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Präsident Constantin wird Sion-Trainer
publiziert: Montag, 3. Nov 2008 / 12:25 Uhr / aktualisiert: Montag, 3. Nov 2008 / 20:26 Uhr

Das «Komödienstadl» um den FC Sion hat seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Präsident Christian Constantin entmachtete Trainer Uli Stielike nach fünfmonatiger Tätigkeit und übernahm an dessen Stelle die sportliche Leitung.

Nimmt er die Zügel selbst in die Hand? Der Präsident des FC Sion, Christian Constantin.
Nimmt er die Zügel selbst in die Hand? Der Präsident des FC Sion, Christian Constantin.
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Constantin wird dem FC Sion nach eigener Aussage bis zur Winterpause -- die Walliser tragen am 13. Dezember gegen Neuchâtel Xamax ihr letztes Spiel des Jahres aus -- als Chefcoach mit besonderen Aufgaben vorstehen. Die Trainings werden nicht vom exzentrischen Architekten, sondern von dessen Statthaltern Jean-Claude Richard und José Sinval geleitet.

Constantin sieht sich für die taktischen und technischen Belangen verantwortlich. Nur: Die nötigen Diplome, einen Super-League-Verein zu trainieren, besitzt der Sittener Präsident gar nicht.

Zudem ist er vom Verbandssportgericht des Schweizerischen Fussballverbands im September wegen eines Vorfalls vom Dezember 2004 mit einer viermonatigen Platzsperre belegt worden. Constantin darf sich während der Partien nicht auf dem Terrain und im Kabinengang aufhalten, die Garderobe kann er dagegen betreten.

Deshalb hat Constantin die Aufgaben intern wohlweislich verteilt: Die Übungseinheiten leitet seit Montagmorgen das Duo Richard/Sinval, die Trainingspläne stellt Christian Zermatten zusammen und auf der Bank wird während Spieltagen der sportliche Direktor Freddy Chassot Platz nehmen. Gehen musste derweil Paolo Urfer. Der Ende Oktober nach 30 Monaten endende Vertrag mit dem Sportchef, der eben aus den Ferien zurückgekehrt ist, wurde nicht verlängert.

Wollte Stielike nicht mehr?

Der bisherige Coach Uli Stielike, den Constantin im Spätfrühling 2008 mit einem Dreijahresvertrag ausgestattet hatte, hatte die Möglichkeit, sich Constantins Diktat zu beugen und in «anderer Funktion» weiter für den Verein zu arbeiten. Das offizielle Communiqué liess die Medien wissen, Stielike hätte die Bedingungen der Zusammenarbeit nicht akzeptiert und wolle keine Trainings mehr leiten.

Am Abend sagte Constantin dann an der Pressekonferenz in Martigny, Stielike hätte seinen Posten aus freien Stücken aufgegeben. Der Deutsche, immerhin ehemaliger Schweizer Nationalcoach, dürfte juristische Schritte gegen den gewieften und vor Gericht erfahrenen Patron einleiten.

«Ich habe Stielike während 150 Tagen ruhig arbeiten lassen», rechtfertigte Constantin den 18. neuen Trainer in seiner etwas mehr als fünf Jahre dauernden zweiten Amtszeit als Präsident. «In den letzten sieben Partien holten wir nur noch vier Punkte, in Bern und Basel wiesen wir in zwei Auswärtsspielen ein Torverhältnis von 0:8 auf. Es wurde Zeit, dass ich eine reelle Analyse der Situation betreibe», so der allmächtige Constantin.

Noch letzte Woche, vor dem 0:3 in Basel am vergangenen Freitag, hatte Constantin keinen Handlungsbedarf gesehen. Angesichts der verschiedenen Vorfälle in der Vergangenheit war die Kehrtwende nicht überraschend.

Constantin und seine fleissigen Helfer werden ihre gemeinsame Feuertaufe am kommenden Sonntag in Bellinzona gegen einen alten Bekannten erleben. Marco Schällibaum, der Trainer der Tessiner, war einer von vier Coaches, der von Constantin allein in der Saison 2006/07 «verbraucht» wurde.

Bis zur vorgesehenen Abgabe des Amts bekommt es «CC» am 23. November im Cup mit Malleys Gabet Chapuisat, einem weiteren ehemaligen Beschäftigten und Schällibaums direkten Nachfolger, zu tun. Constantins Zielsetzung bis zur Winterpause ist klar. «Wir wollen uns in den fünf verbleibenden Meisterschaftsspielen ein Polster auf den Barrageplatz erarbeiten und natürlich im Cup eine Runde weiterkommen.»

Retter in der Not

Constantin betrachtet sich als Retter in der Not. «Ich habe keine Lust auf Trainings. Ich muss meine Rolle als Patron ausfüllen und die richtigen Worte finden, damit die Gruppe wieder vorwärts kommt.»

Anders sind gewisse Aussagen nicht zu erklären: «Stéphane Troillet war verantwortlich für die schlechte physische Vorbereitung der Spieler. Ich entliess ihn, es trat keine Änderung ein. Paolo Urfer (Sportchef. -- d.Red.) beging Fehler, ich entliess ihn, es trat keine Änderung ein. Mein Stadion leert sich, wir verlieren bis Ende Saison 500'000 bis 600'000 Franken an Ticketgeldern, das Kontingent verliert an Wert. Alle, die über den FC Sion reden, erleiden keinen finanziellen Verlust, ich dagegen schon.»

An Constantin, dem Inbegriff eines allein herrschenden Klubbesitzers, scheiden sich die Geister seit langem. Mit dem neuen Coup dürfte Constantin für Kopfschütteln sorgen. Die dem Klub gut gesinnte Zeitung «Le Nouvelliste» verglich die turbulente Regentschaft mit jener von Felix Burgener beim Eishockey-NLB-Verein Thurgau. Der hemdsärmlige Industrielle war zwischen 2003 und 2008 Mäzen, Präsident, Manager und Trainer in Personalunion.

(Von Stefan Baumgartner/Si)

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