Rehhagels Defensiv-Taktik arg kritisiert
publiziert: Mittwoch, 11. Jun 2008 / 20:34 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 11. Jun 2008 / 20:51 Uhr

Titelverteidiger Griechenland steht nach der Auftaktniederlage gegen Schweden (0:2) mit dem Rücken zur Wand. Den Helden von 2004 droht bei einer weiteren Niederlage am Samstag gegen Russland das vorzeitige Aus.

«Hätten wir anders gespielt, hätte es zur Pause 0:5 gestanden», rechtfertigte sich Otto Rehhagel.
«Hätten wir anders gespielt, hätte es zur Pause 0:5 gestanden», rechtfertigte sich Otto Rehhagel.
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Nicht nur das Resultat, sondern vor allem die Art und Weise wie Griechenlands Niederlage gegen die soliden, aber keineswegs übermächtigen Skandinavier zustande gekommen war, sorgte in der Heimat des amtierenden Titelträgers für Unmut. Otto Rehhagels defensive Taktik, die den Hellenen vor vier Jahren die triumphalen Tage von Portugal beschert hatte, ging für einmal nicht (mehr) auf.

Zwar geriet die von Libero Traianos Dellas organisierte Fünf-Mann-Abwehr nur selten in Gefahr, doch Zlatan Ibrahimovics Geniestreich in der 67. Minute reichte, um die Hoffnung der Griechen auf ein positives Resultat zu zerstören. Auch der sonst so selbstsicher auftretende Rehhagel gestand nach der Partie ein, dass «wenn wir weiter so spielen, keines der nächsten beiden Spiele gewinnen werden.»

Die griechische Presse nahm nach dem ersten Auftritt ihrer Mannschaft in Salzburg kein Blatt vor den Mund. «Griechenland, die hässliche Version», schrieb «Gata». Und die Zeitung «Exedra» brachte es auf den Punkt: «Müde Kämpfer, eine Klasse schlechter als 2004.»

Alte Truppe

Rehhagel, der in der Vergangenheit seine Kritiker dank den Erfolgen immer wieder zum Schweigen gebracht hatte, hielt auch gegen Schweden an seinem Stamm von 2004 fest. Mit Nikopolidis, Seitaridis, Dellas, Karagounis, Katsouranis, Charisteas und Basinas standen sieben Spieler in der Startaufstellung, die bereits vor vier Jahren beim Triumph gegen Portugal in Lissabon zum Einsatz gekommen waren.

Doch nicht nur die Helden von Portugal sind mittlerweile in die Jahre gekommen, Rehhagels Defensivsystem scheint definitiv veraltet zu sein. Die statische Spielweise, gespickt mit minutemlangen Quergeschiebe, verärgerte nicht nur die Fans im Stadion, sondern auch die eigenen Spieler.

«Angsthasen-Fussball»

«Wir haben Angsthasen-Fussball gezeigt», sagte Ioannis Amanatidis, der Stürmer von Eintracht Frankfurt. Die Griechen zeigten sich in der offensive Zone kaum präsent, Rhythmuswechsel und schnelle Pässe in die Tiefe blieben Mangelware. Die beiden Torchancen durch Charisteas und Basinas resultierten nach gelungenen Einzelaktionen.

Trotz der harschen Kritik aus den eigenen Reihen verteidigte Rehhagel seine Taktik. «Hätten wir anders gespielt, hätte es zur Pause 0:5 gestanden», sagte der 69-Jährige, der seit 2001 die Mannschaft trainiert und seinen Vertrag vor der Endrunde um zwei weitere Jahre verlängert hatte.

Er stellte klar, dass er auch in Zukunft nichts an seinem System ändern werde. Zumindest vom griechischen Verbandspräsidenten erhielt der Deutsche Rückendeckung. Rehhagel wisse, was er zu tun habe, sagte Vassilis Gagatis und zeigte sich zuversichtlich. Die Frage ist nur, wie lange noch.

(fest/Si)

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