Unbekannte Expedition des FC St. Gallen nach Mazedonien
Kollers FC St. Gallen muss in Mazedonien kicken
publiziert: Mittwoch, 8. Aug 2001 / 16:33 Uhr

St. Gallen - Eine ungewisse Expedition führt den sportlich in eine Krise gerutschten FC St. Gallen ins politische Krisengebiet Mazedoniens.

Der schlecht in die Meisterschaft gestartete Vorjahreschampion hofft gegen den nahezu unbekannten mazedonischen Cupsieger Pelister Bitola auf «die Chance zur positiven Wende» (Trainer Marcel Koller). Die Partie im City Stadion mit einem Fassungsvermögen von 7000 Zuschauern beginnt um 17.30 Uhr.

Die Ostschweizer sind am Mittwochmittag mit einer Chartermaschine von Altenrhein nach Ohrid abgeflogen und haben die Universitätsstadt Bitola per Bus erreicht. St. Gallen kann in Bitola, das rund 75 km von der griechischen Grenze entfernt ist, wieder auf Dal Santo zählen. In der Meisterschaft war der Italo- Verteidiger zuletzt gesperrt. Auch die beiden Brasilianer Jairo und Jefferson, die bei der missglückten Europacup-Hauptprobe gegen GC auf dem Hardturm (1:6) lediglich eingewechselt wurden, sind wieder von Beginn weg dabei. Raus muss Zanni, dafür wechselt Jenny die Abwehrseite.

«Die UEFA-Qualifikation kommt für uns zu keinem idealen Zeitpunkt. Wir sind geschwächt und verunsichert. Aber vielleicht kriegen wir in Bitola die Kurve zum Erfolg», macht Trainer Koller sich und seiner dezimierten Mannschaft Mut. Es fehlen weiterhin die verletzten Imhof, Tato, Walker und Nixon, der allerdings mit dem Nachwuchs sein Comeback gegeben hat. Die Suche nach einem erprobten Innenverteidiger und Abwehrchef läuft weiter. Auch der Armenier Wardanjan von YB war auf dem Espenmoos ein Thema. Er hat aber vor wenigen Tagen mit den Bernern verlängert, und eine Transfersumme um eine Million Franken ist St. Gallen zu viel.

Die positiven Erinnerungen

Zwar sind Amoah (Sturm Graz), Zwyssig (Tirol) und vor allem Identifikationsfigur Stiel (Borussia Mönchengladbach) weg, doch die positiven Erinnerungen an die Europacup-Taten des vergangenen Jahres bleiben. St. Gallen scheiterte an Galatasaray Istanbul in der Champions-League-Qualifikation nur knapp (1:2/2:2 am Bosporus), schaltete sensationell Chelsea aus (0:1/2:0) und blieb nur mit viel Pech an Brügge (1:2/1:1) hängen. Im europäischen Schaufenster zerfielen aber die Ostschweizer, die mit einem Budget von acht Millionen haushalten müssen. Ihre Leistungsträger konnten nicht gehalten werden. Auch Zellweger, der in seinem Vertrag für die Schweiz eine Ausstiegsklausel für GC und Servette mit festgeschriebener Ablöseseumme besitzt, liebäugelt mit dem Absprung (Basel?). Und nach dem Rumänen Gane haben sich schon etliche ausländische Vereine erkundigt.

Verständlich, dass der ehrgeizige Trainer Marcel Koller unzufrieden ist: «Ich muss mit dem arbeiten, was realistisch und verfügbar ist. St. Gallen kann sich nicht mit GC oder Basel, geschweige denn mit finanzkräftigen ausländischen Klubs vergleichen.» Koller drängt auf die bitter notwendigen Verstärkungen (Abwehrzentrum, Tor), sonst könnte auch der Zürcher bald einmal genug haben. In seinem Vertrag soll stehen, dass er den Kontrakt brechen kann, sofern ihm keine für Schweizer Verhältnisse kompetitive Mannschaft zur Verfügung steht.

Das unbekannte Bitola

Seit der Unabhängigkeit Mazedoniens konnte sich Pelister Bitola in der ersten Liga etablieren, war aber nie besser als im 4. Rang klassiert. Im Vorjahr wurde das Team von Trainer Sbase Ristevski Achter unter 14 Klubs, gewann aber den Cupfinal mit einem 2:1 über Meister Slofga Jugomagnat. Schon 1992 und 1993 stand Pelister im Cupfinal, unterlag aber im Endspiel. Die Mannschaft aus der zweitgrössten Stadt Mazedoniens nimmt erstmals am Europacup teil. Im Vorjahr waren die Südosteuropäer im UI-Cup dabei, stiessen bis in die dritte Runde vor, scheiterten aber an Celta Vigo (Sp).

Die beiden Stars der Mannschaft sind Nationalspieler und heissen Apostolovski und Kapinkovski. Bei der Hauptprobe im Cup- Sechzehntelfinal (4:0 über Drittligist Mladost) wurden die beiden Mittelfeldspieler geschont. Noch nie standen sich im Europacup Schweizer und Mazedonier gegenüber. Direkte Vergleiche fehlen. Doch unterschätzen darf man die Fussballer aus dem Kriegsgebiet, wo die ungewisse politische Lage um die albanischen Rebellen und die Befreiungsarmee UCK lebenswichtiger als Fussball ist, nicht. Die Nationalmannschaft hat vor wenigen Wochen in der Türkei gegen den EM-Viertelfinalisten ein 3:3 erreicht. Dennoch ist St. Gallen Favorit. Ein Scheitern wäre ein weiterer Dämpfer für die Ostschweizer und würde aus dem gegenwärtigen Tief endgültig eine Krise heraufbeschwören.

Die voraussichtliche St. Galler Startformation: Stöckli; Jenny, Zellweger, Winkler, Dal Santo; Müller, Guido, Jairo, Colacino; Jefferson, Gane.

(sda)

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