«Poldi» der Quoten-Renner
publiziert: Montag, 9. Jun 2008 / 18:28 Uhr

Wenn Fussballer wichtige Tore schiessen, überborden oft die Emotionen. Kameruns Roger Milla tanzte einst mit der Eckfahne, heute werden Flic-Flacs oder wahre Choreografien geboten. Lukas Podolski reagierte wie ein «Eisberg», als schien es ihm peinlich zu sein.

Torjubel sieht anders aus: Lukas Podolski nach dem 1:0.
Torjubel sieht anders aus: Lukas Podolski nach dem 1:0.
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Wie sehr ihn aber seine zwei Tore für Deutschland bewegten, stand ihm aber auch ohne überschwänglichen Jubel ins Gesicht geschrieben. «Ich habe eine sehr grosse Familie in Polen, dort bin ich geboren. Daher muss man auch ein bisschen Respekt für dieses Land haben. Das habe ich gemacht», begründete «Poldi» den stillen Torjubel.

Im Alter von zwei Jahren war er 1987 mit seiner Familie von Gliwice (zu deutsch Gleiwitz) nach Deutschland gezogen. Aufgewachsen ist er in Bergheim bei Köln.

Die Familie hatte Anspruch auf die Aufnahme in die Bundesrepublik, da die Grosseltern gebürtige Deutsche sind. Seit der D-Jugend spielte er für die «Geissböcke», und mit 18 Jahren schaffte er es in die erste Mannschaft, entdeckt und gefördert vom Schweizer Marcel Koller, dem damaligen Trainer des 1. FC Köln.

Frust bei Bayern, Lust im Nationalteam

Inzwischen spielt Podolski längst bei Bayern München, doch dort hat er eine schwierige Saison hinter sich. Wo ein Miroslav Klose und Weltstars wie Luca Toni und Franck Ribéry in Konkurrenz stehen, bleibt halt oft nur die Rolle als Edelreservist und Frust.

Im Nationalteam aber wirkt Poldi oft wie ausgewechselt. «Egal, auf welcher Position ich eingesetzt werde: Es macht mir hier unheimlich viel Spass, und ich fühle mich in diesem Kreis total wohl», schwärmt er.

Gegen Polen kam natürlich noch hinzu, dass ein Grossteil seiner Familie (u.a. Vater und Onkel) auf der Tribüne sass, wie er wohl mit zwei Herzen in der Brust.

Lob vom Trainer

Sonderlob gab es auch vom Bundestrainer. «Er hat ein unglaubliches körperliches Potential, Schnelligkeit und eine gute Ausdauer. In den letzten zwei Jahren sowie bei der WM war er bei uns auch immer ein Leistungsträger.»

Allerdings erfuhr Podolski erst am Samstagabend, dass er gegen Polen auch wirklich spielt. Löw entschied sich für die offensivere Variante mit Podolski im Mittelfeld hinter der Doppelspitze Klose/Gomez.

Eine Stammplatz-Garantie wird es trotz seiner starken Leistung weiterhin nicht geben. Doch zwei Tore sind natürlich ein gewichtiges Argument für weitere Einsätze.

Er ist mittlerweile - als erst 23-Jähriger - in der von Gerd Müller mit 68 Treffern angeführten Torschützenliste der Deutschen auf Platz 15 vorgerückt, mit einer beeindruckenden Treffer-Quote: In 49 Länderspielen hat er nun 27 Tore geschossen. Das sind 0,55 pro Partie. Durchschnittlich mehr als in jedem zweiten Spiel trifft er. Und wenns bei ihm läuft, dann richtig: Schon sieben Mal hat er mehr als ein Tor in einer Partie erzielt.

(rr/Si)

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