Presse wertet tschechischen Sieg als ungerechtfertigt
publiziert: Sonntag, 8. Jun 2008 / 15:50 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 8. Jun 2008 / 20:14 Uhr

Die Schweizer Sonntagszeitungen haderten nach der Schweizer Niederlage im EM-Eröffnungsspiel gegen Tschechien verständlicherweise mit dem Schicksal und dem Ausfall von Captain Alex Frei.

Kommentare hadern mit Schicksal: Alex Frei und Zdenek Grygera.
Kommentare hadern mit Schicksal: Alex Frei und Zdenek Grygera.
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In Tschechien stimmte die Leistung des eigenen Teams die heimische Presse trotz des resultatmässig gelungenen Auftakts vorwiegend nachdenklich.

SonntagsZeitung: «Die ganze Schweiz weint mit Frei. (...) Es war ein verflixter und irgendwie trauriger Start. (...) Die Schweiz wartet damit auch nach dem siebten Spiel an einer EM auf den ersten Sieg. So nahe war sie diesem Erfolgserlebnis aber noch nie. (...) Das 0:1 steht für vieles: Nicht bloss für die eine Sekunde der Nachlässigkeit, sondern auch für das Versagen vor dem gegnerischen Tor, für die Ungerechtigkeit, die den Fussball zu diesem emotional aufgeladenen Geschäft macht, für die Art, wie die Schweizer vom Schicksal geohrfeigt wurden.»

NZZ am Sonntag: «Tapfer gekämpft - eher zufällig verloren. Dass das Schweizer Nationalteam für das Eröffnungsspiel ´ihrer´ Europameisterschaft bereit gewesen war, sah man vielleicht am besten nach dem Schlusspfiff: Jene elf Spieler, die zu diesem Zeitpunkt auf dem Rasen waren, (...) liessen sich nicht etwa erschöpft, enttäuscht fallen. Sondern sie wollten nur eines: Weitermachen.»

SonntagsBlick: «Jetzt erst recht! (...) Zum Heulen. Jetzt hilft nur eins: Die Türken putzen (...) Ist das Turnier für den Gastgeber nach nur 90 Minuten bereits gelaufen? Oder kommt Köbi Kunh Mannschaft nach dieser 0:1-Startniederlage an der EURO im eigenen Land nochmals auf die Beine?»

Sonntag: «Das Resultat ist wie ein Hohn. Kalt wie eine Polarnacht. 0:1 lacht es uns mit seiner fiesesten Fratze ins Gesicht. Das Resultat irritiert, es ist grausam. (...) Es muss so gewesen sein, dass sich Edward A. Murphy irgendwo auf dem Schwarzmarkt eines dieser raren Tickets für das Eröffnungsspiel ergattert hat. Und sich danach auf der Tribüne ins Fäustchen gelacht hat. Denn besagter Murphy hat die Gesetzmässigkeit dokumentiert, dass alles, was schiefgehen kann, auch schiefgeht. Murphy´s Law nennt sich dieses Szenario des Schreckens und diese 90 Minuten bestätigten seine These geradezu eindrücklich.»

Südostschweiz am Sonntag: «Die Unglücksserie im Schweizer Nationalteam hat sich im EURO-Startspiel fortgesetzt (...) Hakan Yakin bewies sich als belebendes Element im Spoel, provozierte Standardsituationen am gegnerischen Strafraum. Dank seiner engagierten Leistung war er eine der Gewinner im Schweizer Team. er ist näher an der Stammelf als auch schon.»

Le Matin Dimanche: «Das hat die Schweiz nicht verdient! Der immense Frust (...). Ohne ihren verletzt ausgeschiedenen Goalgetter Frei verlor die Schweiz ein Spiel, das sie hätte gewinnen können, ja gewinnen müssen. Am Ende erlitten die Spieler von Kuhn eine kränkende Niederlage.»

Tschechien

Nedelni sport: «Ergebnis zum Feiern, Spiel zum Nachdenken (...) Europa bewunderte bestimmt die tschechische Effizienz. Aus praktisch einer einzigen Chance kratzte das Team den Sieg aus. (...) Die meisten Gründe zum Nachdenken brachte das Spiel nach vorne. Selbstverständlich, niemand erwartete einen frischen portugiesischen Angriffs-Wind. Den vergassen die Tschechen schon längst. (...) Der Coach griff nach Sverkos. Und traf den Jackpot! Das reichte schliesslich für die Schweizer aus. Aber erinnern wir daran, dass sie bestimmt nicht zur Europa-Spitze gehören.»

