Norwegen zu Gast: Hält die Schweizer Siegesserie an?
publiziert: Freitag, 12. Okt 2012 / 10:00 Uhr
Eren Derdiyok hungert nach gefährlichen Torabschlüssen, die zum Erfolg führen.
Eren Derdiyok hungert nach gefährlichen Torabschlüssen, die zum Erfolg führen.

Der Start in die WM-Qualifikation ist der Schweiz im September mit zwei Siegen geglückt. Nun folgt heute Freitag in Bern (20.30/live auf fussball.ch) die dritte Partie gegen den härtesten Konkurrenten Norwegen. Mit einem Erfolg kann die SFV-Auswahl die Skandinavier deutlich zurückbinden.

Retro-Fussballtrikots von der Schweizer Nati
6 Meldungen im Zusammenhang
Einen Tag vor dem Spiel gegen Norwegen verzogen sich endlich die Störungen am Himmel. Nach 48 Stunden Dauerregen klarte es in Feusisberg auf und der Nebel gab den Blick auf den Zürichsee frei. Das passte zur Gemütslage im Schweizer Teamhotel. Nationalcoach Ottmar Hitzfeld ist zufrieden mit dem Stand der Vorbereitung, auch wenn das schlechte Wetter den Trainingsbetrieb beinträchtigt hat. «Die Mannschaft hat nach den ersten beiden Siegen viel Selbstvertrauen», so Hitzfeld. Später spricht Captain Gökhan Inler von der Freude und dem Spass, mit denen das Team arbeite.

Selbstvertrauen, Freude, Spass: Auf den ersten Blick deutet nichts auf das Ende der nun drei Spiele umfassenden Schweizer Siegesserie hin. Und wenn die Schweizer auch Norwegen schlagen, haben sie tatsächlich einen wichtigen Schritt Richtung Platz 1 in der Gruppe E gemacht. Sie hätten den Konkurrenten aus Skandinavien schon um sechs Punkte distanziert. Zudem wäre es das erst zweite Mal, dass die Schweiz die ersten drei Spiele einer WM- oder EM-Qualifikation gewinnt. Dies gelang bisher einzig im Herbst 1994 im Anlauf an die EM-Endrunde 1996 in England mit den Siegen gegen Schweden, Island und die Türkei.

Tückische Ausgangslage

Doch die vorzügliche Stimmung im Team und die verlockende Ausgangslage sind auch tückisch. Der Grat zwischen Selbstvertrauen und Selbstüberschätzung ist ebenso schmal wie zwischen lockerer Ambiance und leistungshemmendem Wohlgefühl. Hitzfeld ist sich dessen bewusst. In den Einzelgesprächen und in den Sitzungen hat er darauf hingearbeitet. «Wir müssen die richtige Mischung zwischen guter Stimmung und gesunder Anspannung finden.»

Auch Inler hebt den Mahnfinger: «Zwei Siege sind ein guter Start. Aber wir müssen wissen, dass wir noch nirgendwo sind. Es braucht wenig und alles kann wieder kippen. Es gibt noch so viele Spiele zu absolvieren.» Die Tabelle zeigt nach zwei Runden zwar ein perfektes Bild, nicht aber, dass die beiden Siege in Slowenien (2:0) und gegen Albanien (2:0) mehr auf soliden Leistungen und beachtlicher Effizienz fussten als auf überragender spielerischer Qualität. «Wir müssen uns gegen Norwegen steigern, um den dritten Sieg zu realisieren», sagte Hitzfeld.

Nati und die Favoritenrolle

Nach wie vor hat die Schweiz Mühe, wenn sie als Favorit in ein Spiel geht. Norwegen wird daher kein dankbarerer Gegner sein als Slowenien oder Albanien. «Wir tun uns schwer, solche Partien zu dominieren», sagte Stürmer Eren Derdiyok. Trotzdem müssen die Schweizer in dieser Gruppe die Favoritenrolle annehmen - auch gegen Norwegen, das bei der Auslosung im Topf 1 eingeteilt und im letzten Jahr noch unter der europäischen Topten klassiert war. Sieben Spieler aus der Schweizer Startformation spielten in der letzten und oder in der aktuellen Saison mit ihren Klubs in der Champions League. Und bei Norwegen? Da sind es null Spieler mit dieser Erfahrung in jüngerer Vergangenheit.

Das ist ein Hinweis darauf, dass die Schweiz einen höheren Rhythmus müsste gehen können als der Gegner. «Wir wollen für den Erfolg die spielerischen Mittel einsetzen und dabei nicht vergessen, dass es ein physisches Spiel wird», sagte Inler. Gegen die vermutlich mit einer Viererabwehrkette und Fünfermittelfeldreihe tief stehenden Norweger fordert Inler ein besseres Vorgehen über die Flügel. «Wir müssen Eren Derdiyok besser in den Abschluss bringen als zuletzt.» Der Stürmer von Hoffenheim trat in Slowenien und gegen Albanien mehr durch sein mannschaftsdienliches Verhalten als durch Gefährlichkeit vor dem gegnerischen Tor in Erscheinung.

Verantwortung auf mehreren Schultern

Nun kommt Derdiyoks delikate Situation in der Bundesliga erschwerend dazu. Er gelangt in Hoffenheim seit Wochen nur noch mit dem Tropfenzähler zum Einsatz. Trotzdem lobt Hitzfeld seinen Stürmer und preist dessen «Fortschritte im läuferischen Bereich und beim Pressing». Der Coach kann sich derzeit mit der Verrichtung solcher Nebenjobs durch seinen Stürmer begnügen.

