Mit «Zubi» kehrte das Glück zurück
publiziert: Sonntag, 15. Jun 2008 / 23:02 Uhr / aktualisiert: Montag, 16. Jun 2008 / 17:05 Uhr

«Zubi» bringt der Schweizer Nati Glück. Mit Pascal Zuberbühler im Tor gelang der Schweiz im neunten Anlauf der erste Sieg an einer EM-Endrunde (2:0 gegen Portugal). Für den Thurgauer endete das 51. und letzte Länderspiel erfolgreich.

Pascal Zuberbühler bedankt sich beim Publikum.
Pascal Zuberbühler bedankt sich beim Publikum.
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47 Minuten vor Spielbeginn betrat Zuberbühler den Rasen des St.-Jakob-Park, der mit 39'730 Zuschauern auch beim dritten Auftritt der Schweiz ausverkauft war.

Der Keeper wurde mit Applaus begrüsst und spulte danach mit Diego Benaglio, Eldin Jakupovic und Goalietrainer Erich Burgener das Aufwärmprogramm ab.

23 Minuten später verliess er das Feld mit nun dreckiger roter Trainerjacke und entging so den Pfiffen, die seiner Vorstellung bei der Mannschaftspräsentation folgten.

Kurzer Jubel

Um 20.40 Uhr erschien er zum letzten Mal im Goaliedress der Nationalmannschaft aus der für die Zeit der EURO neutralen Senftube.

Hinter Captain Ludovic Magnin und vor Philippe Senderos betrat er den Rasen, sang wenig später mit bekannter Inbrust den Schweizer Psalm.

Kurzer Jubel brandete ihm entgegen, als er seine Position im Tor vor den Schweizer Fans einnahm; er verzichtete auf einen Gruss an die Fans. Durch kurzes Heben der Hand meldete er Schiedsrichter Konrad Plautz, dass er für das Spiel bereit ist.

Glück mit Pfosten, Latte und Offside

Zuberbühler erlebte einen ruhigen Beginn bei seiner Derniere. Einen ersten langen Ball begleitete er nach 30 Sekunden ohne Hast über die Grundlinie. Sein weiter Abstoss erreichte Eren Derdiyok und führte zum ersten Corner der Schweiz.

Erstmals gefährlich wurde es in der 7. Minute nach einer Kunstflanke von Quersma, der den Ball hinter dem Standbein in die Mitte spielte. Doch Helder Postiga stand im Offside, und der Ball flog übers Tor.

Zehn Minuten später hatte Zuberbühler das Glück des Tüchtigen. Pepe lenkte einen flach getretenen Freistoss Nanis ab, «Zubi» lenkte den Ball mit dem Arm und etwas Glück an die Latte.

Wenig Mühe hatte er in der 20. Minuten nach einem Kopfball von Bruno Alves. Immer wieder feuerte er seine Vorderleute an, dirigierte lautstark. Oder schlug beinahe verzweifelt die Hände über dem Kopf zusammen, wie bei den verpassten Chancen von Gökhan Inler (22.) oder Johan Vonlanthen (25.).

Offside-Pfiff rettet «Zubis» Bilanz

Zweimal war Zuberbühler vor dem Seitenwechsel geschlagen. Beim ersten Mal rettete Philippe Senderos mit einem Ausfallschritt gegen den Schuss von Helder Postiga (23.). Kurz zuvor hatte er mit grosser Ruhe vor der portugiesischen Sturmspitze einen Ball in die Tiefe entschärft.

Noch mehr Glück stand «Zubi» und der Schweiz jedoch in der 36. Minute bei: Der (falsche) Offside-Pfiff von Plautz stoppte den Alleingang Postigas auf das Tor, der Treffer zählte nicht. Allerdings war Postiga nicht im Abseits gestartet; Stephan Lichtsteiner hatte das Offside aufgehoben.

Nach der Pause dauerte es nur eine Minute, bis sich Zuberbühler erstmals echauffierte. Er war mit der Deckungsarbeit seiner Verteidiger in erhöhtem Mass unzufrieden. Wenig später war ihm das Glück bereits wieder hold.

Lichtsteiner war unter einem Steilpass durchgerutscht und Nani stürmte alleine auf den Keeper los. «Zubi» behielt die Ruhe, blieb lange stehen, der Angreifer von Manchester United wählte die nahe Ecke und traf nur den Aussenpfosten (53.). Fünf Minuten später entschärfte er sicher einen Scharfschuss von Quaresma.

Antreiber im Tor

Zuberbühler ist heiss. Nach der Grosschance des eben eingewechselten Tranquillo Barnetta schlägt er die Hände über dem Kopf zusammen, dreht sich ab zum Tor und legt einen kurzen Sprint zu seiner Trinkflasche im Netz hin.

Lautstark feuert und treibt er seine Mitspieler an. Er kann es kaum fassen, als Inlers Distanzschuss vom Aussenpfosten wegspritzt (65.).

Ein lauter Ausruf ist im lauten «Joggeli» zu vernehmen. Das Glück, das mit Zuberbühler zur Schweizer Nati zurückgekehrt scheint, reicht noch nicht bis in die Sturmspitze.

«Zubis» Freudensprung

In der 71. Minute streckte Zuberbühler die rechte Faust in die Höhe. Hakan Yakin erzielte nach herrlicher Vorarbeit von Derdiyok das 1:0. Er freut sich nur kurz und konzentriert wieder auf seine wohl zunehmende Arbeit.

Sie kommt in Form eines Gegenstosses nach einem Ballverlust von Gelson Fernandes, doch versprang Quaresma im entscheidenden Moment der Ball, der zur sicheren Beute von «Zubi» wurde.

Und sieben Minuten vor Schluss erneut Jubel bei Zuberbühler. Schon beim Penaltypfiff von Plautz ballte er die Faust, und nachdem Yakin den Penalty sicher verwandelt hatte, machte der Keeper fast 100 Meter entfernt einen Freudensprung.

Er klatschte drei Minuten später auch bei der Auswechslung des Doppeltorschützen und gab letzte Anweiseungen an seine Vorderleute. Wie schon bei der WM liess sich «Zubi» auch an der EM nicht bezwingen. Er verabschiedete sich mit einem zu Null und einem Sieg von der internationalen Bühne. Mit Zuberbühler kehrte definitiv auch das Glück zum Schweizer Team zurück.

(von Sascha Rhyner /Si)

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