Nedelni Blesk: «Danke Petr Cech, Vaclav Sverkos und Karel Brückner! Und Glück! Die tschechischen Repräsentanten, im Laufe des ganzen Treffens schlechter als die heimischen Schweizer, schafften einen 1:0-Sieg. Es entschied ein Mann, der nur Komparse hätte sein sollen: der kaltblütige Stürmer Vaclav Sverkos. (...) Die Tschechen waren ratlos, bis die höhere Gewalt eingriff - also Coach Karel Brückner. Er machte einen unvorhersehbaren Zug: er zog das Götterbild Koller vom Spiel zurück, an dessen Stelle der Ostrauer Stürmer kam (...) Das war ein Zug würdig des Meisters.»

Nedelni Aha: «Zunächst knabberten sie Schokolade bitter wie Wermut. Die schweizerische, die überflüssig viel Prozent von Kakao hat und Verstopfung verursacht. Erst in den letzten 20 Minuten gönnten sie sich die süsse Milka. 70 Minuten schossen die tschechischen Fussballspieler nicht auf das Tor. Vergeblich drängten sie und spielten eine starre Partie mit den munteren Heimischen, bis sie der neue Held des Nationalteams, Vaclav Sverkos, knickte».

Österreich

Kronenzeitung: «Schweiz verlor alles - Auftaktspiel und Star (...) Was für ein bitterer EURO-Auftakt! Die Hausherren mussten sich als besseres Team 0:1 geschlagen geben. (...) Strenge Kontrollen an den Drehkreuzen sorgten für Chaos. Viele Fans kamen erst lange nach Anpfiff ins Stadion und denen, die in Partylaune da waren, blieben die Sprechchöre wie Tennisbälle in den Kehlen stecken.»

Österreich: «Flop Schwyz - unser Nachbar stürzt nach 0:1 ins Tal der Tränen. Einsatz top, Ergebnis flop. Die Schweiz trägt nach der Auftaktniederlage Trauer. (...) Schon vor dem Spiel war von der Euphorie wenig zu spüren, zu gross war das Misstrauen in die eigene Mannschaft und jetzt ist die Luft bei Österreichs EURO-Partner wohl endgültig raus.»

Deutschland

Süddeutsche: «Die Schweiz dominiert das EM-Eröffnungsspiel gegen Tschechien - und verliert nach dem Treffer eines ehemaligen Bundesliga-Spielers doch mit 0:1. Für die Eidgenossen ist das eigentliche Drama aber nicht die Niederlage, sondern die Verletzung ihres Captains.»

Bild am Sonntag: «Erste Pleite & Frei weint! Schweizer (L)eidgenossen... Sie wollten fröhliche, erfolgreiche Gastgeber sein. Doch ihr EM-Start geriet zum Drama! (...) Grosse Reden gab es keine. Doch nach dem fröhlichen Start mit Alphorn stürzte die Schweiz in einen Alptraum.»

Spanien

El Pais: «Tschechien gibt sich italienisch, den Schweizern sitzt der Teufel im Nacken. Wenn sich in der ersten Hälfte dein bester Spieler verletzt, der gegnerische Goalie brilliert, der Schiedsrichter sich blind stellt, sobald der Gegner die Hand im Spiel hat, dann nützt dir der Heimvorteil auch nichts mehr. So passierte es der Schweiz im Eröffnungsspiel der EURO 2008. Die Mannschaft von Kuhn tat freilich das Ihre dazu. Ein Gemurkse in der Abwehr ermöglichte Tschechien ein Tor, für das sie vorher und nachher nichts gemacht hatten.»

El Mundo: «Ein Drama für die Gastgeber. Die Tränen von Frei waren das erste grosse Bild dieser Eurocopa. Der Schiedsrichter enthielt den Schweizern einen klaren Elfmeter vor. Die Tschechen erinnerten in keinster Weise an jene Mannschaft der Neunzigerjahre, die uns so begeistert hatte.»

(ht/Si)

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