Marcel Koller: «Es hat nicht sein sollen»
publiziert: Mittwoch, 12. Sep 2012 / 15:27 Uhr
Die lobende Berichterstattung, insbesondere aus Deutschland, nahm Koller achselzuckend zur Kenntnis. (Archivbild)
Die lobende Berichterstattung, insbesondere aus Deutschland, nahm Koller achselzuckend zur Kenntnis. (Archivbild)

Am Tag nach dem 1:2 in der WM-Qualifikation gegen Deutschland war Österreichs Nationaltrainer Marcel Koller noch immer von der unglücklichen Niederlage gezeichnet. Trotz der guten Leistung überwog die Enttäuschung über die verpasste Sensation.

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«Vom Ergebnis her ist das Ganze sehr frustrierend», erklärte Koller. Er habe Probleme, die Schlappe zu verarbeiten, «weil wir vor allem in der ersten Hälfte eine sehr gute Leistung gezeigt und einige Chancen herausgespielt haben. Dann hat aber die letzte Konsequenz und die Ruhe gefehlt.» Im Gegensatz zur ÖFB-Auswahl nutzten die Deutschen ihre Chancen eiskalt. «In solchen Situationen zeigt sich eben ihre Weltklasse», stellte Koller fest und verzichtete darauf, noch einmal die Abseitsstellung in der Entstehung des Penaltys zum 0:2 zu thematisieren. «Weil es jetzt eh nichts mehr bringt.»

Mit Ausnahme der Chancenverwertung hatte der Zürcher seinen Schützlingen nichts vorzuwerfen. «Dass wir dieses Pressing nicht 90 Minuten lang durchhalten können, ist klar. Aber das Einzige, das in der ersten Hälfte gefehlt hat, waren die Tore. Und man darf nicht vergessen, dass wir gegen die Nummer 2 der Welt gespielt haben.» Ein Unentschieden wäre ein gerechtes Resultat gewesen. «Aber es hat nicht sein sollen, und die grauen Haare kommen auch so.»

«Erfahrungswerte, die man mitnimmt»

Die lobende Berichterstattung, insbesondere aus Deutschland, nahm Koller achselzuckend zur Kenntnis. «Wir können uns von der Niederlage nichts kaufen. Aber es ist gut fürs Selbstvertrauen, dass gerade die Legionäre in Deutschland Lob bekommen.» Es seien die «kleinen Dinge» gewesen, die eine Überraschung gegen den dreifachen Welt- und Europameister vereitelten. «Bei der Chance von Arnautovic springt der Ball vor ihm noch einmal kurz auf, geht ihm ans Schienbein und er trifft ihn nicht richtig. Er war sich sicher, dass er ihn rein macht, das waren Hundertstelsekunden, in denen vielleicht die Spannung weg und die Vorfreude da ist. Doch das sind Erfahrungswerte, die man mitnimmt», sagte Koller über die vergebene Grosschance zum 2:2 kurz vor Schluss.

Als nächstes warten auf Koller und seine Österreicher in einem Monat zwei Spiele gegen Kasachstan, erst auswärts, dann daheim. An der Einstellung gegen den Aussenseiter arbeitet der Nationaltrainer bereits jetzt: «Nun gilt es, nicht die Deutschland-Mentalität, sondern die Koller-Mentalität weiterzuführen. Wir müssen gegen jeden Gegner Vollgas geben.» In Astana zähle nur ein Erfolg, egal wie er zustande kommt. «Auch bei dreckigen Siegen nimmt man drei Punkte mit. Dann heisst es Mund abwischen und weiter.»

(knob/Si)

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