Russland stürmt in die Viertelfinals
publiziert: Mittwoch, 18. Jun 2008 / 20:09 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 19. Jun 2008 / 08:13 Uhr

Die junge russische Mannschaft hat ihr grosses Potenzial angedeutet. Durch ein hochverdientes 2:0 gegen Schweden erreichte das Team von Guus Hiddink die Viertelfinals, in denen es am Samstag in Basel auf Holland trifft.

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Die Tore erzielten Roman Pawljutschenko (24.) und Andrej Arschawin (50.).

Die Vorentscheidung im ausverkauften Tivoli von Innsbruck fiel kurz nach der Pause, gerade als die Schweden ihre Offensivbemühungen verstärken wollten. Einmal mehr war es der überragende linke Aussenverteidiger Juri Schirkow, der losstürmte und Andrej Arschawin einsetzte, worauf der Hoffnungsträger eiskalt vollstreckte (50.).

Routiniers fehlt Tempo

In der Folge versuchten die «Tre Kronor» mit aller Vehemenz, noch das Unentschieden zu erreichen, das ihnen zum Weiterkommen gereicht hätte, den Routiniers fehlten aber Tempo und Überraschungsmoment.

Umgekehrt zelebrierte die taktisch überraschend reife «Fohlen-Truppe» von Hiddink, bei der nur drei Spieler der Startformation über 30 Jahre alt waren, ein herrliches Konter- und Kombinationsspiel. Die Fussball-«Sbornaja» verpasste alleine in der letzten Viertelstunde durch Konstantin Syrianow (Pfosten), zweimal Roman Pawljutschenko und Arschawin ein noch höheres Skore.

Arschawin und die Aussenverteidiger

Viel hatte man sich vor diesem «Final um den zweiten Gruppenplatz» auf russischer Seite von Andrej Arschawin erwartet. Und der nur 172 Zentimeter grosse Spielmacher von UEFA-Cup-Sieger Zenit St. Petersburg wirkte besonders motiviert, nachdem er die ersten beiden Partien wegen einer Sperre aus der Qualifikation verpasst hatte. Arschawin hatte von Anfang an praktisch bei jeder guten Aktion seinen Fuss im Spiel. Die Schweden waren bei diesen in hohem Tempo vorgetragenen Kombinationen oft einen Schritt zu spät.

Die erste ganz grosse Chance hatte Schirkow, der einen Corner von der Strafraumgrenze aus mit einer Direktabnahme um Haaresbreite am Tor vorbeisetzte (22.). Wie Schirkow schaltete sich auch der andere Aussenverteidiger immer wieder in den Angriff ein und hatte auch am Führungstor (24.) grossen Anteil: Alexander Anjukow stand am Anfang der herrlichen Aktion, die mit wunderbarem Direktspiel über vier Stationen führte und gab dann auch den letzten Pass auf Roman Pawljutschenko. Der Stürmer von Spartak Moskau setzte den Ball unerreichbar ins lange Eck und erzielte so schon sein zweites Turniertor. Der Blondschopf hatte bereits im Oktober beim für die Qualifikation vorentscheidenden 2:1 gegen England zweimal getroffen. Zwölf Minuten später hatte Pawljutschenko dann auch die Vorentscheidung auf dem Fuss, sein Ball landete aber an der Latte.

Larsson köpfelt an Latte

Danach kamen die Schweden besser ins Spiel und hatten durch Fredrik Ljungberg und Verteidiger Mikael Nilsson kurz vor dem Pausentee gute Möglichkeiten. Vorher hatte der unverwüstliche Henrik Larsson einen Ball mit dem Hinterkopf an die Latte gesetzt (27.) und es dadurch verpasst, auch in seinem sechsten grossen Turnier zu skoren.

Und Zlatan Ibrahimovic, der Mann von dem die Schweden so abhängig sind? Der offensive Hoffnungsträger, dessen «Knie der Nation» das ganze Land in den letzten Tagen etwa so stark beschäftigte wie dasjenige von Skistar Pirmin Zurbriggen die Schweiz vor der alpinen WM 1985 in Bormio, war zwar bemüht, blieb aber ohne grossen Einfluss auf das Spiel. Mit Ausnahme eines Absatztricks auf Kopfhöhe des Gegners (2.) und eines harmlosen Kopfballs (10.) konnte sich der sichtlich weit von der Bestform entfernte Star von Inter Mailand nicht wie gewünscht in Szene setzen.

Hiddink fordert sein Heimatland

Falls Holland und Russland auch in der K.o.-Runde mit ähnlicher taktischer Ausrichtung und Spielfreude antreten wie in der Vorrunde, erwartet die Fans im St.-Jakobpark am Samstag ein grossartiges Spektakel. Obwohl die Holländer natürlich als Favoriten in die Partie steigen, ist den Russen auch weiterhin viel zuzutrauen.

Speziell, weil Trainerfuchs Hiddink definitiv zu den Besten der Gilde gehört. Er hat nun schon zum fünften Mal bei einem Turnier eine Vorrunde überstanden, nachdem ihm dies nicht nur zweimal mit seinem Heimatland Holland sondern auch mit «Fussball-Exoten» wie Südkorea und Australien gelungen war.

Für die Schweden endet hingegen eine schöne Serie. In den drei letzten Turnieren hatten die Skandinavier jeweils nach einem Unentschieden im letzten Spiel die nächste Runde erreicht.

Russland - Schweden 2:0
Tivoli, Innsbruck. -- 30'772 Zuschauer (ausverkauft). -- SR De Bleeckere (Be). -- Tore: 24. Pawljutschenko 1:0. 50. Arschawin 2:0.

Schweden: Isaksson; Stoor, Mellberg, Hansson, Nilsson (79. Allbäck); Elmander, Andersson (56. Källström), Svensson, Ljungberg; Henrik Larsson, Ibrahimovic.

Russland: Akinfejew; Anjukow, Ignaschewitsch, Kolodin, Schirkow; Semak; Syrianow, Semschow, Biljaletdinow (66. Sajenko); Arschawin, Pawljutschenko (90. Bystrow).

Bemerkungen: Russland erstmals mit Arschawin und damit komplett. Schweden ohne Wilhelmsson und Alexandersson (beide verletzt). 27. Lattenkopfball von Larsson. 36. Lattenschuss von Pawljutschenko. 80. Pfostenschuss von Syrjanow. Verwarnungen: 11. Isaksson. 49. Elmander (beide Unsportlichkeit/Ball wegschiessen). 57. Semak. 65. Arschawin. 76. Kolodin (alle Foul).

(von Marco Keller/Si)

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