Köbi Kuhns Erkenntnisse
publiziert: Montag, 26. Mai 2008 / 00:03 Uhr / aktualisiert: Montag, 26. Mai 2008 / 07:38 Uhr

14 Tage vor dem EM-Start gegen Tschechien arbeiteten die Schweizer Fussballer am Selbstvertrauen. Köbi Kuhn analysierte das ordentliche 2:0 gegen die Slowaken und nahm eine hohe Einschätzung von Rückkehrer Patrick Müller vor.

Köbi Kuhn während der Hymne vor dem Match.
Köbi Kuhn während der Hymne vor dem Match.
An den Spekulationen über das definitive EM-Aufgebot beteiligte sich der SFV-Selektionär selbstredend nicht.

Der schwarzen Serie von vier Niederlagen setzten die Schweizer im letzten seriösen Test 14 Tage vor dem EM-Kick-off ein Ende und vermieden so auch gleich eine weiterhin negative Grundhaltung im Volk.

Der Weg zum 2:0 gegen die limitierte Slowakei war ein Steigerungslauf. Den soliden, weitgehend ereignislosen ersten 45 Minuten folgte eine gute zweite Hälfte. Und erstmals nach 10 Spielen und 19 Gegentoren liess sich die Defensive nicht überwinden.

Köbi Kuhn: «Wir haben uns taktisch ein wenig besser verhalten, das macht das Leben einfacher. Das Team ist kompakter aufgetreten. Die Abläufe funktionierten besser. Wir haben den Abwehrteil besser akzentuiert. Besser verteidigen heisst in der Regel ja auch, besser angreifen zu können. Mit dem Spiel gegen die Slowaken dürfen wir generell zwar zufrieden sein, aber wir müssen auch auf dem Teppich bleiben. An der EM wird es deutlich härter. Der Druck wird dann wesentlich grösser sein.»

In der ersten Halbzeit produzierten die Spieler in den Couloirs wenig gewinnbringende Aktionen. Später drehten Johan Vonlanthen, der den verletzten Barnetta auf der linken Seite ersetzte, und primär Valon Behrami (2 Skorerpunkte) spürbar auf. Im Herz der Abwehr stimmte das Timing bei Philipp Senderos nicht ausnahmslos. Im Sturm war Marco Streller mehrheitlich der Statist ohne Wirkung neben Hauptdarsteller Alex Frei.

Kuhn: «Wir wissen auch, dass diese Leistung noch nicht zum Gewinn des EM-Titels genügt. Es gibt generell noch viel Raum zur Steigerung. Ich möchte nicht auf einzelne Spieler eingehen. Die Abstimmung klappt noch nicht hundertprozentig. Aber ich sehe hier ein Team, das gut arbeitet und vieles umsetzt. Auf höchstem europäischem Niveau wird noch mehr gefordert. Aber unser Auftritt gefiel mir besser als in den letzten Spielen.»

Am Mittwoch steht die endgültige Selektion der 23 EM-Teilnehmer in Kuhns Programm. Tranquillo Barnetta (Sprunggelenk), Philipp Degen (Syndesmoseband) und Christoph Spycher (Adduktoren) sind (noch) Teil des medizinischen Bulletins. Mit ihrer Rückkehr ist zu rechnen. Innverteidiger Mario Eggimann, Mittelfeldspieler Beni Huggel und der nachnominierte Stürmer Thomas Häberli kamen gegen die Slowakei nicht zum Einsatz. Zwei aus diesem Trio werden den Cut in zwei Tagen nicht überstehen.

Kuhn: «Wen ich selektionieren werde, darüber gebe ich keine vorzeitige Auskunft. Sie können davon ausgehen, dass ich bis zum Mittwoch sicher keine möglichen Namen nennen werde. Natürlich war das Spiel am Samstag ein weiterer Schritt in Richtung des 23er-Kaders. Aber nochmals: Dort, wo es sie braucht, werde ich die Konkurrenz bestimmt nicht abwürgen.»

Anfang Juni vor einem Jahr stand Patrick Müller im Nationalteam gegen Argentinien (1:1) letztmals auf dem Rasen. In den Monaten danach hatte der Genfer die schwierigste Phase seiner Karriere zu bewältigen. Ein Kreuzbandriss im Knie stoppte ihn im Dezember. Nun kehrte der 31-Jährige in rekordverdächtiger Zeit zurück. Wenige Tage nach seiner «Flucht» aus Lyon spielte Müller ohne spürbare Defizite die Rolle des Abwehrpatrons. Der 77-fache Internationale ist für die EURO gesetzt.

Kuhn: «Er ist nicht gross. Er ist nicht schnell. Er ist Patrick Müller. Patrick ist ein Phänomen. Aber das wussten wir ja schon vorher, deshalb bemühte ich mich auch so sehr um ihn. Ich falle wegen seiner Leistung nicht aus allen Wolken. Ich kenne ihn. Es gibt nicht manche Spieler, die sechs Monate nach einer solchen Verletzung mit dieser Einstellung zurückkommen. Wie er das Spiel lesen kann, ist unglaublich.»

Die Konturen der idealen Startformation sind nach dem 18. EM-Test (8 Siege/1 Remis/9 Niederlagen) ziemlich scharf erkennbar. In der Abwehrkette sind Magnin, Senderos und Müller gesetzt. Im Zentrum des defensiven Mittelfelds ist an der Besetzung Fernandes/Inler nicht zu zweifeln. Sofern Barnetta gesund wird, ist er im linken Couloir Fixstarter. Im Sturm werden Topskorer Frei (33 Tore) und sein Basler Copain Streller beginnen. Rechts haben sich Verteidiger Lichtsteiner und «Puncher» Behrami gegenüber Degen sowie Vonlanthen Vorteile erarbeitet.

Kuhn: «Ich will eigentlich keine Einzelabreibung machen. Aber es ist schon so, Valon Behrami hat eines seiner besseren Spiele in der Nationalmannschaft gemacht. Er ist erstmals beschwerdefrei und kann seine Leistung über die gesamte Spielzeit bringen. Ich bin sehr zufrieden mit ihm.»

(von Sven Schoch, Lugano/Si)

 
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