteuropäer sorgten vor sechs Jahren an der WM in Südafrika mit dem 3:2 gegen Italien für lange Gesichter beim Titelverteidiger und für dessen Vorrunden-Out. Aus jener slowakischen Startaufstellung sind an der EM 2016 sieben Spieler dabei, noch immer ist Marek Hamsik der Captain.

Russlands Minimalziel nach dem Halbfinal-Vorstoss 2008 und dem Verpassen der folgenden EM wurde von (fast) oberster Stelle diktiert. «Wenn wir die K.o.-Phase nicht erreichen, haben wir versagt», so Sportminister Witali Mutko, der auch Präsident des nationalen Fussballverbandes ist. «Ich denke, unser Team hat das Potenzial, um ein gutes Turnier abzuliefern.» Die Namen, die das bewerkstelligen sollen, sind nicht so gross wie die Erwartungen. Bekanntester Akteur ist Artjom Dsjuba, der Goalgetter von Zenit St. Petersburg und erfolgreichste russische Torschütze in der EM-Qualifikation.

(bg/Si)

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