Hat er sich für die Türkei entschieden?
SFV verliert womöglich Top-Talent Kerim Frei
publiziert: Donnerstag, 21. Jun 2012 / 23:59 Uhr
Kerim Frei will offenbar nicht weiter für die Schweizer Nationalmannschaft spielen.
Kerim Frei will offenbar nicht weiter für die Schweizer Nationalmannschaft spielen.

Anfang Woche wurde dem Schweizer Fussball-Verband (SFV) zugetragen, dass er womöglich mit dem Absprung von Kerim Frei (18) zu rechnen habe. Spätere Blick-Recherchen bestätigten: Die Türkei soll das Talent von Fulham zum Nationenwechsel bewegt haben.

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Frei selber wurde auf auf einem deutsch-türkischen Nachrichten-Portal zitiert, die Heimat seines Vaters habe für ihn eine spezielle Bedeutung. Seither schweigt er und geniesst seine Ferien.

Vor knapp drei Wochen deutete offenbar nichts auf einen Absprung hin. Frei gehörte beim 2:1-Erfolg in der EM-Ausscheidung der U21 in Kroatien zur Startformation der Schweizer. Inzwischen hat sich die Situation zu Ungunsten des SFV verändert - das musste auch Nationalcoach Ottmar Hitzfeld in einem persönlichen Telefongespräch mit dem umworbenen Mittelfeldspieler erfahren.

Intensive Betreuung

Die «unfreundliche» türkische Übernahme wird der SFV indes nicht widerstandslos akzeptieren - zumal Frei gemäss SFV-Direktor Peter Knäbel so intensiv wie kaum ein anderes Talent betreut worden ist. Noch glaube man an die (geringe) Chance, Frei umstimmen zu können. Die Ausbildner kennen die Qualität Freis: In Fulham kam er in dieser Saison auf respektable 16 Meisterschaftseinsätze. Kaum ein anderer Jugendlicher hat in der Premier League vergleichbare Werte vorzuweisen.

Hinter den Kulissen bemühen sich deshalb alle Schweizer Beteiligten weiterhin intensiv um eine Lösung. Hitzfeld plant, Kerim Frei für den Test des A-Teams in Kroatien am 15. August aufzubieten. Gleiches haben allerdings auch die Türken im Sinn, die am 7. September in Holland zur WM-Ausscheidung starten.

Intensive Debatte

Mladen Petric oder Ivan Rakitic (beide Kroatien) und Zdravko Kuzmanovic (Serbien) haben sich bereits vor mehreren Jahren gegen eine Karriere im Schweizer Nationalteam entschieden. Ihr später Verbands-Wechsel löste eine intensive Debatte aus und bewirkte, dass sich der SFV früher auf allen Kanälen mit der heiklen Thematik befasste und den Vorwurf entkräftete, sich zu wenig um die Laufbahnplanung der Doppelbürger zu kümmern.

Diverse Spieler mit Migrationshintergrund haben sich zuletzt für einen endgültigen Weg in der SFV-Auswahl entschieden - unter ihnen der künftige Bayern-Jungstar Xherdan Shaqiri, Granit Xhaka (Borussia Mönchengladbach) und Nassim Ben Khalifa (Wolfsburg).

(pad/Si)

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