Affolter für Djourou
Mit neu formierter Abwehr gegen Messi
publiziert: Montag, 27. Feb 2012 / 22:36 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 29. Feb 2012 / 12:48 Uhr
Ottmar Hitzfeld baut auf Ricardo Rodriguez.
Ottmar Hitzfeld baut auf Ricardo Rodriguez.

Zwei Tage vor dem Test gegen Lionel Messis Argentinien besammelte sich die Schweizer Nationalmannschaft in Bern. Nicht dabei ist Johan Djourou, der mit einer Zerrung im rechten Oberschenkel in London blieb. Gegen Argentinien wird für ihn François Affolter verteidigen.

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Mehr als sechs Jahre sind vergangen seit dem letzten Länderspiel in Bern. Damals im November 2005 schlug die Schweiz die Türkei im Hinspiel der denkwürdigen WM-Barrage. So viel Drama wird es gegen Argentinien nicht geben. Ein Test bleibt ein Test - auch wenn auf der Gegenseite das Fussball-Genie Lionel Messi steht.

Wenn ein Team einem Gegner vom (Offensiv)-Kaliber Argentiniens gegenübersteht, in dessen Reihen nicht nur Messi sondern auch die Ausnahmekönner Sergio Agüero und Gonzalo Higuain figurieren, rückt die Defensive unweigerlich in den Fokus. Gegen die Südamerikaner wird die Stabilität der Schweizer Defensive einer harten Prüfung unterzogen. «Mittelfeld und Sturm arbeiten gut mit. Wir sind mit unserem Abwehrverhalten konkurrenzfähig. Da mache ich mir keine Sorgen», sagte Aussenverteidiger Stephan Lichtsteiner vor dem Duell gegen den Weltmeister von 1978 und 1986.

Ricardo Rodriguez auf Links

So solide die Schweizer im Kollektiv verteidigen, so sehr ist die Besetzung der Viererreihe vor Diego Benaglio eine Baustelle. Konstanz garantiert nur Lichtsteiner. Links findet gerade die Wachablösung von Reto Ziegler zu Ricardo Rodriguez statt - und in der Mitte muss Hitzfeld mehr wechseln als ihm lieb ist. Sein bevorzugtes Duo wäre Johan Djourou und Philippe Senderos, «wenn sie im Klub regelmässig zum Einsatz kommen», so Hitzfeld.

Das kommen sie nicht, auch weil sie immer wieder durch Verletzungen gebremst werden. Senderos reiste im Wissen nach Bern, seit fast einem Monat für Fulham keinen Einsatz gehabt zu haben. Am Wochenende sass er immerhin wieder einmal auf der Ersatzbank, nachdem er sich Anfang Februar gegen Manchester City an der Leiste verletzt hatte. Sein Copain Djourou leidet an einer Muskelzerrung im rechten Oberschenkel, wie ein MRI in London bestätigte. Der Genfer reiste gar nicht erst in die Schweiz. So wird Hitzfeld gegen Argentinien im 16. Länderspiel seit der WM-Endrunde 2010 zum 13. Mal nicht auf seine bevorzugte Lösung zurückgreifen können.

Affolter in Startaufstellung

Weil auch Steve von Bergen verletzt ist, mit neun Einsätzen in den letzten anderthalb Jahren der regelmässigste Arbeiter in der Innenverteidigung, wird François Affolter am Mittwoch in der Startformation stehen. Das liess Hitzfeld am Rande des Zusammenzugs in Bern durchblicken. Ob neben dem Werder-Akteur Senderos oder Alain Nef verteidigt, ist offen. So oder so wird Hitzfeld das siebte Innenverteidiger-Paar seit der WM in Südafrika nominieren (müssen).

Für den Bieler Affolter geht der Aufstieg der letzten vier Wochen weiter. Von der YB-Ersatzbank über die Werder-Stammformation zum Duell mit dem Weltfussballer der letzten drei Jahre. Gegen Argentinien bestreitet der 20-Jährige sein fünftes Länderspiel. Letztmals stand er Anfang Februar 2011 beim tristen 0:0 auf Malta für die SFV-Auswahl im Einsatz. In drei von vier Länderspielen mit Affolter kassierte die Schweiz keinen Gegentreffer. Das ist ein formidabler Wert, erarbeitet jedoch nicht gegen Messis Argentinien - sondern gegen Österreich, Australien und Malta.

(fest/Si)

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Freut sich über drei Punkte  Die Schweizer waren nach dem 2:1-Sieg in Litauen froh über die drei Punkte. Sie freuen sich auf den «ersten Matchball» gegen Slowenien (Yann Sommer). Doch sie waren auch selbstkritisch.  
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