Hitzfeld hat in den letzten Monaten ein Team geformt, das die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt. Das offensive Glück hängt nicht mehr von einem oder zwei Spielern ab. 2012 hat die Schweiz in sechs Partien 14 Tore durch acht verschiedene Spieler erzielt. Derdiyok sagte: «Wir sind so weit, dass wir immer wieder Lösungen finden.» Wenn dies auch gegen Norwegen so ist, rückt die WM in Brasilien ein weiteres Stück näher.

(bg/Si)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese fussball.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Die Schweizer Nationalmannschaft kommt in Bern gegen Norwegen nicht über ein 1:1-Unentschieden hinaus. Ein Remis, ... mehr lesen
Kampf mit Haken und Ösen: Ruben Yttergard Jenssen (l.) gegen Valon Behrami.
Norwegens Trainer Egil Olsen hat Sorgen im Sturm.
Norwegen hat vor dem WM-Qualifikationsspiel in der Schweiz einige Sorgen. Der Auftakt ... mehr lesen
Geheimnisse gibt es vor dem dritten Schweizer WM-Qualifikationsspiel gegen Norwegen keine. Ottmar Hitzfeld wird den gleichen elf ... mehr lesen
Ottmar Hitzfeld
Geburtstagskind Xherdan Shaqiri amüsiert sich im verhudelten Nati-Training.
Das verregnete Training vom Mittwoch in Rapperswil-Jona bestätigte den ... mehr lesen
Das WM-Qualifikationsspiel der Schweiz gegen Norwegen vom Freitag, 12. Oktober, könnte vor ausverkauften Rängen über die ... mehr lesen
Am 12. Oktober trifft die Schweiz im Stade de Suisse auf Norwegen.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Marco Mathys wird mit einem Nati-Aufgebot belohnt.
Der St. Galler Mittelfeldspieler Marco Mathys (25) figuriert erstmals im Kreis der ... mehr lesen
Retro-Fussballtrikots von der Schweizer Nati
Offizieller Fanartikel Shop von Tranquillo Barnetta
barnettafan.ch
Hardungstrasse 55a
9011 St. Gallen
Vladimir Petkovic hält sich momentan noch zurück.
Vladimir Petkovic hält sich momentan noch zurück.
Einblick in seine Nati-Pläne  Rund drei Monate vor seinem Amtsantritt hat Vladimir Petkovic (50) in Bern einen Einblick in seine Pläne mit dem Schweizer Nationalteam gewährt. 
Transfer kein Thema  Nach der in den vergangenen Tagen aufgekommenen Diskussion über ...
Xherdan Shaqiri wird in München geschätzt.
Xherdan Shaqiri. (Archivbild)
Zweijährige Ausleihe von Shaqiri? Xherdan Shaqiri gehört bei Bayern München nicht zur ersten Elf. Nun könnte der Schweizer durch eine Ausleihe zu mehr Spielzeit kommen.
Bayern: Shaqiri-Abgang kein Thema Der FC Bayern München hat in der Personalie von Xherdan Shaqiri ein Machtwort gesprochen.
Xherdan Shaqiri soll nicht abgegeben werden.
Titel Forum Teaser
  • CaptKirk aus Zürich 1
    Indiskutable SR-Leistung Die Leistung von SR Hänni war - nicht zum ersten mal - absolut ... Mo, 24.03.14 11:23
  • prezzemola aus Wien 2
    Basel sollte das packen Also im Normalfall sollte es Basel vor allem vor dem eigenen Publikum ... Do, 27.02.14 19:12
  • prezzemola aus Wien 2
    Salah, Basel und Luzern Mohamed Salah hat auf jeden Fall verdient abgeräumt. Ich freue mich ... Di, 28.01.14 18:58
  • Samul6 aus Musterstadt 15
    War klar! War ja schon lange klar! Warum liess ihn Dortmund nicht vorher gehen? ... So, 05.01.14 12:57
  • Samul6 aus Musterstadt 15
    Fehlentscheid! Kein guter Einscheid! Yakin bringt die Mannschaft nicht wirklich nach ... So, 05.01.14 12:03
  • ochgott aus Ramsen 695
    und wer stoppt endlich den Blatter? So, 15.12.13 15:06
  • KangiLuta aus Wila 195
    Der Richter.. ...muss ein Walliser gewesen sein. So, 15.12.13 13:05
  • Heidi aus Oberburg 955
    erinnert mich an eine andere dänischen Karikatur. Über einen längst ... Sa, 14.12.13 21:50
Lara Dickenmann erzielte den Ausgleichstreffer vom Punkt. (Archivbild)
Frauenfussball Erster Punktverlust für die Schweizerinnen Die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft der ...
Fussball Videos
Diego Costa knallt in den Pfosten  Die Verletzung des spanischen Internationalen Diego Costa ...  
Traumhafte Direktabnahme  Der FC Basel verlor gegen den FC Valencia klar und ...  
Witzige Idee  In einem kleinen Contest zwischen den beiden ...  
Stark!  Lionel Messi hat mit seinen drei Treffern für den FC ...  
Klasse Freistoss  Lange schien es im Spiel von Juventus Turin gegen ...  
Mehr Fussball Videos
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
MI DO FR SA SO MO
Zürich -1°C 7°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Basel -2°C 8°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
St.Gallen -1°C 9°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Bern -0°C 12°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Luzern 4°C 12°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Genf 4°C 15°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Lugano 7°C 17°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
mehr Wetter von über 6000 Orten
Seite3.ch