Österreich hofft auf das K.+K.-Duo
publiziert: Donnerstag, 12. Jun 2008 / 00:00 Uhr

Gegen Polen wird es in Österreichs Offensive zu Änderungen kommen. Ümit Korkmaz und Roman Kienast dürften von Beginn an spielen. Sie waren nach dem Eintritt gegen Kroatien so gut, dass die Fans ihre Hoffnungen in das K.+K.-Duo setzen.

Nach der 0:1-Niederlage gegen Kroatien machte Österreichs Coach Josef Hickersberger die gleichen Defizite aus wie schon vor 18 Jahren an der WM in Italien, als er ebenfalls Trainer gewesen war. «Es ist wie 1990. Es fehlt uns die nötige Erfahrung bei grossen Turnieren.»

Diese Aussage erstaunte im Ernst-Happel-Stadion. Hatten nicht zuvor auf dem Rasen ausgerechnet die jungen Einwechselspieler Ümit Korkmaz (22) und Roman Kienast (24) massgeblich zum tollen Schlussspurt der ÖFB-Auswahl beigetragen? Zwei Spieler also, die zusammen erst zehn Länderspiele absolviert haben?

Die jungen Offensivspieler waren, Erfahrung hin oder her, bei ihren Teileinsätzen gegen Kroatien jedenfalls so gut, dass Hickersberger die beiden gegen Polen wohl von Beginn weg einsetzen wird. Wie alle anderen Trainer lässt sich zwar auch er nicht in die (Aufstellungs-)Karten blicken, aber Insider sind sicher: das K.+K.-Duo wird im wegweisenden zweiten Gruppenspiel für Druck sorgen.

Korkmaz kam, Kienast ging

So sehr Stürmer Kienast und der offensive Mittelfeldspieler Korkmaz nun die österreichische EM-Hoffnung verkörpern, so sehr schienen sie noch vor zwei Jahren keine gemeinsame Zukunft im Verein zu haben und verschiedene Wege zu gehen. Als sich der damals 20-jährige Ümit Korkmaz bei Rapid Wien einen Stammplatz erkämpfte, war das für den seit Monaten stagnierenden Kienast ein Zeichen, sich nach einer neuen Herausforderung umzusehen.

Er fand sie an einer periphären Adresse des europäischen Fussballs, bei Hamarkameratene, genannt Ham-Kam, in der norwegischen Liga. Aber auch dort, wo sonst vor allem Eisschnellläufer berühmt werden, schien sich Kienasts Karriere in die falsche Richtung zu entwickeln. In der bescheidenen Liga Norwegens stieg er mit Ham-Kam ab.

Während sich Kienast, dessen Vater Profi (Salzburg und Rapid) und dessen Onkel sogar Nationalspieler Österreichs war, im hohen Norden mit Halbprofis und Amateuren herumschlug, spielte sich Ümit Korkmaz bei Rapid in den Fokus von Hickersberger. Der Sohn türkischer Emigranten aus dem 15. Wiener Bezirk Rudolfshaus-Fünfheim stand im Frühling 2007 immer wieder kurz vor der Nomination, verpasste aber das Länderspieldebüt mehrfach, weil er mal hier mal dort verletzt war.

Und so wurde plötzlich er, zumindest in der ÖFB-Auswahl, von Roman Kienast überholt. Der Stürmer schoss, es war mittlerweile Herbst 2007, Ham-Kam in Norwegen mit 14 Toren in die 1. Liga zurück und stand am 13. Oktober im Länderspiel in Zürich gegen die Schweiz (1:3) erstmals für Österreich im Einsatz.

Länderspieldebüt vor 14 Tagen

Korkmaz musste darauf sieben Monate länger warten. Er verhalf Rapid Wien dank überragender Rückrunde zwar zum Meistertitel, aber erst am 27. Mai, keine 24 Stunden vor Bekanntgabe des definitiven EM-Kaders, durfte er sein Können für «Rot-Weiss-Rot» gegen Nigeria (1:1) erstmals demonstrieren.

Nach diesem zweitletzten EM-Test in Graz überraschte Hickersberger mit der Selektion von Kienast und Korkmaz für die EURO 2008. Wenige hatten mit den unerfahrenen Offensivleuten gerechnet. Doch jetzt scheint es, dass halb (Fussball-)Österreich sein Schicksal in die Füsse des K.+K.-Duos legt. Im wichtigsten Länderspiel für den ÖFB seit zehn Jahren und der WM 1998 in Frankreich.

(Stefan Wyss, Wien/Si)

 
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