Rückspiele bei den osteuropäischen Underdogs
Können YB und Servette ihre Vorteile nutzen?
publiziert: Donnerstag, 26. Jul 2012 / 12:45 Uhr
Mario Raimondi und die Young Boys wollen eine Runde weiter.
Mario Raimondi und die Young Boys wollen eine Runde weiter.

Die Young Boys und Servette treten mit relativ knappen Vorsprüngen zu ihren Zweitrunden-Rückspielen in der Europa-League-Qualifikation an. Ein Ausscheiden gegen die osteuropäischen Underdogs wäre für die beiden ersten Schweizer Vertreter im Wettbewerb blamabel.

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Angesichts der überschaubaren Fähigkeiten des Gegners ist nicht damit zu rechnen, dass der Drittrunden-Vorstoss der Young Boys in Gefahr geraten könnte. Doch die Berner sind vorgewarnt. «Wir dürfen dieses Spiel nicht auf die leichte Schulter nehmen», sagte Christian Schneuwly vor dem Abflug nach Moldawien gegenüber der «Bund»-Online-Ausgabe. «Wie das enden kann, hat Red Bull Salzburg gezeigt.»

Das Out des österreichischen Meisters gegen die luxemburgischen Amateure von Düdelingen war peinlich. Im Gegensatz zu Salzburg, das im Hinspiel 0:1 verloren hatte, reisten die helvetischen Vertreter mit einer Marge aus dem Heimspiel nach Osteuropa. YB gewann vor einer Woche gegen den moldawischen Klub Zimbru Chisinau 1:0, Servette gegen Gandsassar Kapan 2:0. Wobei beide Erfolge - gemessen an den erspielten Chancen - viel zu knapp ausfielen. «Wir müssen vor dem Tor konkreter werden», sagte Goalie und Captain Marco Wölfli.

Trainer Martin Rueda dürfte im Hinblick auf die angestrebte Qualifikation für die Gruppenphase der Europa League und einen weiteren Saisonverlauf mit Mehrfachbelastung rotieren. Deshalb nahm der neue YB-Coach beispielsweise Pascal Doubai und Josef Martinez nicht nach Moldawien mit. Rueda hatte am letzten Wochenende gegen GC im Vergleich zum Hinspiel gegen Zimbru bereits sechs Änderungen in der Startaufstellung vorgenommen.

Servette auch ohne Rüfli

Servettes Sorgen vor dem Rückspiel haben ihren Grund nicht im Resultat aus dem Hinspiel. Trainer João Alves plagen nach dem 2:0 vor Wochenfrist vielmehr personelle Probleme. Die ohnehin schon lange Verletztenliste (acht Spieler) hat weiteren Zuwachs erhalten. Aussenverteidiger Vincent Rüfli erlitt am Sonntag beim 0:1 in Sitten einen Muskelriss in den rechten Adduktoren und muss rund drei Wochen pausieren. Alves musste deshalb für die beschwerliche Reise nach Jerewan mit Tankstopp in Bukarest auf einen Spieler aus der U18 zurückgreifen.

Die in der Super League letztklassierten Genfer nahmen ihre zweite Europacup-Reise nach Armenien - vor zehn Jahren hatten die «Grenats» in der Qualifikation Spartak Jerewan problemlos eliminiert - mit Respekt in Angriff. Alves und sein Staff warnen vor der Hitze (vorausgesagt sind 36 Grad zum Kickoff um 19 Uhr Ortszeit), der Höhe (fast 1000 Meter über Meer) und der Zeitverschiebung (plus zwei Zonen). Zudem muss Servette bereits am frühen Sonntagnachmittag zum Léman-Derby in Lausanne antreten. Deshalb wollte der Genfer Tross nach Spielschluss sofort Richtung Schweiz zurückfliegen, musste das Vorhaben aber wegen des nächtlichen Landeverbots in Cointrin verschieben. Und auf die Flughäfen von Annecy oder Lyon wollte Servette nicht ausweichen.

Klägliche Chancenverwertung im Hinspiel

Die sportliche Aufgabe gegen Gandsassar, den Sechstklassierten der armenischen Liga, präsentiert sich eigentlich nur aus einem Grund heikel. Im Hinspiel verpasste es Alves' Equipe auf teils klägliche Weise, die Überlegenheit in mehr als zwei Tore umzumünzen. Sie hätte den harmlosen Gegner zwingend höher als 2:0 schlagen müssen, im Optimalfall wäre das Resultat zweistellig ausgefallen. Der schlechte Zustand des Terrains im Republik-Stadion von Jerewan wird das technisch bessere Team, das Servette ohne Zweifel ist, nun nicht bevorzugen.

Gandsassar Kapan (Arm) - Servette
Donnerstag, 17.00 Uhr (MEZ). - Republik-Stadion, Jerewan. - SR Saar (Est).

Mögliche Formation Servette:
Gonzalez; Schneider, Mfuyi, Pizzinat, Moubandje; Pont; Lang, Kouassi, Pasche, De Azevedo; Karanovic. - Abwesend: Baumann, Diallo, Esteban, Kusunga, Paratte, Routis, Rüfli, Schlauri, Tréand (alle verletzt), Gomes, Grippo und Ramisi (alle nicht spielberechtigt).

Zimbru Chisinau (Mol) - Young Boys
Donnerstag, 19.15 Uhr (MEZ). - Zimbru-Stadion. - SR Blom (Ho).

Mögliche Formation YB:
Wölfli; Sutter, Nef, Veskovac, Spycher; Schneuwly, Silberbauer, Farnerud, Raimondi; Costanzo; Mayuka. - Abwesend: Bobadilla, Simpson (beide verletzt), Doubai und Martinez (beide nicht im Aufgebot).

(bg/Si)

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