Österreich hätte mindestens ein 1:1 verdient
publiziert: Sonntag, 8. Jun 2008 / 18:14 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 8. Jun 2008 / 21:51 Uhr

24 Stunden nach der Schweiz verlor auch Partner Österreich das Auftaktspiel unglücklich. Die ÖFB-Auswahl unterlag Kroatien in Wien trotz imposantem Schlussspurt 0:1. Das Siegestor schoss Luka Modric mittels Foulpenalty schon in der 4. Minute.

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Die Parallelen zum Schweizer Startspiel am Tag zuvor in Basel waren im Ernst-Happel-Stadion in den Schlussminuten frappant. Der Gastgeber stürmte, war aber nicht vom Glück begünstigt. Einen Handspenalty reklamierten die Österreicher ebenfalls, doch der Ball war dem Kroaten Dario Knezevic eindeutig nicht penaltywürdig an die Hand gesprungen (84.).

Eine letzte Chance hatte der eingewechselte Roman Kienast in der 93. Minute mittels Kopfball nach einem Freistoss vergeben, nachdem zuvor die ebenfalls für den Schlussspurt eingetretenen Ivica Vastic (84.) und Ümit Korkmaz (86.) mit ihren Schüssen am fehlerfreien Keeper Stipe Pletikose gescheitert waren.

Die Austria-Equipe von Coach Josef Hickersberger bestätigte mit der Leistung in der letzten Viertelstunde den gezeigten Aufwärtstrend in den Testspielen in diesem Frühling nun auch im Ernstkampf. Sie steigerte sich nach einer schwachen ersten halben Stunde, weil vor allem gegen Ende auch Captain Andreas Ivanschitz besser wurde und die eingewechselten Offensivspieler mehr Qualität einbrachten.

Belohnt wurden die Österreicher letztlich aber doch nicht. Zu gross war das Handicap aus der Startphase, der Penalty nämlich, der das von der ganzen (Fussball-)Nation herbeigesehnte Startspiel der eigenen Mannschaft in ungünstige Bahnen gelenkt hatte.

Ärgerlicher Rückstand

Und wie ärgerlich dieser Rückstand nach nicht einmal vier Minuten zu Stande gekommen war. Viele hatten in Österreich die Befürchtung geäussert, wonach der ÖFB-Auswahl vor allem die Erfahrung fehlen könnte, um auf dem Niveau einer EM-Endrunde zu bestehen.

In der Tat stand eine sehr junge Equipe auf dem Platz; sechs von zehn Feldspieler waren erst 25 Jahre alt oder jünger. Doch dann war es ausgerechnet der Teamsenior Rene Aufhauser, dem schon nach 140 Sekunden der letztlich entscheidende Fehler unterlief. Ungestüm stellte sich der in zwei Wochen 37-jährige Mittelfeldspieler von Red Bull Salzburg Kroatiens Stürmer Ivica Olic in den Weg und verursachte so den Foulpenalty, den Luka Modric zum Siegestor verwertete.

Grausiger Beginn

Nicht einmal drei Minuten hatte es gedauert, um die Hoffnungen auf einen positiven EURO-Start des Gastgebers zu knicken. 140 Sekunden, in denen die Österreicher nicht ein einziges Mal in der gegnerischen Platzhälfte aufgetaucht waren. Es war ein grausiger Beginn für den grossen Aussenseiter dieses Turniers gegen den mit breiter Brust angetretenen Geheimfavoriten.

70'000 Landsleute

In der Südkurve aber tanzte der rund 15'000 Mann starke kroatische Bär in seinen rot-weiss karierten Shirts. Die rund 70'000 Landsleute, die grösstenteils schon am Samstag aus Kroatien nach Wien gereist waren und sich das Spiel in der Innenstadt in den Fanzonen anschauten, taten es ihm gleich.

Doch ausser mit dem Resultat hatte ihnen ihr Team wenig Positives offeriert. Abgesehen von den ersten 25 Minuten präsentierte sich das Ensemble von Trainer Slaven Bilic nie wie der von vielen genannte Geheimfavorit auf den Titel. Dazu war Luka Modric zu selten der ballsichere Regisseur. Kamen über die rechte Seite von Darijo Srna wenig Impulse und war sein Pendant im linken Couloir, Niko Kranjcar, gar ein Ausfall.

Und auch Mladen Petric hatte nur wenige gute Szenen. In seiner auffälligsten Aktion schoss der Schweiz-Kroate aus dem Aargau bei einer Direktabnahme aus zehn Metern über das Tor (35.).

Vor allem aber zeigte sich das gesamte Team in der Schlussphase wenig souverän beim Verwalten des Vorsprungs. Wie sich die Kroaten von der Nummer 92 des FIFA-Rankings dominieren lassen mussten, war unverständlich und erstaunte. Jubeln durften sie beim «Hrvatski nogometni savez» am Ende aber trotzdem, denn sie wissen: bei einem Turnier zählt zum Anfang nur der Sieg. Und den kann ihnen keiner mehr nehmen.

Österreich - Kroatien 0:1 (0:1)

Ernst-Happel-Stadion, Wien. -- 51'428 Zuschauer (ausverkauft). -- SR Vink (Ho). -- Tor: 4. Modric (Foulpenalty) 0:1.

Österreich: Macho; Prödl, Stranzl, Pogatetz; Standfest, Aufhauser, Säumel (62. Vastic), Gercaliu (69. Korkmaz); Ivanschitz; Harnik, Linz (74. Kienast).

Kroatien: Pletikosa; Corluka, Robert Kovac, Simunic, Pranjic; Srna, Modric, Niko Kovac, Kranjcar (63. Knezevic); Olic (82. Vukojevic), Petric (72. Budan).

Bemerkungen: Beide Teams komplett. Verwarnungen: 4. Pogatetz (Reklamieren). 21. Säumel (Foul). 51. Robert Kovac (Foul). 68. Prödl (Foul).

(Von Stefan Wyss/sda)

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