Schwedens Sorgen um das ungleiche Stürmerpaar
publiziert: Mittwoch, 18. Jun 2008 / 07:45 Uhr

Die Hoffnungen der Schweden im entscheidenden Gruppenspiel gegen Russland ruhen heute auf Zlatan Ibrahimovic und Henrik Larsson - und der medizinischen Abteilung. Sie soll das Knie von Ibrahimovic rechtzeitig fit kriegen.

Wird Zlatan Ibrahimovic gegen Russland auflaufen?
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Als Lars Lagerbäck am 13. Mai sein EM-Kader präsentierte, liess er bei der Nennung des 23. Spielers eine kleine Bombe platzen: «Henrik Larsson».

Mit dem 36-jährigen Stürmer kehrte nicht nur ein der schillerndsten Figuren der vergangenen Jahre überraschend ins Team zurück, sondern stiegen gleichzeitig auch die Ansprüche: Mit Ibrahimovic steht ein Superstar und der bestverdienende Fussballer der Gegenwart im Kader; Larsson ist ohnehin der Liebling der Massen.

Nur wenige Tage vor der Bekanntgabe des Kaders hatte Lagerbäck den ehemaligen Spieler von Celtic Glasgow, Barcelona und Manchester United für ein (weiteres) Comeback überzeugt.

Und der «Förbundskapten» bewies schon im ersten Spiel gegen Griechenland, dass er «Henke», wie Larsson in seiner Heimat genannt wird, nicht nur eine ergänzende Rolle zugedacht hatte. Mit Ibrahimovic sollte er die gegnerischen Abwehrreihen aufbrechen und Tore produzieren.

Taktik aufgegangen

Die Taktik ging gegen den nun entthronten Europameister im Auftaktspiel vorzüglich auf. Mit einem Doppelpass überwanden der Paradiesvogel Ibrahimovic und der zurückhaltende Larsson den griechischen Abwehrbeton.

Nach 70 Minuten war Ibrahimovic' Arbeitstag beendet; nach überstandener Verletzung «reichte die Luft nicht für 90 Minuten». Larsson dagegen blieb zwar - wie später auch gegen Spanien - ohne eigenen Treffer, zeigte aber, weshalb er einst für europäische Grossklubs gespielt hatte.

Die EURO ist bereits Larssons sechste Endrunde; vor 14 Jahren Jahren hatte er an der WM in den USA, wo Schweden Bronze holte, debütiert. Nach der WM vor zwei Jahren in Deutschland schloss er das Kapitel Nationalmannschaft nach dem enttäuschenden Ausscheiden gegen den Gastgeber.

Beim 0:2 im Achtelfinal hatte der Routinier gar einen Penalty kläglich verschossen. «Ich war unglaublich enttäuscht. Ich hätte damals nie gedacht, dass ich noch so lange spielen würde und dass es so gut liefe», erklärte Larsson. Schon vor der EM 2004 sowie vor dem Turnier in Deutschland war er jeweils zu einer Rückkehr ins Nationalteam überredet worden.

Shopping und Therapie

Während Larsson, der nunmehr nur noch in der heimischen Liga für Helsingborg spielt und deshalb auch seine internationale Karriere (einmal mehr) beendet hatte, sich abermals in erstaunlicher Form befindet, betrachten die Schweden jede Bewegung des zehn Jahre jüngeren Ibrahimovic mit sorgenvoller Miene.

Das verletzte Knie schmerzt Ibrahimovic und die schwedische Seele. Schon nach fünf Minuten im Spiel gegen Spanien verspürte der Inter-Star Schmerzen; er biss sich durch und erzielte das zwischenzeitliche 1:1. In der Pause liess er sich auswechseln.

Den freien Tag, den Lagerbäck am Montag seinen Spielern gewährte, nutzte Ibrahimovic zu einem Ausflug vom Teamcamp in Lugano in seine derzeitige Heimatstadt Mailand. Mit Christian Wilhelmsson, Markus Rosenberg und dem Ex-Basler Daniel Majstorovic flanierte er durch die Shoppingmetropole.

Notplan ist bereit

Vor der Partie gegen die Russen interessiert das mezinische Bulletin der «Landslag». Teamarzt Anders Valentin rückte vermehrt ins Blickfeld. Ein entzündeter Schleimbeutel im linken Knie verursacht Zlatans Schmerzen.

«Es ist geschwollen», vermeldet der schlaksige Angreifer. Eine schmerzstillende Spitze liess er sich bisher nicht setzen. Diesen Notplan haben die Schweden jedoch in der Hinterhand. «Es ist aber keine gute Lösung. Er könnte danach grössere Schmerzen haben und dann drei Tage später den möglichen Viertelfinal verpassen», so Valentin.

Auf das gestrige Abschlusstraining im Tivoli-Stadion von Innsbruck verzichtete Ibrahimovic. «Wir beurteilten die Situation zusammen mit Zlatan und dem Ärzteteam und kamen zum Schluss, dass es für ihn besser ist, das Knie im Kraftraum zu stärken», erklärte Lagerbäck.

Seit der Partie gegen Spanien konnte der technisch versierte und torgefährliche Angreifer nicht mehr mit dem Team trainieren. Trotz Ibrahimovic' Verletzungssorgen und Larssons fortgeschrittenem Alter: Die Hoffnungen der Schweden ruhen auf ihren so ungleichen Stürmern Zlatan und Henke.

(von Sascha Rhyner /Si)

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